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Nicht nur Flixtrain: Deutsche Bahn soll bald mehr Konkurrenz bekommen

In den Startlöchern: Die Deutsche Bahn soll nach der Streckensanierung mehr Konkurrenz bekommen.
In den Startlöchern: Die Deutsche Bahn soll nach der Streckensanierung mehr Konkurrenz bekommen.Bild: iStockphoto / ShevchenkoAndrey
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Nicht nur Flixtrain: Deutsche Bahn soll bald mehr Konkurrenz bekommen

17.10.2023, 17:57
Mehr «Nachhaltigkeit»

Die Deutsche Bahn ist seit Jahren ein Daueraufreger in Deutschland. Die Kritik: Sie sei chronisch unpünktlich, leide unter einem maroden Streckennetz und ständigen Pannen. Im Internet häufen sich die Posts enttäuschter Fahrgäste, die ankündigen, wegen ihrer dauerhaft schlechten Erfahrungen mit der Bahn doch aufs Auto umsteigen zu müssen.

Leider gibt es auf der Schiene keine wirkliche Alternative zur Deutschen Bahn, abgesehen vom Billiganbieter Flixtrain, der in Deutschlands seit 2017 ebenfalls einige Streckenabschnitte abdeckt. Doch diese Beinahe-Monopolstellung des Staatskonzerns Deutsche Bahn im Fernverkehr – mit einem Marktanteil von 95 Prozent – könnte sich nun bald ändern.

Nicht nur baute Flixtrain sein Fernverkehrsangebot und seine Taktung aus, die ab dem 10. Dezember gilt, und wird damit eine stärkere Konkurrenz. Auch der Bund will, dass die Deutsche Bahn nach der Generalsanierung des Netzes mehr Konkurrenz im Fernverkehr bekommt.

Einen genauen Plan dafür, welche Konkurrenz im Fernverkehr die Deutsche Bahn bekommen soll, gibt es noch nicht. Erst einmal braucht Deutschland für mehr Züge ohnehin ein besseres Schienennetz.

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Ab 2024 werden viele Bahnstrecken saniert.Bild: iStockphoto / Trigem777

Von 2024 bis 2030 sollen daher die wichtigsten Korridore des Schienennetzes generalsaniert werden. Die Generalsanierung betrifft 40 hochbelastete Strecken. Sie sollen jeweils für rund fünf Monate komplett gesperrt und dann rundum saniert und ertüchtigt werden. Knapp 40 Milliarden Euro zusätzlich will der Bund dafür zur Verfügung stellen.

Was erst einmal vermutlich über Jahre hinweg zu noch mehr Bahn-Chaos führen wird, soll auch preiswertere Fahrkarten bringen. Das machte der Bahnbeauftragte Michael Theurer (FDP) in der "Rheinischen Post" deutlich.

Mehr Wettbewerb für besseren Bahnverkehr

Theurer sagte: "Im Fernverkehr wollen wir mit einem generalsanierten Netz und ausreichender Kapazität mehr Wettbewerb schaffen und dadurch für günstigere Tickets sorgen." Der Blick in andere Länder wie Italien oder Spanien zeige, "dass Wettbewerb zu mehr Qualität und sinkenden Preisen führt".

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Der FDP-Politiker will trotz Sanierung jedoch kein Bahn-Chaos durch die Baustellen. Er hob hervor, dass die Beteiligten während der Sanierung alles daran setzten, einen attraktiven Schienenersatzverkehr anzubieten und damit die Einschränkungen für die Reisenden möglichst in Grenzen zu halten.

Bahn soll durch Schienennetz-Sanierung zuverlässiger werden

Die Arbeiten beginnen im nächsten Jahr auf der sogenannten Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Sie gehört zu den meistbefahrenen Strecken Europas. Die Bahn geht deshalb von spürbaren Verbesserungen bei der Zuverlässigkeit nach Abschluss der dortigen Bauarbeiten aus.

Anders als im Fernverkehr hat die Bahn im Regional- und Güterverkehr zahlreichen Wettbewerber. Im Regionalverkehr fahren sie nach Daten der Bundesnetzagentur ein Drittel des Angebots, im Güterverkehr ist es mehr als die Hälfte.

(mit Material der dpa)

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