Nachhaltigkeit
Woman is received box loaded with organic vegetables from delivery service. She is up to make some fantastic vegan meal

Wenn möglich sollten wir zu Hause sein, wenn ein Paket angekündigt ist – oder dieses alternativ an eine Packstation liefern lassen. Bild: E+ / svetikd

Nachhaltig

Weniger CO2 und recycelte Produkte: So shoppst du nachhaltig online

80 Prozent der Deutschen kaufen einer Bitkom-Studie zufolge hin und wieder im Internet ein. Wer einen Internet-Zugang hat, nutzt ihn also fast immer auch zum Shoppen. Die Gründe sind vielfältig: Manche Dinge sind im Laden vor Ort nicht so einfach zu bekommen oder kosten online schlicht weniger als im Fachgeschäft. Und oft spielt Bequemlichkeit eine Rolle. Schließlich müssen wir beim Onlineshopping nicht einmal die Couch verlassen, um uns wahlweise einen neuen Bikini, Laptop oder Föhn zu bestellen.

Allerdings wird jedes sechste Paket, das wir in Deutschland bestellen, auch wieder zurückgeschickt – das sind 280 Millionen Retoursendungen im Jahr. Das Ergebnis: Eine Menge Verpackungsmüll und jeden Tag ein CO2-Ausstoß, der täglich 2200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau entspricht.

Gänzlich auf das Onlineshopping zu verzichten, kommt aber wohl für die wenigsten infrage. Und tatsächlich gibt es Mittel und Wege, Verpackungsmüll und Treibhausgasse auch beim Einkauf übers Internet möglichst klein zu halten. Wie das geht, verraten wir hier:

Einzelbestellungen vermeiden

Überlege dir vor dem Bestellen genau, was du brauchst und ordere alles zusammen in einer Sammelbestellung beim selben Händler. Das spart Verpackungsmüll und CO2 im Vergleich zu vielen einzelnen Bestellungen.

Auf Expresslieferungen verzichten

Manchmal kann man das Klingeln des Paketboten kaum erwarten. Aber so sehr du dich auch freust: Expresslieferungen sollten vermieden werden. Denn die sind nicht nur teurer, sondern auch CO2-intensiver. Schließlich kann es sein, dass ein halbleeres Lieferfahrzeug extra für deine Bestellung nochmal losfahren muss. Eine Analyse des Climate Lab der University of California hat ergeben, dass Eilzustellungen weniger effizient organisiert sind und außerdem mehr Dieselfahrzeuge genutzt werden. Das Ergebnis: höhere CO2-Emissionen. Und die Paketdienstfahrer haben vermutlich auch keinen Spaß daran, wenn sie dir dein Päckchen abends um 22 Uhr vorbeibringen müssen.

Paket entgegennehmen

Damit ein Paket und derjenige, der es bestellt hat, zusammenfinden, ist oft ein Drama in vielen Akten nötig. Der Verbraucherzentrale zufolge schlägt rund ein Viertel aller Zustellungsversuche von Paketen fehl. Aber auch wenn es nervt und der Paketbote manchmal einfach nicht klingelt: Versuche, zu Hause zu sein, wenn ein Paket angekündigt ist. Denn bei jedem Zustellversuche muss der Paketbote erneut durch die Gegend fahren. Alternativ kann die Möglichkeit eingerichtet werden, das Paket beim Nachbarn abzugeben oder es an einen Paketshop liefern zu lassen.

Retouren vermeiden

Es ist verführerisch, sich eine große Auswahl an Kleidern nach Hause zu bestellen und im heimischen Schlafzimmer bequem alles durchzuprobieren. Aber du ahnst es schon: Nachhaltig ist das nicht. Denn wenn wir Dinge zurückschicken, wird nicht nur zusätzliches CO2 ausgestoßen – wir riskieren auch, dass die zurückgegebenen Sachen weggeworfen werden, weil das einfacher und billiger ist, als sie erneut zu verpacken. 20 Millionen zurückgeschickte Artikel landeten einer Studie der Universität Bamberg zufolge 2018 direkt im Müll. Am besten ist es also, von vorneherein nur das zu bestellen, was wir wirklich brauchen.

Wer bei Kleidung nicht sicher ist, welche Größe die richtige ist, kann sich die Produktbeschreibung und Bewertungen von anderen Kunden durchlesen. Oft sind dort die genauen Maße angegeben und vermerkt, ob ein Kleidungsstück eher groß oder klein ausfällt. Passt das Kleid oder Shirt am Ende trotzdem nicht, kann es bei großen Händlern auch in der Filiale vor Ort zurückgegeben werden.

Mehrwegversandboxen oder recycelbare Kartons nutzen

Etwa 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsmüll entstehen jährlich durch Onlineshopping. Doch es gibt auch Alternativen: Die Mehrwegbox "Memobox" des Onlineshops Memolife besteht aus Recyclingmaterial und kann innerhalb von 14 Tagen nach dem Einkauf kostenlos zurückgeschickt und so für das Paket des nächsten Kunden wiederverwendet werden. So entsteht so gut wie kein Müll – allerdings zusätzliches CO2 durch den Rückversand der leeren Box. Bei Onlineshops, die diese Mehrwegbox nicht nutzen, kannst du zumindest darauf achten, Versandkartons zu verwenden, die recycelt werden können.

Klimaneutralen Versand wählen

Einen klimaneutralen Versand bieten inzwischen viele Onlineshops an, besonders solche, die sich auf nachhaltige Produkte spezialisiert haben (siehe unten). Aber auch bei der DHL gibt es diese Möglichkeit, innerhalb von Deutschland sogar kostenlos. Natürlich entsteht bei der Auslieferung der "klimaneutral" verschickten Pakete trotzdem CO2 – die entsprechenden Emissionen werden hinterher aber über Investitionen in Klimaschutzprojekte wieder ausgeglichen.

Bei nachhaltigen Online-Shops kaufen

Es gibt bereits eine ganze Menge Shops, die versuchen, Online-Shopping so nachhaltig wie möglich zu machen: Indem sie recycelbare, vegane, CO2-sparende oder schadstofffrei und fair produzierte Produkte anbieten und indem sie den Versand so müll- und CO2-arm wie möglich machen. Achte nicht nur auf Siegel wie Fairtrade oder das Umweltlabel Blauer Engel, sondern auch darauf, dass der Versand klimaneutral ist und dafür Mehrwegboxen oder umweltfreundliche Verpackungen genutzt werden.

Weniger ist mehr

Die fünfte Bluse, das vierte Paar Sandalen, der neue Dekoübertopf für den Kaktus: Viele Onlinekäufe sind zwar nett, aber nicht unbedingt notwendig. Am allerbesten ist es also, weniger zu konsumieren. Das spart Ressourcen, Verpackungsmüll, Energie, CO2 und Geld – egal ob du offline einkaufst oder in der Stadt.

(ftk)

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