Nachhaltigkeit
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Damit die Wäsche frisch und sauber wird, braucht es nicht unbedingt Chemie. Bild: iStockphoto / Anastasiia Krivenok

Nachhaltig

Öko-Waschmittel: Wie ihr beim Waschen Umwelt und Geldbeutel schont

saskia balser

Wäschewaschen ist per se nicht besonders ökologisch, es gelangen zahlreiche Chemikalien ins Wasser, die da eigentlich gar nicht hingehören. Wer sich mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz auseinandersetzt, interessiert sich vielleicht auch dafür, wie man die eigene Wäsche einen Tick nachhaltiger gestalten könnte.

Vor dem Drogerie-Regal ist man mitunter ganz schön erschlagen von der Auswahl an Waschmitteln: Ist es flüssig, in Pulverform, Kapseln oder Tabletten am praktischsten? Und was bedeuten die verschiedenen Labels: cruelty free, vegan, bio, parfümfrei, NCP-zertifiziert…? Watson bringt ein bisschen Licht ins Dunkel und sagt euch, worauf ihr bei einer nachhaltigen Wäsche achten solltet.

Warum ist herkömmliches Waschmittel überhaupt schlecht für die Umwelt?

Laut dem Naturschutzbund Deutschland landen in Deutschland jährlich mehr als 600.000 Tonnen Waschmittel und mehr als 250.000 Tonnen Weichspüler im Abwasser und diese Menge steigt stetig weiter an. Nicht alle Inhaltsstoffe der Waschmittel bauen sich allerdings in der Kläranlage ab: Viele von ihnen vergiften Wasserorganismen und können in Flüsse, Seen und auch ins Meer wandern.

Duftstoffe in der Wäsche = Chemikalien im Meer?

Hauptbestandteil herkömmlicher Waschmittel sind Tenside, welche aus Erdöl oder auch nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Außerdem enthalten Waschmittel Stoffe wie zum Beispiel Bleichmittel, Enzyme, Duftstoffe, Enthärter oder – in flüssigen Waschmitteln – Konservierungsmittel. Viele diese Chemikalien verunreinigen die Umwelt – hier fehle eine gesetzliche Regelung zum Schutz der Gewässer, so der Nabu. Selbst pflanzliche oder mineralische Rohstoffe können für Wasserorganismen giftig sein.

Da sich in den Produkten der konventionellen großen Marken wie Ariel, Lenor oder Persil oft flüssige Kunststoffe befinden, ist es schon deutlich besser für die Umwelt, zu einem Bio-Produkt zu greifen. Der Nabu rät dazu, vor allem nach zwei Labels Ausschau zu halten: dem Blauen Engel sowie dem EU-Ecolabel.

Damit ihr aber nicht unnötig viel Geld ausgebt beim Ausprobieren der verschiedenen Hersteller, hat watson euch ein paar Empfehlungen zusammengestellt.

Waschen im Baukastensystem: Sonett

Beim Ökotest 09/2019 hat das Waschmittel Pulver Konzentrat der Bio-Marke Sonett am besten abgeschnitten und als einziges Produkt die Note "sehr gut" in Bezug auf die Inhaltsstoffe erlangt. Das Besondere an Sonetts Waschmittel ist sein Baukastensystem, bestehend aus drei Komponenten: Reinigungsmittel, Enthärter, Bleichkomplex/Fleckenentferner. Im konventionellen Vollwaschmittel sind diese Bestandteile immer enthalten, egal, wie viel davon jeweils gebraucht wird.

Beim Baukastensystem kann man die Komponenten je nach Wasserhärte und Verschmutzungsgrad anpassen – und schont so die Umwelt und den Geldbeutel. Ein Dosierrechner auf der Website hilft dabei, sie im optimalen Verhältnis miteinander zu vermischen und kein Waschmittel zu verschwenden.

Der Rebell unter den Konventionellen: Ecover

"Trag keine Fusseln, trag Verantwortung" – so pathetisch klingt es auf Werbeplakaten und der Website von Ecover. Das Unternehmen wirbt nicht nur für seine nachhaltigen Wasch- und Reinigungsmittel, sondern versteht sich als durch und durch "sauberes Unternehmen" – zu Recht?

Wer bewusst ein kleines Unternehmen unterstützen will, ist bei Ecover an der falschen Adresse. Die 1979 gegründete Marke gehört aktuell zu dem amerikanischen Reinigungskonzern SC Johnson, der auch viele konventionelle Marken, wie zum Beispiel WC-Ente und Autan, führt. Trotzdem sind die Produkte von Ecover tatsächlich nachhaltig und mehr als nur Greenwashing.

Die Inhaltsstoffe sind größtenteils pflanzlich, Raps-, Sonnenblumenöl und bestimmte Tenside bezieht das Unternehmen aus Europa. Außerdem wird nur zertifiziertes Palmöl verwendet und Ecover arbeitet eigenen Angaben zufolge daran, Erdölprodukte aus den Rezepturen zu verbannen.

Beim Ökotest 07/2020 wurde das Flüssigwaschmittel Universal von Ecover zum Testsieger ernannt. Nicht nur die Inhaltsstoffe sind vorwiegend biologisch abbaubar, sondern auch die Verpackung besteht aus recycelbarem Material und produziert wird in einer Fabrik in Belgien, wo 98,1 Prozent der Abfallstoffe wiederverwertet werden.

Auf der Website gibt Ecover Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil und ökologisches Waschen, außerdem setzt sich das Unternehmen für grüne Projekte ein und hat eine Petition gestartet, die null Prozent Mehrwertsteuer auf Secondhandkleidung fordert.

Ganz ohne Waschmittel: Das bringt die Waschkugel

Das Versprechen der Waschkugel, auch Waschball oder Waschei genannt, sind groß: keine schädlichen Inhaltsstoffe, wenig Kosten, kaum Umweltbelastung. Wie funktioniert das?

Laundry eco washing thermoplastic spheres

Im Inneren der Waschkugeln befinden sich negativ geladene Ionen. Bild: iStockphoto / Tutye

Die Waschkugeln, egal ob sie aus Plastik oder Keramik bestehen, reinigen alle auf die gleiche Art: Erstens durch mechanische Reibung, die in der Maschine entsteht, und zweitens durch negativ geladene Ionen. Im Inneren der Kugel befinden sich kleine Kugeln aus natürlichen Mineralien. Treffen diese Bestandteile auf Wasser, geben sie negativ geladene Ionen ab, die dafür sorgen, dass sich beim Wäschewaschen der Schmutz löst.

In der Regel kommen die Waschkugeln komplett ohne Waschmittel aus, sind zwar auf den ersten Blick mit bis zu 50 Euro pro Stück ziemlich teuer, sollen angeblich aber bis zu 1000 Wäschen überdauern – und wären damit günstiger als herkömmliches Waschmittel. Zudem wird weniger Energie für die Wassererhitzung benötigt, was erneut Kosten spart.

Nachteile haben die Waschkugeln allerdings auch. Bemängelt wird unter anderem: Starke Verschmutzungen können mit der Kugel nicht entfernt werden, die Wäsche vergraut schneller, da kein Bleichmittel enthalten ist, die Waschmaschine könnte eher verkalken (denn: kein Wasserenthärter) und viele vermissen den typischen "Frische-Wäsche-Geruch".

Die DIY-Methode: Waschen mit Kastanien

Im Herbst gibt es eine noch umweltfreundlichere Alternative zum herkömmlichen Waschmittel: die Kastanie. Durch die in der braunen Frucht erhaltenen Saponine (Latein: sapo = Seife) lässt sich aus ihr ein 100 Prozent nachhaltiges Waschmittel selbst herstellen.

Homemade laundry detergent from chestnuts - Selbst gemachtes Waschmittel aus Kastanien

Sehen nicht nur schön aus, sondern eignen sich auch als Waschmittel: Kastanien. Bild: iStockphoto / Heike Rau

Wie das geht? Ganz easy: Kastanien beim Spaziergang zwischen bunten Blättern einsammeln und von ihrer grünen Hülle befreien, klein schneiden, mit kochendem Wasser übergießen und über Nacht ziehen lassen. Nach der Einweichzeit das milchige, schaumige Wasser abgießen und das fertige Waschmittel in das Spülfach der Maschine einfüllen.

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