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Lupinen sehen nicht nur schön aus, sondern können auch als regionales Lebensmittel angebaut werden. Bild: Moment RF / © Marco Bottigelli

Lupinen statt Soja: Wie geht nachhaltige Ernährung in der Zukunft?

Die Erde ein Problem: Die Wirbeltierbestände sind in den vergangenen 50 Jahren um 68 Prozent zurückgegangen, 75 Prozent der eisfreien Oberfläche des Planeten hat sich in den vergangenen Jahren durch unsere Landnutzung verändert. Ein Grund ist unser Hunger auf Fleisch. Oder der auf Erdbeeren im Winter. Denn 70 Prozent des Verlusts der Artenvielfalt entsteht durch die Produktion von Lebensmitteln. Trotzdem kämpfen viele Landwirte gleichzeitig ums Überleben.

So kann es offensichtlich nicht weitergehen. Was muss sich also ändern? Und wie sieht die Lebensmittelproduktion der Zukunft aus? Darüber wird bei der Grünen Woche diskutiert, unter anderem beim Umwelttalk des WWF.

Fragt man Linda Kelly wie nachhaltige Ernährung aussehen kann, dann lautet ihre Antwort: Lupinen statt Soja. Die Bio-Landwirtin baut seit 2013 Lupinen an – aus den Hülsenfrüchten lässt sich ein kaffeeähnliches Getränk gewinnen, sie können aber auch ähnlich wie Tofu oder Mehl verwendet werden.

"Wir importieren viel zu viel genverändertes Soja, dabei kann die Lupine mit dem Soja gut mithalten" kritisiert Kelly. "Das macht die Zukunft der Landwirtschaft aus, dass wir regional anbauen und die Kreisläufe auf den Höfen schließen."

Verbraucher muss wissen, was er kauft

Doch nicht nur regional muss angebaut werden, sondern auch ökologischer. Für Hans Joachim Fuchtel, parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, ist die neue Agrarverordnung ein erster Schritt, nach der Gelder nicht mehr nur aufgrund der Hektar, die ein Landwirt besitzt, verteilt werden. "Sie sind jetzt an die Qualität gebunden, es zählt nicht nur die Fläche", sagt er. Gleichzeitig müsse der Verbraucher transparenter beurteilen können, was er kauft – wie etwa durch den überarbeiteten Nutri-Score.

Ganz klar auch: Wer sich klimabewusst – und damit zukunftsfähig – ernähren will, muss weniger oder kein Fleisch essen. Wenn man beispielsweise den Flächenverbrauch betrachte, sei Fleisch essen so etwa das "unökologischste, was man machen kann", sagt Wolfram Günther, sächsischer Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft.

In puncto Fleisch findet ohnehin schon lange ein Umdenken statt. In der Zukunft werden wir wohl deutlich weniger davon auf dem Teller haben. Stattdessen mehr heimisches Obst und Gemüse. Große Hoffnung liegt hier in der Direktvermarktung der Landwirte. "Wir spüren, dass die Verbraucher Wert auf Regionalität legen: Wer steckt dahinter, wer produziert für uns?", sagt Bio-Landwirtin Kelly. Und wer direkt auf dem Hof einkauft, bemerkt relativ schnell, dass es im Januar keine frischen Erdbeeren gibt – dafür aber leckeren Grünkohl.

(ftk)

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