Nachhaltigkeit
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Die Bahn verzeichnet einen Zuwachs von über 1 Million Fahrgästen im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Bild: imago stock&people

Deutsche Bahn: Günstigere Tickets zeigen Wirkung – mehr Menschen nehmen den Zug

Seitdem das Bahnfahren im Fernverkehr günstiger geworden ist, fahren mehr Menschen mit dem Zug.

Nach Angaben der Deutschen Bahn hat die Zahl der Fahrgäste im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum spürbar zugenommen: "In den ersten vier Wochen 2020 stieg die Zahl der Reisenden von 11 auf 12,2 Millionen, also um 10,7 Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres", sagte Bahnchef Richard Lutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Das ist zum einen das Ergebnis der Mehrwertsteuersenkung auf Fernverkehrsfahrkarten. Zum anderen spüren die Reisenden, dass wir massiv in mehr Züge und mehr Personal investieren", erklärte Lutz.

Die Bundesregierung hatte im Rahmen des Klimapakets die Mehrwertsteuer auf Tickets im Fernverkehr gesenkt. Statt wie bisher 19 Prozent, schlägt der Staat nun nur noch sieben Prozent auf ein verkauftes Ticket drauf.

Die Grünen freuen sich

Fahrgastzahlen sollen sich verdoppeln

Die Bahn will die Fahrgastzahlen bis 2030 nahezu verdoppeln und dazu umfangreiche Investitionen in Personal und Infrastruktur tätigen. Vom Bund gibt es für die Sanierung der Infrastruktur rund 86 Milliarden Euro im Rahmen einer Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung.

Zudem ist die Anschaffung weiterer Hochgeschwindigkeitszüge geplant. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Personal. Ähnlich geht es den Wettbewerbern im Regionalverkehr, die ihren Marktanteil in dem Segment steigern wollen.

Im laufenden Jahr plant der Konzern, 25.000 neue Beschäftigte einzustellen, was einem Stellenaufbau von 5000 Mitarbeitern entspreche. Unter den Neuanstellungen sollen 2300 Lokführer sein.

Bahnchef Lutz sagte, die geplanten Milliardeninvestitionen seien eine Generationenaufgabe. "Wir machen auch 2020 weiter mit unserer Ausbau- und Investitionsoffensive. Diese gelingt nur durch den enormen Rückenwind, den wir auch von der Bundesregierung für eine starke Schiene bekommen."

Die Bahn sucht dringend Lokführer – und findet keine

Bei ihrer Suche nach mehr Lokführern stößt die Bahn aber offenbar auf Probleme. Einer Untersuchung der Allianz pro Schiene zufolge ist es im vergangenen Jahr noch schwieriger geworden.

"Im Jahresdurchschnitt standen 100 offenen Stellen nur noch 25 als arbeitssuchend gemeldete Lokführer gegenüber", teilte der Lobbyverband am Montag mit. "Ein Jahr zuvor lag das Verhältnis noch bei 100 zu 28."

Damit sei die Quote schlechter als bei Altenpflegern und Klempnern. Die Allianz pro Schiene hat für die Analyse Daten der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet.

(pcl/dpa)

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