Muss sich dieses Jahr nicht vor islandischen Walfängern fürchten: ein Finnwal.
Muss sich dieses Jahr nicht vor islandischen Walfängern fürchten: ein Finnwal.
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Zum zweiten Mal in Folge: Island setzt Walfang-Saison aus

26.04.2020, 14:5808.06.2020, 18:38

Zum zweiten Mal hintereinander setzt Island in diesem Sommer die Walfang-Saison aus. Eines der beiden in dem Land noch aktiven Walfang-Unternehmen will nun endgültig aufhören: Es lohne sich einfach nicht mehr, sagte der Geschäftsführer des auf Zwergwale spezialisierten Unternehmens IP-Utgerd, Gunnar Bergmann Jonsson, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Wegen der Ausweitung einer Fangverbotszone vor der Küste hätten die Boote weit aufs Meer hinausfahren müssen, um Zwergwale zu jagen, sagte Bergmann Jonsson. Das wäre zu teuer geworden. 

Corona-Maßnahmen machen Walverarbeitung fast unmöglich

Das auf die Jagd von Finnwalen spezialisierte Unternehmen Hvalur setzt vor allem wegen Absatzschwierigkeiten auf dem japanischen Markt für diese Saison aus.

Dort seien die Bestimmungen für die Nahrungsmittelsicherheit bei Fleischimporten deutlich strikter als für einheimische Produkte, sagte Vorstandschef Kristjan Loftsson der Zeitung "Morgunbladid". Darüber hinaus hätten die Firmen, die das Walfleisch verarbeiteten, Probleme, die Auflagen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu erfüllen, fügte er hinzu.

Laut eines Berichts des isländischen Rundfunksenders RÚV werden in Japan die Produkte inländischer Unternehmen subventioniert. Deshalb sei es für die Isländer schwierig, mit den Japanern zu konkurrieren.

Wegen der Abstandsregelungen im Zuge der Corona-Krise sei es zudem nahezu unmöglich, das Fleisch der Meeressäuger zu verarbeiten. Die Arbeiter in den Walfangstationen müssten räumlich sehr eng zusammenarbeiten.

Zuletzt waren im Jahr 2018 vor Islands Küste 145 Finnwale und sechs Zwergwale gefangen worden. Der Inselstaat gehört neben Norwegen und Japan zu den wenigen Ländern, die kommerziellen Walfang betreiben.

(vdv/afp/dpa)

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