Im EU-Parlament wurde jetzt darüber abgestimmt, ob Holz in Anbetracht der Klimakrise weiterhin als Biomasse gelten kann.
Im EU-Parlament wurde jetzt darüber abgestimmt, ob Holz in Anbetracht der Klimakrise weiterhin als Biomasse gelten kann.Bild: dpa / Julian Stratenschulte

EU-Parlament hält an Holz als Quelle erneuerbarer Energie fest

14.09.2022, 19:2314.09.2022, 19:24

Die aktuelle Woche ist entscheidend für unsere Wälder. Das Europäische Parlament hat über die Richtlinie für Erneuerbare Energien (RED III) abgestimmt. Dabei geht es Umweltschützern besonders um die Einstufung von Holz: Bisher wurde es als förderungswürdige erneuerbare Energie eingestuft und führt deshalb an vielen Orten zur Abholzung von Wäldern in großem Stil.

Besonders durch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Energiekrise droht sich auch in Europa der Raubbau an Wäldern zu verstärken. Um die Waldzerstörung zu stoppen und so auch die Vernichtung wichtigen Lebensraumes aufzuhalten, hatten Umweltschützer auf das Kippen oder zumindest eine deutliche Verschärfung der Einstufung von Holz als "nachhaltige" Biomasse gehofft.

Das Ergebnis reicht Umweltschützern nicht

Die Abgeordneten stimmten nun dafür, dass Biomasse etwa aus Holz weiterhin als erneuerbare Energiequelle gilt, allerdings wurde die Menge gedeckelt und staatliche Förderungen dafür sollen auslaufen. Umweltorganisationen und Wissenschaftler kritisieren, dass für das Verbrennen von Holz Wälder gerodet werden und viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entsteht, das sonst von den Bäumen gebunden würde.

Flexible Kriterien und niedrige Ziele

Umstritten war auch, wann Wasserstoff als "grün" gilt. Wasserstoff gilt als klimafreundlich, wenn er aus Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne oder Wind produziert wurde. Die Abgeordneten einigten sich auf flexiblere Kriterien für "grünen" Wasserstoff als es die Europäische Kommission tat. Es soll etwa auch Strom aus nicht erneuerbarer Stromerzeugung für die Produktion genutzt werden, wenn kein erneuerbarer verfügbar ist.

Separat stimmten die Parlamentarier über Energieeffizienz-Ziele ab. Der Energieverbrauch soll nach ihrem Willen bis Ende des Jahrzehnts um mindestens 14,5 Prozent gesenkt werden, statt wie bisher vorgesehen um 9 Prozent im Vergleich zu 2020. Auch hier wollen die Staaten bei dem niedrigeren Ziel bleiben.

Anteil erneuerbarer Energiequellen muss noch verhandelt werden

Das Europaparlament hat sich für ambitioniertere Ziele beim Ausbau von erneuerbaren Energien wie Wind-, Solar- oder Wasserkraft ausgesprochen. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für eine Gesetzesvorlage, die vorsieht, dass bis 2030 insgesamt 45 Prozent der Energie in der EU aus erneuerbaren Quellen kommen sollen, statt wie bisher vorgesehen 40 Prozent.

Die EU-Staaten hatten sich allerdings darauf geeinigt, das Ziel von 40 Prozent beizubehalten. Das Parlament und die EU-Staaten müssen nun über das Gesetz verhandeln, bevor es in Kraft treten kann.

(sp/dpa)

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