Aprilwetter: Die Kirschbäume in Berlin blühen zwar schon, gleichzeitig schneit es aber.
Aprilwetter: Die Kirschbäume in Berlin blühen zwar schon, gleichzeitig schneit es aber.Bild: www.imago-images.de / Ben Kriemann

Von Sonne zu Schnee binnen Minuten - Experte über den Wetterumschwung in Deutschland: "Dass solche Wetterwechsel durch den Klimawandel beschleunigt werden, würde ich nicht ausschließen"

07.04.2021, 17:1507.04.2021, 18:00

Seit Beginn der Woche gibt es klassisches Aprilwetter: Erst ist es stark bewölkt und es regnet, hagelt oder schneit, dann kommt plötzlich wieder die Sonne. Der Grund dafür ist laut Deutschem Wetterdienst zum einen ein Sturmtief über dem Norden Skandinaviens, zum anderen Hoch "Peggy" über dem Nordostatlantik. Dazwischen wird kalte Polarluft direkt aus den arktischen Regionen nach Mitteleuropa geführt.

Ob das wechselhafte Wetter der letzten Tage auch mit dem Klimawandel zusammenhängt, ist laut Philip Lorenz von der Abteilung Klima- und Umweltberatung des Deutschen Wetterdienstes schwer zu sagen. Gegenüber watson erklärt er: "Es gibt das alte Sprichwort: April, April, der macht, was er will. Das ist ein typischer Monat mit starken Wetterwechseln, das ist nichts Außergewöhnliches."

Alles möglich im April

"Es gibt Hinweise und Theorien, dass der Klimawandel die globale Zirkulation so beeinflusst, dass es zu stärkeren Extremen im Allgemeinen kommen kann. Dass solche Wetterwechsel dadurch beschleunigt werden, würde ich nicht ausschließen, aber das kann man noch nicht genau sagen", sagt Lorenz weiter.

Laut dem Deutschen Wetterdienst verabschiedet sich das kühle Aprilwetter mit Regen und Schneeschauern aber vorerst wieder. Am Donnerstag sollen im Norden und Osten noch einzelne Schneeschauer fallen, im Südwesten erreichen die Tageshöchsttemperaturen aber wieder den zweistelligen Bereich. Und am Wochenende zeigt sich dann im Süden und Südosten längere Zeit die Frühlingssonne.

"Die Aussichten zeigen, dass es nächste Woche wahrscheinlich wieder etwas wärmer wird", sagt auch Lorenz. Wie sich das Wetter dann im weiteren April entwickelt, sei aber schwer vorauszusagen. "Es kann durchaus im April schön warm werden, es kann aber auch nochmal eine Kältewelle kommen. Dass es in der zweiten Aprilhälfte nochmal schneit, halte ich zwar für eher unwahrscheinlich, aber auch das ist schon vorgekommen. Es ist noch alles drin."

Inzwischen sehnen sich viele Menschen schon nach dem Sommer, wie der aber wird, ist aktuell kaum absehbar. "Ziemlich sicher vorhersagen kann man das Wetter für die nächsten fünf Tage", sagt Lorenz. "Auch für einen Zeitraum von 2 Wochen kann man schon Vorhersagen treffen. Aber alles, was über zwei Wochen hinausgeht, ist Spekulation."

pas/kiru (mit Material von dpa)

Zehntausende Corona-Neuinfektionen pro Tag: Doch was wird aus dem Silvester-Feuerwerk in Hamburg, Köln, München und anderen Großstädten?

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht – das ist die Eilmeldung, die seit Wochen tagtäglich durch die Medien geht. Auch wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen, die die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut gemeldet haben, an diesem Donnerstag den dritten Tag in Folge gesunken sind, liegt die Inzidenz noch immer bei 439,2. Zum Vergleich: Am 22. Dezember 2020 lag sie bei 197,6, dem damaligen Höchststand. Damals hatten sich Politikerinnen und Politiker dazu entschieden, Silvesterfeuerwerke bundesweit abzusagen – um die Intensivstationen nicht zusätzlich mit Verletzten zu belasten.

Zur Story