Die Nasa hat den für Montag geplanten Start ihrer Artemis-Mondmission abgesagt.
Die Nasa hat den für Montag geplanten Start ihrer Artemis-Mondmission abgesagt.Bild: Chris O'meara/AP/dpa
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Nasa sagt Start der Artemis-Mondmission für Montag ab

Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.
29.08.2022, 08:1329.08.2022, 18:12

Nasa sagt Start der Artemis-Mondmission für Montag ab

Der Start der Artemis-Mondmission am Montag wurde kurzfristig abgesagt. Der Grund laut Nasa: technische Probleme an einem der Raketentriebwerke. Nächstmögliche Starttermine sind der kommende Freitag sowie Montag nächster Woche. Bevor jedoch ein neuer Termin festgelegt werde, müsse das Problem von den Nasa-Teams zunächst begutachtet werden.

Dass der ursprünglich für 12.33 Uhr (MESZ) geplante Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida möglicherweise nicht zu halten sein wird, zeichnete sich über den Tag immer stärker ab. Zunächst sorgten Blitzgefahr und ein mögliches Leck für Verzögerungen beim Betanken der Rakete. Die Nasa hoffte da allerdings noch, den Spielraum durch ein zweistündiges Startfenster ausnutzen zu können. Die technischen Probleme mit dem Raketenantrieb machten die Hoffnung nun endgültig zunichte.

Scholz will neues Luftverteidigungssystem für Europa

Bundeskanzler Olaf Scholz will gemeinsam mit europäischen Nachbarn ein neues Luftverteidigungssystem aufbauen. Ein solches System "wäre ein Sicherheitsgewinn für ganz Europa", sagte der SPD-Politiker am Montag in einer Rede an der Karls-Universität in Prag. Zudem wäre es kostengünstiger und leistungsfähiger, als wenn jeder seine eigene, teure und hochkomplexe Luftverteidigung aufbaue.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will gemeinsam mit europäischen Nachbarn ein neues Luftverteidigungssystem aufbauen.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will gemeinsam mit europäischen Nachbarn ein neues Luftverteidigungssystem aufbauen.Bild: dpa / Kay Nietfeld

Details nannte er zunächst nicht. Das Vorhaben gilt als Antwort auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der inzwischen mehr als ein halbes Jahr dauert.

Mehr Informationen zur Scholz-Rede findest du hier.

DFB stellt gemeinsame Trikots für WM der Männer und Frauen vor

Der Deutsche Fußball-Bund hat ein Heimtrikot für alle Nationalmannschaften vorgestellt, mit dem die Männer im Winter bei der Weltmeisterschaft in Katar und die Frauen bei der WM 2023 in Australien spielen werden. "Das ist ein cooles und starkes Zeichen", sagte Vize-Europameisterin Lina Magull vom FC Bayern München laut einer DFB-Mitteilung am Montag. "Dieses Trikot symbolisiert, dass wir alle für einen Fußball stehen, gemeinsam die gleichen Werte leben und ein Ziel haben."

Premiere feiert das weiße Trikot, das vom Sportartikelhersteller Adidas designt wurde und einen breiten schwarzen Streifen in der Mitte hat, im WM-Qualifikationsspiel der Frauen-Auswahl am Samstag in der Türkei. Der markante Streifen sei vom allerersten Deutschland-Trikot aus dem Jahr 1908 inspiriert, teilte der DFB mit.

Pakistan kämpft weiter gegen Überschwemmungen

Nach der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan kommt die internationale Hilfe langsam in Gang. Millionen von Menschen kämpften am Montag weiter gegen die Folgen der ungewöhnlich heftigen Monsun-Regen, denen seit Juni bereits über 1060 Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Behörden rechneten mit weiteren Toten, da hunderte Bergdörfer im Norden des Landes immer noch von der Außenwelt abgeschnitten waren. Premierminister Shebaz Sharif sprach am Montag von den schwersten Monsun-Regen seit 30 Jahren.

Von den Überschwemmungen betroffen sind nach Angaben der pakistanischen Behörden mehr als 33 Millionen Menschen und damit jeder siebte Einwohner des südasiatischen Landes. Fast eine Million Häuser wurden demnach zerstört oder schwer beschädigt, mehr als 80.000 Hektar Ackerland vernichtet. Über 3400 Kilometer Straßen und 157 Brücken wurden weggespült. Zudem drohte der Indus, Pakistans wichtigster Strom, über die Ufer zu treten.

Scholz führt in Regierungsflieger Maskenpflicht wieder ein

Auf den Flügen von Bundeskanzler Olaf Scholz gilt in Regierungsmaschinen wieder Maskenpflicht. Nach Kritik, weil bei einer Kanada-Reise das Tragen von Masken nur empfohlen war, verschärfte das Kanzleramt für die Tagesreise des Regierungschefs nach Prag am Montag die Corona-Regeln wieder. "Mit Blick auf die öffentliche Debatte der vergangenen Tage hat das Bundeskanzleramt beschlossen, neben einem aktuellen PCR-Test auch wieder das Tragen von Masken während des gesamten Fluges vorzuschreiben", teilte ein Regierungssprecher auf Anfrage mit.

Auf den Flügen von Bundeskanzler Olaf Scholz gilt in Regierungsmaschinen wieder Maskenpflicht.
Auf den Flügen von Bundeskanzler Olaf Scholz gilt in Regierungsmaschinen wieder Maskenpflicht.Bild: imago images/photothek

Auch die Test-Vorschriften wurden verschärft. Zusätzlich zu einem PCR-Test höchstens 24 Stunden vor Abflug mussten alle Passagiere vor dem Einchecken auch einen Schnelltest machen. Die Luftwaffe hatte im Juli die Corona-Regeln für die Regierungsmaschinen gelockert. Seitdem gilt keine grundsätzliche Maskenpflicht mehr, sondern nur noch eine Empfehlung. Bundespräsident, Kanzler oder Minister haben aber die Möglichkeit, zusätzliche Schutzmaßnahmen anzuordnen.

Ringen um Entlastungen – Entwurf aus der SPD-Fraktion

In der Diskussion über weitere Entlastungen für Bürger:innen und Unternehmen angesichts der hohen Energiepreise kommt ein erster formeller Forderungskatalog aus der SPD-Fraktion. Der Beschlussentwurf für eine Fraktionsklausur sieht unter anderem Direktzahlungen, eine Preisbremse für den Grundbedarf an Energie und ein bundesweites 49-Euro-Ticket vor.

Wegen der stark gestiegenen Preise von Energie und vielen Verbrauchsgütern waren bereits mehrere Entlastungsschritte beschlossen und teils bereits umgesetzt worden. Nun arbeitet die Bundesregierung an einem weiteren Paket. Am Dienstag und Mittwoch berät sie bei einer Kabinettsklausur im Gästehaus Schloss Meseberg nördlich von Berlin. Nach Angaben aus den Koalitionsparteien sollen neue Entlastungsschritte "zeitnah" (Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang) beziehungsweise "in wenigen Tagen" (SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert) vorgestellt werden.

Laut SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert sollen neue Entlastungsschritte "in wenigen Tagen" vorgestellt werden.
Laut SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert sollen neue Entlastungsschritte "in wenigen Tagen" vorgestellt werden.Bild: dpa / Kay Nietfeld

Befürchtet wird, dass es ohne Entlastungen bei einem Energiemangel im Winter zu gesellschaftlichen Verwerfungen kommen, der Rückhalt für die von Russland angegriffene Ukraine bröckeln und eine Unterwerfung unter die Interessen des russischen Präsidenten Wladimir Putin Befürworter:innen finden könnte.

Habeck sagt Änderung der Gasumlage zu – FDP will sofortige Korrektur

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat eine Änderung der geplanten Gasumlage zugesagt. Mit der Korrektur soll verhindert werden, dass von dieser Abgabe der Privathaushalte und Industrie auch Unternehmen profitieren, die dies wirtschaftlich nicht benötigen. "Deswegen muss man jetzt hart an dem Problem arbeiten. Und das tun wir auch", sagte der Grünen-Politiker am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". "Wir werden dieses Problem lösen." Die FDP fordert Korrekturen bis zur Regierungsklausur an diesem Dienstag.

Nach der Drosselung der Gaslieferungen durch Nord Stream 1 verschärft sich die Versorgungslage mit Gas.
Nach der Drosselung der Gaslieferungen durch Nord Stream 1 verschärft sich die Versorgungslage mit Gas.Bild: AP / Michael Probst

Die Umlage soll die wegen knapper russischer Gaslieferungen stark gestiegenen Kosten von Großimporteuren ausgleichen, um diese vor einer Pleite und das Energiesystem vor dem Kollaps zu bewahren. Alle Gaskunden sollen ab Oktober zusätzlich 2,4 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Kritisiert wird, dass auch Firmen profitieren könnten, denen es wirtschaftlich gut geht. Deshalb prüft die Bundesregierung nun Korrekturen. Dies gilt allerdings als juristisch kompliziert.

Robert Habeck möchte die geplante Gasumlage korrigieren.
Robert Habeck möchte die geplante Gasumlage korrigieren. Bild: dpa / Kay Nietfeld

EU will Einreise von Russ:innen erschweren

Die Europäische Union bereitet nach einem Bericht der "Financial Times" wegen des Kriegs in der Ukraine die Einschränkung von Einreisemöglichkeiten für russische Staatsbürger:innen vor. Der Zeitung zufolge wollen die EU-Außenminister bei einem informellen Treffen am Dienstag und Mittwoch in Prag beraten, ob eine Vereinbarung über die vereinfachte Erteilung von Visa aus dem Jahr 2007 ausgesetzt wird. Vor allem die baltischen Staaten und Polen drängen auf eine Einreisesperre. Deutschland und Österreich lehnen dies ab.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hielt ein Einreiseverbot in die EU für "keinen guten Vorschlag". Im Fernsehsender ORF warnte er davor, den Kontakt zur russischen Zivilbevölkerung vollständig zu kappen.

  • Hier erfährst du alle wichtigen Nachrichten zum Krieg in der Ukraine.
  • Gestern die News verpasst? Hier gibt's den schnellen Überblick vom 28. August 2022.

(lc/ast/mit Material der dpa und afp)

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Justizchef will hart gegen Proteste im Iran durchgreifen ++ Bund will russischen Deserteuren Schutz bieten
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Im Iran gehen in Dutzenden Städten Menschen auf die Straßen, um gegen den Tod der 22 Jahre alten Mahsa Amini zu demonstrieren. Die Unruhen erreichen nun ein neues Ausmaß. Irans Justizchef hat ein hartes Durchgreifen der Sicherheitskräfte bei den landesweiten Protesten angeordnet. Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi habe die Justiz und Polizei in allen Landesteilen angewiesen, keine Kompromisse im Umgang mit "professionellen Krawallmachern" und Anführern der Unruhen einzugehen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Donnerstagabend.

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