In vielen Ländern Afrikas ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen besonders hoch.
In vielen Ländern Afrikas ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen besonders hoch. Bild: imago / thomasximox
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Arbeitslosigkeit junger Menschen sinkt weltweit ++ Scholz kündigt weitere Entlastungen an

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11.08.2022, 11:5311.08.2022, 15:20

Arbeitslosigkeit junger Menschen weltweit geht leicht zurück

Die Arbeitslosigkeit junger Menschen weltweit dürfte nach Einschätzung der UNO in diesem Jahr zurückgehen – sie liegt aber immer noch über dem Vorkrisenniveau. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass die Zahl in diesem Jahr weltweit 73 Millionen Menschen betragen wird, das sind zwei Millionen weniger als 2021, wie die UN-Sonderorganisation am Donnerstag in Genf mitteilte. Es sind aber noch immer sechs Millionen mehr als 2019 vor der Corona-Krise.

In die Kategorie der jungen Menschen zählt die ILO 15- bis 24-Jährige. Die Aufnahme von Jobs in diesem Alter hänge weltweit im Vergleich zum Wiedereinstieg in den Beruf bei den Erwachsenen hinterher, erklärte die Organisation. Schon während der Pandemie war demnach zu beobachten, dass die jungen Menschen häufiger ihre Arbeit verloren als Ältere.

Wenig überraschend zeichneten sich erneut deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie zwischen den Ländern und Regionen weltweit ab. So schätzt die ILO, dass in diesem Jahr 27,4 Prozent der jungen Frauen, aber 40,3 Prozent der jungen Männer einen Job haben. Dieser große Unterschied sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten kaum kleiner geworden, beklagte die UN-Organisation.

Scholz kündigt weitere Entlastungen für Bürger an

Bundeskanzler Olaf Scholz hat weitere Entlastungen der Bürger angesichts der hohen Inflation angekündigt. Man werde über die schon beschlossenen Pakete hinaus weitere Maßnahmen ergreifen müssen, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in der Bundespressekonferenz in Berlin. "Dazu ist die Regierung auch fest entschlossen." Scholz betonte: "Wir werden alles dafür tun, dass die Bürgerinnen und Bürger durch diese schwierige Zeit kommen." Dabei gehe es ihm um diejenigen, "die ganz wenig haben". Deshalb werde die Regierung beim Wohngeld etwas machen und das Bürgergeld einführen.

Scholz stellte sich in Berlin den Fragen der Hauptstadtpresse.
Scholz stellte sich in Berlin den Fragen der Hauptstadtpresse.bild: imago / epd

Zu einem Gesamtpaket werden laut Scholz auch steuerliche Entlastungen gehören. "Der Finanzminister hat seinen Beitrag zu den notwendigen Überlegungen dazu gestern vorgestellt. Ich finde das sehr, sehr hilfreich, weil wir ja ein Gesamtpaket schnüren müssen, das alle Bevölkerungsgruppen umfasst." Dieses Gesamtpaket werde die Regierung vorlegen, "damit niemand allein gelassen wird, niemand vor unlösbare Probleme gestellt wird und keiner die Herausforderungen, die mit den gestiegenen Preisen verbunden sind, allein schultern muss."

EU darf ab sofort keine russische Kohle mehr kaufen

Die EU-Staaten dürfen ab sofort keine Kohle mehr aus Russland importieren. Um Mitternacht von Mittwoch auf Donnerstag endete die Übergangsperiode für das Kohleembargo gegen Russland, das die EU-Staaten als Teil des fünften Sanktionspakets im April beschlossen hatten. Damit sich die Industrie auf das Einfuhrverbot einstellen konnte, hatten sich die Länder damals auf eine Übergangsfrist von 120 Tagen geeinigt.

Ziel des Importstopps ist es, die russische Wirtschaft vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine weiter zu schwächen. Mit dem Kohleembargo sanktionierte die EU erstmals Energielieferungen aus Russland. Ende des Jahres wollen die Mitgliedsstaaten russische Öllieferungen weitgehend sanktionieren.

Nach Angaben der EU-Kommission im April könnte das Kohleembargo ein Minus von rund acht Milliarden Euro pro Jahr für Russland bedeuten. Der Verein der Kohlenimporteure (VdKi) rechnet trotz des Importverbots nicht mit Lieferengpässen in Europa, da Kohle auf dem Weltmarkt verfügbar sei. Hauptlieferländer seien jetzt die USA, Südafrika, Australien, Indonesien und Kolumbien.

Disney holt mit Streaming-Diensten Netflix ein

Der Unterhaltungsriese Walt Disney hat im jüngsten Geschäftsquartal rasantes Wachstum mit seinen Streaming-Diensten verzeichnet. Die On-Demand-Services Disney+, Hulu und ESPN+ brachten es Ende Juni zusammen auf insgesamt rund 221 Millionen Abos, wie der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit hat Disney zum bisherigen Streaming-Marktführer Netflix aufgeschlossen, der zuletzt Kunden verlor und das vergangene Vierteljahr ebenfalls mit rund 221 Millionen Nutzerkonten beendete. Disney+ nutzen nach Konzernangaben 152 Millionen Menschen.

Disney+ ist Ende 2019 gestartet und hat seitdem ein rasantes Wachstum verzeichnet.
Disney+ ist Ende 2019 gestartet und hat seitdem ein rasantes Wachstum verzeichnet.Bild: dpa / Silas Stein

Die starke Nachfrage nach den Streaming-Diensten nutzte Disney sogleich, um kräftige Preiserhöhungen einzuleiten. So soll der Preis für das werbefreie Standardabo bei Disney+ für Kunden in den USA am 8. Dezember um 3 Dollar auf 10,99 Dollar pro Monat steigen. Dafür will Disney aber – wie auch Netflix – eine günstigere Variante mit Werbepausen einführen. Dieses Angebot soll monatlich 7,99 Dollar kosten – so viel wie bislang das werbefreie Abo. Wie Disney die Preise in Deutschland in Zukunft gestalten wird, ist noch unklar.

(nik/ mit Material von dpa und afp)

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