Zu Ehren des attackierten Mannes haben Menschen auf dem Hafenplatz eine Fahne ausgelegt, die mit bemalten Steinen beschwert ist.
Zu Ehren des attackierten Mannes haben Menschen auf dem Hafenplatz eine Fahne ausgelegt, die mit bemalten Steinen beschwert ist.Bild: David Inderlied/dpa
Top-News kompakt

Nach Tod eines 25-Jährigen bei CSD – Tatverdächtiger in U-Haft

Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.
03.09.2022, 08:3403.09.2022, 15:50

Tödlicher Angriff bei CSD – Tatverdächtiger in U-Haft

Nach der tödlichen Attacke auf einen 25-Jährigen bei einer Christopher-Street-Day-Versammlung in Münster muss der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Der Haftrichter verhängte am Samstag U-Haft gegen den 20-Jährigen wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Verdächtige war nach der Tat vor einer Woche geflüchtet und am Freitag festgenommen worden. Er habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, hieß es.

Der 20-Jährige soll bei der CSD-Versammlung am 27. August mehrere Frauen unter anderem mit den Worten "lesbische Hure" beschimpft haben und drohend auf sie zugegangen sein. Der 25-Jährige habe ihn gebeten, die Beleidigungen zu unterlassen. Doch der Täter schlug den Ermittlungen zufolge unvermittelt mindestens einmal mit der Faust auf den 25-Jährigen ein. Dieser sei zu Boden gegangen und mit dem Kopf auf dem Asphalt aufgeschlagen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, später ins künstliche Koma versetzt und starb am Freitagmorgen. Die Leiche sollte am Montag obduziert werden.

Williams nimmt emotional Abschied

Im wohl letzten Spiel der Karriere zeigt Serena Williams großes Kämpferherz, doch der Traum vom Rekord-Triumph ist geplatzt. Eine kleine Hintertür für eine Rückkehr lässt sich der Tennisstar nach dem Aus bei den US Open offen.

Mehr Infos findest du hier.

Melnyks Nachfolger soll nun feststehen

Die Ukraine hat nun offiziell den Nachfolger des derzeitigen Botschafters in Deutschland, Andrij Melnyk, benannt. Die Regierung in Kiew habe ein sogenanntes Agrémentersuchen für Olexij Makejew gestellt, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Samstag auf Anfrage mit. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe dieses Agrément – also die Zustimmung des Gastlandes für eine diplomatische Tätigkeit – bereits erteilt. Zuerst hatte die "Welt am Sonntag" berichtet. Das Agrément ist einer von mehreren Schritten bis zur endgültigen Akkreditierung eines Botschafters.

Der Nachfolger des ehemaligen ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk steht nun fest.
Der Nachfolger des ehemaligen ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk steht nun fest.Bild: IMAGO/Stefan Zeitz

Dass Makejew Botschafter werden soll, war seit längerem im Gespräch. Er war viele Jahre als politischer Direktor im Außenministerium in Kiew tätig. Eine offizielle Bestätigung für seine Ernennung lag bislang nicht vor.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den amtierenden Botschafter Melnyk Mitte Juli von seinem Posten abberufen. Geplant ist, dass Melnyk am 14. Oktober Deutschland verlässt und einen Posten im ukrainischen Außenministerium annimmt.

Letzte Ehre bei Trauerfeier für Gorbatschow

Zum Zeichen der Trauer um den russischen Friedensnobelpreisträger und früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow sind in Berlin Flaggen auf halbmast gesetzt worden. Vor dem Kanzleramt hingen am Samstag, dem Tag von Trauerfeier und Beerdigung in Moskau, Bundesflagge und Europafahne in Trauerbeflaggung.

Auch der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat dem verstorbenen ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow am Samstag die letzte Ehre erwiesen. Anders als der amtierende Präsident Wladimir Putin kam der heutige Vizechef des Sicherheitsrats zu der Trauerfeier in Moskau, wie russische Nachrichtenagenturen meldeten. Medwedew legte im Haus der Gewerkschaften unweit des Kremls Blumen am Sarg nieder.

Gorbatschow wurde die letzte Ehre erwiesen.
Gorbatschow wurde die letzte Ehre erwiesen.Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Der Friedensnobelpreisträger war am Dienstag im Alter von 91 Jahren in Moskau gestorben. Ein Staatsbegräbnis gibt es nicht. Putin hatte bereits am Donnerstag am Sarg Gorbatschows Abschied genommen und dort rote Rosen abgelegt. Kremlsprecher Dmitri Peskow verwies auf einen eng getakteten Zeitplan Putins für einer geplanten Reise in den äußersten Osten Russlands.

Nord Stream 1: Siemens Energy widerspricht Gazprom-Begründung

Seit Freitagabend ist klar: Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wird von diesem Samstag an anders als angekündigt weiter kein Gas fließen. Das teilte der Staatskonzern Gazprom am Freitagabend bei Telegram mit. Grund sei ein Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja. Bis zur Beseitigung bleibe der Gasdurchfluss gestoppt.

Gazprom zufolge ist das Leck in der Kompressorstation bei den gemeinsam mit Experten von Siemens Energy erledigten Wartungsarbeiten festgestellt worden. Das ausgetretene Öl sei an mehreren Stellen gefunden worden. Es sei nicht möglich, den sicheren Betrieb der letzten dort noch verbliebenen Gasturbine zu garantieren. Ein Brief über die Beanstandungen am Aggregat Trent 60 mit der Nummer 24 und über die notwendigen Reparaturen sei an den Chef von Siemens Energy, Christian Bruch, gegangen.

Werden die verzögerten Lieferungen durch Nord Stream 1 von Russland als Druckmittel eingesetzt?
Werden die verzögerten Lieferungen durch Nord Stream 1 von Russland als Druckmittel eingesetzt?Bild: dpa / Stefan Sauer

Siemens Energy teilte auf Anfrage mit, dass man die jüngsten Meldungen zur Kenntnis genommen habe. "Als Hersteller der Turbinen können wir lediglich feststellen, dass ein derartiger Befund keinen technischen Grund für eine Einstellung des Betriebs darstellt." Solche Leckagen beeinträchtigten im Normalfall den Betrieb einer Turbine nicht und könnten vor Ort abgedichtet werden – das sei ein Routinevorgang im Rahmen von Wartungsarbeiten. Auch in der Vergangenheit sei es durch das Auftreten dieser Art von Leckagen nicht zu einem Stillstand des Betriebs gekommen.

Siemens Energy sei aktuell nicht mit Wartungsarbeiten beauftragt, stehe aber bereit, hieß es weiter. In der Verdichterstation Portowaja stünden außerdem genug weitere Turbinen für einen Betrieb von Nord Stream 1 bereit.

Herbig: Würde Winnetou-Filme heut nicht mehr so drehen

Comedian, Schauspieler und Regisseur Michael Herbig (54) würde die Karl-May-Verfilmungsparodie "Der Schuh des Manitu" so heute nicht mehr machen. "Den Film hab ich vor 22 Jahren gemacht und es war eine Parodie auf Filme, die vor 60 Jahren im Kino waren", erläuterte der oft auch "Bully" Herbig genannte Komiker in der am Freitagabend ausgestrahlten Radio-Bremen-Talkshow "3 nach 9" im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo. Das habe damals mit Leidenschaft, Spielfreude und der Verwirklichung von Träumen zu tun gehabt.

Bully Herbig würde heute nicht mehr gleich handeln wie damals.
Bully Herbig würde heute nicht mehr gleich handeln wie damals.Bild: IMAGO / SKATA

Heute würde er das nicht mehr so machen, sagte Herbig. Warum? "Die Comedy-Polizei ist so streng geworden." Das nehme ein bisschen die Unschuld und Freiheit, meinte der Comedian, der als Regisseur Ende September den Film "Tausend Zeilen" mit Elyas M'Barek und Jonas Nay ins Kino bringt, eine filmische Annäherung an den Skandal um den "Spiegel"-Reporter Claas Relotius, der hier Lars Bogenius heißt.

Herbig sagte, er finde es durchaus richtig, dass man über gewisse Dinge nicht mehr so spreche wie vor 20 Jahren. Es gebe viele laute Stimmen heutzutage und alle seien "mit der Gesamtsituation unzufrieden", er habe darauf für sich noch keine Antwort, sagte Herbig etwas ratlos. Gefragt worden war er nach der derzeit tobenden Debatte über kulturelle Aneignung und Rassismus.

Koalitionsausschuss berät über Entlastungen

Die Energiepreise sind schon explodiert, nun dreht Gazprom die Nord-Stream-1-Leitung vorerst auch noch ganz zu. Die Koalition will mit weiteren Entlastungen gegensteuern. Nach wochenlanger Diskussion über weitere Entlastungen wegen der steigenden Energiepreise wollen die Führungsleute der Ampel-Koalition an diesem Samstag konkrete Schritte vereinbaren.

Worüber genau beraten wird und welche Entlastungen wahrscheinlich sind, liest du hier.

Tausende bei Kundgebung nach Angriff auf Argentiniens Vizepräsidentin

Einen Tag nach dem Anschlagsversuch auf die argentinische Vizepräsidentin Cristina Kirchner sind Tausende ihrer Anhänger aus Solidarität mit der früheren Staatschefin auf die Straße gegangen. Mitglieder linker Parteien, Gewerkschaften und sozialer Bewegungen kamen am Freitag (Ortszeit) zu der Kundgebung auf der Plaza de Mayo vor dem Regierungssitz in Buenos Aires zusammen. Zuvor hatte Präsident Alberto Fernández die Vizepräsidentin zu Hause besucht.

Cristina Kirchner erfährt nach dem Attentat viel Solidarität.
Cristina Kirchner erfährt nach dem Attentat viel Solidarität.Bild: IMAGO / Pacific Press Agency

Am Vorabend war die ehemalige Staatschefin nach Regierungsangaben nur knapp einem Attentat entgangen. Als Kirchner vor ihrer Wohnung im eleganten Stadtteil Recoleta in Buenos Aires ihre Anhänger begrüßte, richtete ein Mann aus kürzester Entfernung eine Waffe auf sie. Zeugenaussagen zufolge drückte er mindestens einmal ab, löste aber keinen Schuss aus. Daraufhin wurde er von Kirchners Anhängern niedergerungen und von der Polizei festgenommen. Präsident Alberto Fernández sprach vom schwerwiegendsten politischen Vorfall seit dem Ende der Militärdiktatur (1976-1983) in Argentinien.

(ast)

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Tod junger Iranerin wird Thema im UN-Menschenrechtsrat
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Deutschland will den Fall der im iranischen Polizeigewahrsam gestorbenen 22 Jahre alten Mahsa Amini vor den UN-Menschenrechtsrat bringen. Das kündigte Außenministerin Annalena Baerbock am Donnerstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York an. Wenn Frauen nicht sicher seien, dann sei keine Gesellschaft auf dieser Welt sicher, sagte die Grünen-Politikerin. "Deswegen ist der brutale Angriff auf die mutigen Frauen im Iran eben auch ein Angriff auf die Menschheit." Der Fall Amini sei ein Bruch mit Frauenrechten und damit eine Verletzung von Menschenrechten durch den Iran.

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