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Basketball-Star Kobe Bryant verunglückte bei einem Helikopter-Absturz tödlich. Auch seine 13-jährige Tochter ist unter den Opfern. Bild: picture alliance / Sven Simon

NBA-Legende Kobe Bryant stirbt bei Helikopter-Absturz

Die Welt trauert um NBA-Star Kobe Bryant. Der US-Amerikaner gehört zu den Allergrößten der Basketball-Geschichte. Am Sonntag kam er bei einem Unglück in Kalifornien ums Leben.

Der ehemalige Basketball-Superstar Kobe Bryant ist am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien tödlich verunglückt. Mehrere nordamerikanische Medien, darunter das Sportportal ESPN, bestätigten den Absturz des Helikopters. Los Angeles Country Sheriff Alex Villanueva gab in einer Pressekonferenz bekannt, dass insgesamt neun Insassen in Calabasas nahe Los Angeles zu Tode gekommen waren. Erst war von fünf Opfern die Rede.

Nach offiziellen Angaben war auch Kobe Bryants 13-jährige Tochter Gianna Maria Onore mit an Bord. Sie kam ebenfalls bei dem Unglück ums Leben. Das Portal "TMZ" hatte auch als erstes über den Tod des 41-jährigen ehemaligen Topstars der Los Angeles Lakers berichtet. Die Feuerwehr teilte mit, dass es an Bord keinen Überlebenden gegeben habe.

Die Polizei veröffentlichte Bilder von der Unfallstelle in den Bergen bei Twitter. Dichter Nebel ist zu sehen. Von einer schlechten Sicht ist auszugehen. Die offizielle Absturzursache ist jedoch noch nicht bekannt.

Ein Sprecher der Polizei sagte: "Die Wetterbedingungen haben nicht den Minimum-Standard erfüllt, um zu fliegen." Auch die Hubschrauber der Polizei seien nicht gestartet. Ein Flugverbot gab es aber nicht.

Helikopter hatte Sondergenehmigung zum Fliegen trotz eigentlich zu schlechten Wetters

Im Gegenteil. Wie mehrere Medien nun berichten, hatte der Helikopter eine Sondergenehmigung zum Fliegen erhalten, obwohl die Wetterbedingungen schlechter waren als üblich.

Laut Audioaufzeichnungen zwischen dem Hubschrauberpiloten und der Flugsicherung am Flughafen Burbank erhielt der Hubschrauber demnach die sogenannte Sondergenehmigung für Sichtflugregeln. Diese erlaubte es dem Piloten und seinen Passagieren, trotz eigentlich zu starkem Nebel zu fliegen.

Diese Entscheidung dürfte nun im Zentrum der Untersuchung der Absturzursache stehen. Auch um mögliche mechanische Probleme könnte es gehen, wie die "LA Times" am Montag unter Berufung auf nicht genannte Experten berichtete.

Warnung an den Piloten von Kobe Bryant: "Ihr fliegt zu tief"

Das Portal "Page Six", "TMZ" und die britische "Sun" berichten von einem Funkspruch des zuständigen Towers. Demnach sei der Pilot des Hubschraubers, eine Sikorsky S-76B, Baujahr 1991, gewarnt worden: "Ihr fliegt weiterhin zu tief." Dieser Funkspruch muss laut der britischen "Sun" nicht bedeuten, dass die Flughöhe an sich problematisch war. Doch offenbar konnten die Lotsen den Piloten nicht führen, weil er unter dem Radar flog.

Die Unglücksstelle:

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Bild: imago images / Agencia EFE

Die Route des Helikopters vor dem Absturz

Trackingdaten zeigen laut "TMZ", dass Bryants Hubschrauber zunächst sechs Mal auf Höhe des Zoos von Los Angeles in sehr niedriger Höhe gekreist sei, offenbar wegen der schlechten Sicht.

Hier stürzte der Hubschrauber ab:

Kurz vor dem Unglück folgte der Hubschrauber dann dem Freeway 118 in nördlicher Richtung, bevor er im Gebiet der Gemeinde Woodland Hills nach Westen abdrehte und dem Freeway 101 folgte. Während sich die Wetter- und Sichtverhältnisse weiter verschlechterten, wendete der Helikopter südwärts. Innerhalb kürzester Zeit sei er von einer Flughöhe von rund 360 Meter auf 600 Meter aufgestiegen, berichtet "TMZ". Nur wenige Augenblicke später jedoch ist er auf knapp 520 Metern bei einer Geschwindigkeit von knapp 300 Stundenkilometern in hügeligem Gelände in Calabasas, 30 Kilometer westlich von Los Angeles, abgestürzt.

Der erste Notruf ging nach Angaben des Los Angeles Country Sheriff's Department um 10.01 Uhr (Ortszeit, 19.01 Uhr deutscher Zeit) ein. Biker, die in den Bergen radfuhren, berichteten von dem Absturz. Weil der Helikopter danach sofort Feuer fing, konnten die Rettungskräfte nur unter erschwerten Bedingungen zu dem Unfallort vordringen, berichtete die "Los Angeles Times".

Alex Villanueva, chief of sheriffs of Los Angeles County, speaks about the crashed helicopter where former basketball player Kobe Bryant, his 13-year-old daughter and 7 others, including the pilot, died in Calabasas hills, California, United States, 26 January 2020. Kobe Bryant, one of his daughters and seven other people die in helicopter crash ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xIvnxMejax AME5724 96445866st

Chief-Sheriff Alex Villanueva gibt Details über den Unfall bekannt. Bild: imago images / Agencia EFE

Noch wird ermittelt. Moderator und Helikopterpilot Marcel Wagner zog im Gespräch mit dem Sender Ntv bereits ein erstes Fazit: "Vieles spricht, auch wenn die Untersuchung abgewartet werden muss, für einen wetterbedingten Absturz, also einen Pilotenfehler."

Bryant war offenbar auf dem Weg zu einem Turnier

Kobe Bryant ist in der Vergangenheit oft mit seinem eigenen Hubschrauber geflogen. Beispielsweise zu offiziellen Spielen, aber auch zum Training. Diesmal soll er mit seiner Tochter auf dem Weg zu seiner Mamba Sports Academy möglicherweise zu einem Basketball-Spiel gewesen sein, an dem seine Tochter teilnehmen sollte. Bryant selbst sollte als Trainer fungieren. Es handelte sich dabei womöglich um ein Turnier.

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Gianna und Kobe Bryant bei einem Basketballspiel im Dezember. Bild: imago images / ZUMA Press

Hier die Bilder vom Unfallort:

Kobe Bryant: Eine beispiellose Karriere

Bryant, bekannt als "Black Mamba", war einer der erfolgreichsten und bedeutendsten Profis der Basketball-Geschichte. "Kobe bedeutet so viel für die Liga, für den Basketball weltweit", schwärmte auch die deutsche Legende Dirk Nowitzki, als Bryant seine Karriere im April 2016 nach 20 Jahren in der NBA beendete. "Er war der Michael Jordan unserer Generation."

Fünf Titel holte Bryant mit seinen Lakers, wurde 15-mal ins beste Team der NBA gewählt - keinem gelang dies häufiger. 81 Punkte erzielte der knapp zwei Meter große Shooting Guard einmal in einer Partie 2006. Seine 33.643 Zähler in regulären Saisonspielen werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen – letzterer zog erst am Samstag (Ortszeit) an Bryant auf Platz drei der Bestenliste vorbei. Dazu hatte sich Bryant noch bei Twitter zu Wort gemeldet und James seinen Respekt gezollt.

Hier sein letzter Tweet:

Auch wenn Bryant gegen Ende seiner Laufbahn nicht mehr an seine Glanzzeiten anknüpfen konnte und mit LA immer wieder die Playoffs verpasste, gelang ihm doch ein hollywoodreifes Ende. Im Alter von 37 trumpfte er in seinem letzten Spiel noch einmal mit 60 Punkten auf und ließ sich im goldenen Konfettiregen von Stars wie Lakers-Edelfan Jack Nicholson, Jay-Z und David Beckham feiern. "Wie viele Kinder können sagen, dass sie für ihr Lieblingsteam spielen und ihre ganze Karriere dort verbringen durften", schwärmte Bryant anschließend. "Du kannst diese Story nicht besser schreiben." Bryant hinterlässt seine Ehefrau und drei weitere Töchter.

Bestürzte Reaktionen auf Kobes Tod weltweit:

"Die meisten Menschen werden Kobe als großartigen Athleten erinnern, der eine ganze Generation an Basketballspielern inspiriert hat. Aber ich werde ihn immer als Mann erinnern, der viel mehr war als ein Athlet." (Kareem Abdul-Jabbar, Legende der Los Angeles Lakers)

"Ich bin mehr als am Boden zerstört. Mein großer Bruder. Ich kann es nicht, ich kann es einfach nicht glauben" (Bryants ehemaliger Teamkollege Pau Gasol)

"Unwirklich. Kobe tot mit 41. Gebete gehen an die Familien aller fünf Opfer." (Der frühere deutsche NBA-Profi Detlef Schrempf)

"Wir sind fassungslos und am Boden zerstört von der Nachricht des plötzlichen Tods von Kobe Bryant. Wörter können nicht seinen Einfluss auf unsere Spieler, die NBA und das Basketball-Spiel ausdrücken. Das ist ein monumentaler Verlust für die Basketball-Gemeinde und unsere Herzen sind einfach nur gebrochen. Wir schicken Liebe und Gebete an seine Frau Vanessa und die ganze Familie." (Die NBA-Spielergewerkschaft NBPA in einem Statement)

"Mann, ich weiß nicht mal, wo ich anfangen soll. Ich habe angefangen, (Basket-)Ball zu spielen wegen KOBE, nachdem ich die Finals 2010 gesehen habe. Ich hatte vorher niemals Basketball geschaut und die Finals waren der Wendepunkt meines Lebens. ICH WOLLTE WIE KOBE SEIN. Ich bin VERDAMMT TRAURIG jetzt gerade!!!! RIP LEGENDE" (Der heutige NBA-Profi Joel Embiid)

"Niedergeschmettert, die Nachricht vom Tod meines Freundes @kobebryant zu hören. Gebete gehen an seine Frau Vanessa und seine Kinder und die @Lakers Familie." (Der frühere NBA-Profi Dennis Rodman)

"Wir vermissen dich jetzt schon Kobe." (Star-Quarterback Tom Brady)

"Es kann nicht sein." (Rap-Superstar Drake bei Instagram)

"Mein Herz ist gebrochen. Ich sende meine Gebete an Vanessa und die Kinder." (Rap-Superstar Snoop Dogg bei Instagram)

"Die europäische Fußball-Gemeinde ist vereint in der Trauer über den plötzlichen und tragischen Verlust von Kobe Bryant. Eine wahre Sportlegende, Kobes Erfolge gehen über den Basketball hinaus, inspirierten alle Athleten, auf und neben dem Feld. RIP" (Die Europäische Fußball-Union UEFA)

"Oh nein. Wie schrecklich. Einer der größten Sportsmänner unseres Lebens. Absolut tragisch. #rip (Die englische Fußball-Legende Gary Lineker)

"Das sind schreckliche Nachrichten!" (US-Präsident Donald Trump)

"Real Madrid ist tief betrübt über den Tod von Kobe Bryant, einer Legende des Basketballs und weltweiten Sports." (Mitteilung von Real Madrid)

"Eine Sportlegende verlässt uns. #RIPKobe" (Borussia Dortmund bei Twitter)

"Ruhe in Frieden, Kobe #Bryant! Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, Freunden und Angehörigen. #RIPKobe" (Die Fußball-Nationalmannschaft bei Twitter)

"Mein Herz liegt in Stücken, seit ich von dieser unvorstellbaren Tragödie gehört habe. Ich kann mir nicht vorstellen, was die Familien jetzt durchmachen. Kobe hat mir - und uns allen - so viel bedeutet." (Musik-Superstar Taylor Swift)

"RIP Kobe, Held von vielen wie meinem Enkel, außerordentlicher Athlet, der immer nett zu mir & meiner Familie war. Mein tiefstes Beileid seiner Familie." (Schauspielerin Whoopi Goldberg)

(om/kiru/dpa/afp)

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Zu Ehren von Bryant: NBA-Allstar-Game im "Kobe-Modus"

Der Tod der Basketball-Ikone Kobe Bryant wird auch Mitte Februar (17.2., 2 Uhr MEZ) beim Allstar-Game der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA in Chicago ein dominierendes Thema sein.

Bryant zu Ehren wird das Format des Spiels modifiziert. Nach drei Vierteln folgt nicht wie üblich ein viertes. Stattdessen werden zum Punktestand des führenden Teams 24 Punkte hinzugezählt und das Team, das diese Punktemarke zuerst erreicht hat, gewinnt.

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