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Beim Länderspiel zwischen Deutschland und Serbien in Wolfsburg machte Journalist André Voigt die rassistischen Ausfälle von drei Fans öffentlich. imago/facebook

"DFB hat sich bei mir gemeldet" – Fan spricht über sein Rassismus-Video vom Länderspiel

André "Dre" Voigts ist der wohl bekannteste Basketball-Journalist Deutschlands. 2003 gründete er das deutsche Basketball-Magazin Five. Seine Stimme kennen NBA-Fans von Übertragungen der amerikanischen Basketball-Liga beim Sportstreamingdienst DAZN. Dort ist er regelmäßig spät abends oder nachts als fachkundiger Experte zu hören.

Letzte Nacht gab es wieder was von Voigt zu hören, doch dieses mal nicht zum Thema Basketball.

Voigt ist gebürtiger Wolfsburger, VfL-Fan und war gestern beim Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft gegen Serbien (1:1) mit seiner Familie im Stadion.

Nach dem Spiel ging er auf Facebook live und erzählte von drei Fans, die hinter ihm saßen: Sie beleidigten die Spieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan rassistisch und wünschten sich unter anderem einen "kleinen Österreicher" in Deutschland.

Seht hier das emotionale Video:

watson sprach mit dem Journalisten über die Beweggründe der drei Männer und die Reaktionen des DFB.

watson.de: Hast du das Gefühl, dass die drei Männer sich das Spiel gezielt ausgesucht haben, um Stimmung zu machen?
André Voigt: Die drei haben von Anfang an rumgepöbelt gegen Wolfsburg und die Stimmung im Stadion. In der zweiten Halbzeit ging es in eine andere Richtung. Zuerst ging es um Sanés Jacke, über die sich ja viele lustig gemacht haben. Dann fielen Begriffe wie 'N***r' und 'B***o'. Als ich dann was gesagt habe, wurde ich gefragt, wie man ihn sonst nennen solle, das wären ja keine Schimpfwörter. In der Situation war ich auch nicht so souverän, wie ich es gerne wollte.

Aber bei den Beleidigungen gegen Sané blieb es nicht?
Nein, mein Kontra hat sie erst getriggert. Sie haben dann für sich alleine rumschwadroniert. Es hieß dann, Frauen würden vergewaltigt werden und die AfD wäre die einzige Partei, die die Deutschen vertreten würde. Ich war in ihren Augen dann der Antifa-Typ, der Autos anzündet. Dann fiel auch 'Heil Hitler' und es brauche wieder einen 'Kleinen Österreicher in Deutschland'. Das war lautstark und bei der leisen Stimmung gestern Abend im Block gut zu hören. Statt, dass irgendwer was dagegen sagt, hat eine Frau ihnen beigepflichtet, dass in Deutschland einiges schief laufen würde.

Hat sich im ganzen Block wirklich niemand dagegen geäußert?
Das einzige, was als Gegenreaktion kam, war so etwas wie "Jetzt halt mal die Schnauze." Aber auch nur, weil die drei 90 Minuten durchgelabert haben. Aber gegen das Inhaltliche wurde nichts gesagt. Im Block waren viele ältere Menschen. Meine Frau hat sich nach dem Spiel mit einer Frau unterhalten, die sich sehr über die Typen aufregte. Wahrscheinlich haben sich viele geärgert, aber keiner hatte Lust auf den Trouble.

Bild

Die beiden Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan beim Aufwärmen. Bild: www.imago-images.de

Du bist sehr emotional geworden in deiner Ansprache. Lag das daran, dass niemand was gesagt hat?
Das war mein großes Problem. Als ich nach Hause gefahren bin und den Abend reflektiert habe, hat mich das wütend gemacht. Ich war ja nicht den Tränen nahe, und habe deswegen das Video gemacht, das ist einfach so passiert. Ich musste mich spät nachts mitteilen, weil keiner mehr da war. Vielleicht war das nicht besonders klug, aber ich musste es loswerden.

"Das waren Jungs, die sich einen schönen Abend machen wollten, nur eben mit anderen Intentionen als wir."

Was für Typen waren die Männer? Muss man ein Bild von abgehängten Wutbürgern im Kopf haben?
Absolut nicht. Sie haben ja viel miteinander gequatscht. Daraus konnte ich entnehmen, dass sie in Lohn und Brot standen und Arbeitskollegen waren. Sie waren um die 30, und abgehängt waren sie auf keinen Fall, wenn sie sich 80 Euro für die Karte leisten können. Das waren Jungs, die sich einen schönen Abend machen wollten, nur eben mit anderen Intentionen als wir.

Wie waren die Reaktionen bisher?
Der DFB hat sich bei mir gemeldet, mit der Bitte, zu sagen, wo die drei saßen, damit der Vorfall nachverfolgt werden kann. Ansonsten waren die Reaktionen sehr unterstützend. Vielleicht werden eine Menge Leute enttäuscht sein, weil ich normalerweise über Basketball spreche, und ich mich jetzt so politisch äußere. Wahrscheinlich kommt bald der Hass von entsprechenden Leuten, aber damit werde ich leben.

Das hat nicht lange gedauert:

Die hässlichsten DFB-Auswärtstrikots

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Rassismus-Eklat bei DFB-Spiel um Sané und Gündogan: So absurd entschuldigen sich die Täter

Nach dem Rassismus-Eklat um Äußerungen von DFB-Fans während des Länderspiels in Wolfsburg im März haben sich die Fans, die die Spieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan rassistisch beleidigt hatten, entschuldigt. Na ja, ein bisschen.

Laut "Bild" prüft die Staatsanwaltschaft nun, ob den Männern Volksverhetzung und Beleidigung zur Last gelegt werden kann. Bei Verurteilung drohe den Männern bis zu einem Jahr Haft.

(pb)

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