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1. FC Köln: Verrücktes Prämien-System von Sport-Geschäftsführer Keller enthüllt

01.12.2023, Hessen, Darmstadt: Fußball: Bundesliga, Darmstadt 98 - 1. FC Köln, 13. Spieltag, Merck-Stadion am Böllenfalltor. Kölns Davie Selke (l) und Kölns Torschütze Luca Waldschmidt jubelt über das ...
Die Köln-Profis Davie Selke und Luca Waldschmidt bejubeln einen Treffer.Bild: dpa / Uwe Anspach
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1. FC Köln: Verrücktes Prämien-System von Sport-Geschäftsführer Keller enthüllt

06.12.2023, 19:25
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Beim 1. FC Köln ist der Frust aktuell groß. Das machte nicht zuletzt Trainer Steffen Baumgart in einer Medienrunde deutlich. Am Dienstag schimpfte der 51-Jährige über die Transferstrategie seines Klubs, sagte unter anderem: "Es kann nicht sein, dass wir immer wieder die besten und teuersten Spieler abgeben. Wir können nicht sagen: 'Wir geben unseren besten Motor ab, wollen aber trotzdem ein Formel-1-Rennen gewinnen'."

Immer wieder muss Baumgart die Abgänge seiner Leistungsträger verkraften, bekommt aber selten adäquaten Ersatz. Vor der aktuellen Saison beendete Kapitän Jonas Hector seine Karriere, Mittelfeld-Motor Ellyes Skhiri wechselte ablösefrei zur Konkurrenz nach Frankfurt.

Der einzige Neuzugang im defensiven Mittelfeld, Jacob Christensen, kam in der Liga noch nicht zum Einsatz, hat Trainer Baumgart folglich noch nicht überzeugt.

Daher ist es nicht überraschend, dass Köln aktuell um den Klassenverbleib bangt. Durch den 1:0-Sieg in Darmstadt am vergangenen Wochenende sprang der FC aber zumindest vom letzten auf den 15. Platz der Bundesliga. Neben der Chance, nächstes Jahr Bundesliga zu spielen, werden sich die Köln-Profis aber auch darüber freuen, weil sie von nun an wieder ihre Punktprämien erhalten.

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Die "Sport Bild" hat die einzelnen Zahlungen enthüllt, die ein Profi im Kader von Baumgart erhält. Dabei hat Christian Keller als Sport-Geschäftsführer zwei grundlegende Prinzipien. Das erste heißt: Es gibt für die Köln-Profis in der Bundesliga nur Prämien, wenn sie nach einem Spieltag auf einem Platz sind, der dem Saisonziel entspricht.

1. FC Köln: Punktprämien abhängig von Tabellenplatz in der Bundesliga

Konkret sieht das so aus: Sind die Kölner nach einem Spieltag auf Platz 17 oder 18, erhalten die Spieler gar keine Punktprämie, auch wenn sie ein Unentschieden oder einen Dreier einfahren. Geld fließt erst bei Punkten ab dem 16. Platz. Wobei es hier vier Bereiche gibt, die sich unterscheiden.

Beendet das Team einen Spieltag zwischen dem siebten und dem 16. Rang, kassieren die Spieler 7.000 Euro pro Punkt, also 21.000 Euro bei einem Sieg. Auf dem fünften oder sechsten Platz sind es 8.500 Euro pro Zähler, von Platz zwei bis Platz vier 10.000 Euro und grüßt Köln am Ende eines Spieltags von der Tabellenspitze gibt's 12.000 Euro.

Gleichzeitig sind die Prämien auch bereits für einen Abstiegsfall geregelt. In der zweiten Liga zahlt Keller seinen Profis pro Punkt, den sie auf den ersten drei Plätzen holen, mit 4.000 Euro deutlich weniger. Zwischen Rang vier und neun gibt es immerhin noch 2.500 Euro. Alles, was darunter liegt, wird nicht mit einer Punktprämie belohnt, weil es unter dem Kölner Anspruch liegt.

Auch die Sonderzahlungen für Einwechselspieler sind laut der "Sport Bild" geregelt. Demnach erhält ein Profi, der vor der 60. Minute ins Spiel kam, 50 Prozent der Prämien. Zwischen der 60. und der 75. Minute gibt es immerhin noch 35 Prozent. Jeder Spieler, der in der Schlussviertelstunde eingewechselt wird, kann sich noch über 20 Prozent freuen und selbst Profis, die nur im Kader stehen, erhalten zehn Prozent der Prämien.

Das erste Prinzip von Keller findet laut "Sport Bild" an mehreren Standorten der Bundesliga Anwendung. So soll ein Anreiz geschaffen werden, dass die Spieler die Ziele übertreffen, um erhöhte Prämien zu erhalten. Das zweite Prinzip ist jedoch in der Bundesliga einzigartig.

Es besagt, dass alle Köln-Profis die gleiche Punktprämie erhalten. Kellers Logik dahinter: Jeder Spieler aus der Startelf hat den gleichen Anteil am Punktgewinn oder am Sieg. Daher soll es bei der Punktprämie keine Abstufung zwischen Nachwuchsspielern und Topverdienern wie Davie Selke geben.

Grundsätzlich seien die Prämien der "Sport Bild" zufolge "in allen Bereichen" geringer als bei anderen Bundesliga-Klubs. Das würde aber gleichzeitig dazu führen, dass Spieler, die mehr leisten, auch lieber woanders spielen. Lediglich die gute Stimmung und ein modernes Stadion würden da als Argument nicht genügen. Das muss Baumgart aktuell mit den Spielern in seinem Kader ausbaden, die deshalb um ihre Punktprämien bangen.

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