Sport
Bild

Die Trennung von Friedhelm Funkel war aufgrund von sechs Niederlagen in den letzten acht Spielen abzusehen. Bild: imago images / Sven Simon

Fortuna trennt sich von Trainer Friedhelm Funkel – Nachfolger steht fest

Der Bundesliga-Tabellenletzte Fortuna Düsseldorf hat sich von Cheftrainer Friedhelm Funkel getrennt. Zuletzt hatte es Gerüchte über ein Ultimatum für den 66-Jährigen gegeben. Diese Spekulationen hatte Funkel heftig dementiert.

Der "Trainer des Jahres" muss bei Fortuna Düsseldorf gehen: Noch am Dienstagabend hatte der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga dem 66-Jährigen zur Wahl in der NRW-Landeshauptstadt gratuliert, am Mittwochmorgen war alles Makulatur.

Die ersten Meldungen über die Trennung vom erfahrenen Fußballlehrer sickerten durch, Funkel wurde die Übernahme der Roten Laterne durch das 0:3 bei Bayer Leverkusen am vergangenen Sonntag zum Verhängnis.

Bild

Trainer Uwe Rösler soll es jetzt richten. Bild: www.imago-images.de

Nachfolger Funkels soll der langjährige England-Legionär Uwe Rösler (früher u.a. Manchester City) werden. Zuletzt war der 51-Jährige bei Malmö FF in Schweden tätig gewesen. Für den ehemaligen Angreifer ist es die erste Trainerstation in Deutschland, als Coach war er in Norwegen, England und Schweden aktiv.

Die Trennung von Funkel war aufgrund von sechs Niederlagen in den letzten acht Spielen abzusehen.

"Der gesamte Verlauf der Saison hat uns gezeigt, dass wir es bisher nicht geschafft haben, auf Strecke die nötigen Punkte zu holen. Wir stellen mit 18 eigenen Treffern die torärmste Offensive und mit 40 Gegentoren die drittschwächste Defensive der Bundesliga", teilte Sportvorstand Lutz Pfannenstiel in einer Presseerklärung mit.

"Das führt dazu, dass wir in der aktuellen Konstellation nicht mehr an den Turnaround für den Klassenerhalt glauben. Daher mussten wir zu diesem Zeitpunkt reagieren."

Lutz Pfannenstiel

Ultimatum für Funkel?

In der vergangenen Woche hatte es Spekulationen um ein Ultimatum für den Fortuna-Coach gegeben, diese wurden allerdings von Funkel selbst und den Verantwortlichen vehement dementiert.

"Es stimmt einfach nicht, dass mir ein Ultimatum gestellt wurde. Das gibt es nicht, das gab es nicht und wird es auch nicht geben. Das steht ganz klar fest", sagte Funkel am Montag.

Er vermutete eine gezielte Indiskretion: "Von denen, die verantwortlich sind im operativen Geschäft, hat das keiner gesagt."

Die Urheber "verstecken sich im Gebüsch und haben nicht den Mut, mir das zu sagen", so der Fortuna-Coach.

Bild

Auch Lutz Pfannenstiel wollte im Rahmen des Derbys in Leverkusen nichts von der angeblichen Gnadenfrist wissen. Bild: imago images / Nordphoto

Allerdings war die sportliche Lage verfahren. So entschieden sich die Fortuna-Bosse zur Trennung.

Funkel war der Held von Düsseldorf

In der vergangenen Saison war das Bundesliga-Urgestein Funkel noch der große Held in Düsseldorf gewesen. Er führte die Mannschaft aus prekärer Lage noch zum Klassenerhalt, setzte sich gegen interne Widerstände durch und hatte die Fans der Düsseldorfer im Rücken.

Dabei sollte Funkel vor Jahresfrist im Winter-Trainingslager in Marbella durch den (später geschassten) Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer quasi im Alleingang zum Saisonende abserviert werden. Beispiellose Fanproteste sowie der irritierte Aufsichtsrat sorgten jedoch für die Rolle rückwärts in der Trainerfrage bei den vor Saisonbeginn als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelten Rheinländern.

Funkel hatte die Mannschaft 2016 in der 2. Bundesliga übernommen und sie 2018 zurück ins Oberhaus geführt. Der 66-Jährige hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Fortuna die letzte Trainerstation seiner Karriere sei. Sein Vertrag in Düsseldorf war für den Fall des erneuten Klassenerhalts erst vor Weihnachten um ein Jahr verlängert worden. Der Start ins neue Jahr war allerdings alles andere als vielversprechend, es gab gegen Werder Bremen (0:1) und in Leverkusen weitere Niederlagen.

Fatal sind vor allem die Offensivleistungen

In den letzten acht Spielen gab es nur drei Treffer für den deutschen Meister von 1933. Der Verlust wichtiger Leistungsträger im vergangenen Sommer erwies sich immer mehr als Bumerang. Funkels Fehler war, dass er glaubte, mit der Mannschaft in dieser Zusammensetzung weiterhin konkurrenzfähig zu sein.

(lj/afp)

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Pep Guardiola wollte Neuer im Mittelfeld spielen lassen – Rummenigge verhinderte es

Pep Guardiola ist bekannt für seine revolutionären Ideen auf dem Fußballplatz. Der 49 Jahre alte Spanier, der von 2013 und 2016 bei Bayern München Trainer war, tüftelt oft und gerne mit Spielern und ihren Positionen herum. So beorderte er damals Philipp Lahm, eigentlich rechter Verteidiger, aus der Abwehr ins Mittelfeld.

Ähnlich war es bei Joshua Kimmich: Guardiola bot den Mittelfeldspieler zeitweise in der Innenverteidigung auf.

Der jetzige Coach von Manchester City hatte aber noch eine weitere, …

Artikel lesen
Link zum Artikel