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Fußball wurde beim Spiel Hoffenheim gegen Bayern am Samstag zur Nebensache. Bild: imago images/ULMER

Bayern-Spiel drohte Abbruch – Spieler reagieren mit Nichtangriffspakt

Sportlich lief es für Bayern München am Samstagnachmittag mal wieder blendend. Mit 6:0 schoss man die TSG Hoffenheim aus deren eigenem Stadion. Doch der Fußball geriet noch während des Spiels zur Nebensache. Schuld daran war ein Plakat, das die Bayern-Fans präsentierten.

In der 67. Minute entrollten Fans im Bayern-Block ein Banner, auf dem der Mäzen der TSG Hoffenheim, Dietmar Hopp, persönlich beleidigt wurde. Schiedsrichter Dingert unterbrach die Partie. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge redete beschwichtigend auf Hopp ein. Nach einigen Minuten wurde die Partie fortgesetzt.

Doch nicht für lange. Etwa zehn Minuten später wurde das Banner mit den Beleidigungen erneut entrollt. Dingert unterbrach das Spiel ein weiteres Mal. Die Bayern-Verantwortlichen, darunter Trainer Hansi Flick und Sportdirektor Hasan Salihamidzic sowie einige Spieler gingen in die Bayern-Kurve und versuchten, die Lage zu beruhigen.

Spieler mit Nichtangriffspakt

Die Mannschaften gingen anschließend für circa sechs Minuten in die Kabine. Dann pfiff der Schiedsrichter wieder an. Wäre das Plakat ein drittes Mal aufgetaucht, hätte er die Partie wohl abgebrochen – dieses Mal endgültig.

Auf dem Rasen ging es zwar weiter – aber angesichts der Schmähungen und wohl auch des glasklaren Spielstands spielten sich die beiden Mannschaften den Ball nur noch gegenseitig im Mittelfeld zu. Mit diesem Nichtangriffspakt drückten sie ihren Protest gegen die Plakate aus. Viele Zuschauer skandierten Hopps Namen.

Die Vorgeschichte

Die Bayern-Fans spielten mit ihrem Plakat auf eine Kollektivstrafe für die Fans von Borussia Dortmund an, die Hopp mehrere Male massiv beleidigt hatten und in den kommenden zwei Jahren deshalb nicht zu Auswärtsspielen nach Sinsheim reisen dürfen. Auch beim Spiel des BVB gegen den SC Freiburg kam es wegen Beleidigungen gegen Hopp zu einer Unterbrechung. Zu Beginn der zweiten Halbzeit stimmten die Dortmunder Anhänger Schmähgesänge an. Deshalb ließ Schiedsrichter Robert Hartmann das Spiel für wenige Minuten unterbrechen und ordnete eine Stadiondurchsage an, in der mit Spielabbruch gedroht wurde.

(om/mit Material von dpa)

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