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Für immer Borussia Dortmund? Im Vertrag des neuen BVB-Stars Erling Haaland soll zumindest schon eine Ausstiegsklausel stehen... Bild: imago images / Kirchner-Media

So hoch soll die Haaland-Ausstiegsklausel sein – riskiert BVB neues Götze-Gate?

Der 23. April 2013 war ein sehr schmerzhafter Tag für jeden BVB-Fan. Dabei lief es damals sportlich so gut: Die Borussia war amtierender Double-Sieger und stand im Halbfinale der Champions League. Doch die rosige Zukunft, die sich die Dortmunder Fans ausmalten, verpuffte mit nur einem Medienbericht: Das Dortmunder Jahrhundert-Talent Mario Götze wechselt zum FC Bayern – der BVB war wegen einer Ausstiegsklausel im Vertrag von Götze machtlos.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke schwor wenige Tage nach dem Transfer-Hammer, dass es künftig keine Ausstiegsklauseln mehr bei Borussia Dortmund geben werde. Über sechs Jahre hielt sich der Klub an diese Devise. Nun aber soll der Dortmunder Neuzugang Erling Haaland eine solche Klausel in seinem neuen Vertrag stehen haben.

BVB wollte Haaland unbedingt haben

Das 19-jährige Talent wechselte vor wenigen Tagen von Salzburg zum BVB und unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2024 datierten Vertrag. Für die Dortmunder war er ein Schnäppchen: So soll Haaland nur 20 Millionen Euro gekostet haben – wegen einer Ausstiegsklausel. Die BVB-Bosse wollten den Norweger unbedingt – vor allem, weil sie händeringend nach einem Mittelstürmer suchten.

Die ganze Hinrunde trauerten die Dortmunder Fans und Verantwortlichen einem richtigen Stoßstürmer hinterher. Watzke gab öffentlich sogar den Fehler zu, dass man es im Sommer verpasst habe, einen klassischen Neuner zu kaufen. Damit neben dem verletzungsanfälligen Paco Alcaer noch ein Mittelstürmer im Kader der Schwarz-Gelben steht, bemühte sich der Klub um den begehrten Haaland.

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Ist Haaland der Heiland? Als dieser wurde der 19-jährige Neuzugang für die Sturmspitze von einigen BVB-Fans zumindest schon gefeiert. Bild: imago images / Kirchner-Media

Das Super-Talent gilt als eines der heißesten Eisen im Fußball-Business, halb Europa kämpfte um die Dienste des Norwegers. Dass sich der BVB das Juwel sichern konnte, lag einerseits an dem intensiven Bemühen der Schwarz-Gelben. Das Portal "The Athletic" enthüllte, wie der BVB die namhafte Konkurrenz im Werben um Haaland ausstechen konnte. Der BVB habe Haaland demnach insgesamt 28 Mal vor Ort gescoutet. Auch Matthias Sammer soll mehrfach persönlich nach Salzburg gereist sein, um sich selbst ein Bild von dem Stürmer zu machen. Dazu soll es Whatsapp-Offerten von BVB-Profis gegeben haben.

BVB wirft für Haaland-Transfer Philosophie über Bord

Der BVB war wegen seines Bedarfs demnach bereit, auch von der eigentlichen "Keine Ausstiegsklausel"-Philosophie abzuschwören: Wie "The Athletic" übereinstimmend mit "Kicker" und "Bild" berichtet, konnte Haaland offenbar eine Klausel in seinem Arbeitspapier verankern. Diese liege bei "weit über 60 Millionen Euro". Die Ausstiegsklausel soll nach "Sport Bild"-Informationen ab 2022 greifen.

Die feste Ablöse liegt zudem weit über den 20 Millionen Euro, für die der BVB den Norweger bekommen hat und auch über den 37 Millionen, die der FC Bayern damals für Götze zahlte. Doch trotzdem: Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren verändert, die Ablösen sind explodiert. Das wissen sie vor allem beim BVB: Für Jadon Sancho zahlte die Borussia 2017 knapp acht Millionen Euro, zwei Jahre später soll der erst 19-jährige (!) Engländer laut Transfermarkt.de 120 Millionen Euro wert sein.

Haaland, ebenfalls 19 Jahre alt, hat schon jetzt laut dem Branchenportal einen Marktwert von 45 Millionen Euro. Und: Eine Ablösesumme von über 60 Millionen schreckt schon lange kein Top-Team mehr ab.

Der Norweger, der wegen Knieproblemen im Trainingslager vorerst noch nicht mit der Mannschaft trainiert, hat das Potenzial ein ganz großer Liebling der Anhänger des BVB zu werden. Die Dortmunder Fans werden einerseits hoffen, dass Haaland mit vielen Toren den BVB mal wieder zu einem Double und ins Champions-League-Halbfinale schießt. Andererseits werden sie sich jetzt schon wünschen, dass es nicht noch einmal zu solch einem schmerzhaften Abschied wie im April 2013 kommen wird – als eben jener Mario Götze den BVB für eine festgeschriebene Ablösesumme verließ.

(bn)

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