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Youssoufa Moukoko vom BVB gilt als DAS Top-Talent des deutschen Fußballs. bild: imago images / Overstreet / unsplash / Watson-montage

Instagram-Hype, Millionen-Deal und Rassismus – 7 Fakten über Youssoufa Moukoko

Youssoufa Moukoko polarisiert. Viele sehen in ihm den nächsten deutschen Superstar, gar das "Next Big Thing" im Weltfußball. Viele andere hingegen zweifeln am Alter des 2004 in Yaoundé, Kamerun, geborenen Deutschen, der mit zehn Jahren nach Hamburg kam. Vor allem, weil Moukoko so groß aufspielt.

Der erst 14-jährige Jugendspieler von Borussia Dortmund, der 2016 aus dem Nachwuchs des FC St. Pauli zum BVB wechselte, trifft und trifft und trifft. Für St. Pauli schoss er als Zehnjähriger 23 Tore in 13 Spielen in der U15-Regionalliga. Für die U17 von Dortmund – obwohl er erst 14 ist – schoss er nun schon 83 Tore in zwei Saisons.

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Spielt schon für Deutschland: Für die U16 des DFB lief Moukoko vier Mal auf, schoss drei Tore. Bild: imago/GEPA pictures/thomas bachun

Am Sonntag hat er mit Borussia Dortmund gegen den 1. FC Köln im Finale um die deutsche B-Jugendmeisterschaft gespielt: Die Kölner Nachwuchs-Fußballer entthronten Titelverteidiger Dortmund und sind zum dritten Mal deutscher U17-Meister.

Für Moukoko wäre es bereits der zweite Titel in dieser Spielklasse gewesen

Der Stürmer traf zum zwischenzeitlichen 1:2 (37. Minute) aus Dortmunder Sicht, nachdem Köln-Stürmer Jacob Jansen die Gäste mit einem Doppelpack in Führung (15./22. Minute) gebracht hatte. Köln-Torhüter Daniel Adamczyk hielt einen Elfmeter von BVB-Kapitän Rilind Hetemi (39.), Ansgar Knauff glich für den BVB aus. (43.). Kölns Meiko Sponsel sorgte dann für die Entscheidung (47.).

dpa

Wir erklären euch das "Phänomen Moukoko". Hier kommen 7 Fakten über das Top-Talent von Borussia Dortmund:

Er ist Kapitän der U17 von Borussia Dortmund – und das mit 14 Jahren

Haben wir schon erwähnt, dass er erst 14 ist? Moukoko ist zusammen mit Rilind Hetemi, 17, Kapitän der Dortmunder B-Jugend. Die beiden wechseln sich ab mit dem Tragen der Kapitänsbinde.

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Rilind Hetemi (l.) und Youssoufa Moukoko teilen sich das Kapitänsamt. Bild: imago images/Deutzmann

BVB-Jugendtrainer Trainer Sebastian Geppert erklärte die Maßnahme im Januar gegenüber dfb.de wie folgt: "In diesem Fall war es so, dass beide gerne Kapitän sein wollten, beide vom Team voll anerkannt werden und beide auch schon in der vergangenen Saison dabei waren. Daher haben wir uns auf dieses – in der Tat etwas ungewöhnliche – Modell verständigt." (dfb.de)

Nächstes Jahr spielt Moukoko schon in der A-Jugend

Zur kommenden Saison befördert der BVB Moukoko, der auch noch für die C-Jugend spielberechtigt wäre, direkt in die U19. Dortmunds Nachwuchs-Chef Lars Ricken sagte dazu gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Wir sehen diese Altersklasse für ihn als den richtigen Jahrgang an. Das entspricht seiner Leistungsfähigkeit."

(170407) -- DORTMUND, April 7, 2017 -- Head of Borussia Dortmund s youth department Lars Ricken receives an interview with Xinhua in Dortmund, Germany, on April 5, 2017. ) (SP)GERMANY-DORTMUND-SOCCER-BORUSSIA DORTMUND-LARS RICKEN-INTERVIEW ShanxYuqi PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Dortmund April 7 2017 Head of Borussia Dortmund s Youth Department Lars Ricken receives to Interview with Xinhua in Dortmund Germany ON April 5 2017 SP Germany Dortmund Soccer Borussia Dortmund Lars Ricken Interview  PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Lars Ricken war auch früh dran: Mit 18 gab er sein Bundesliga-Debüt, mit 20 schoss er den BVB zum Champions-League-Sieg, mit 32 beendete er schon seine Karriere. Bild: imago/Xinhua/shan yuqi

"Ich hoffe nicht, dass die Leute denken, dass ich in der U19 wieder 46 Tore schieße."

Youssoufa Moukoko über eventuelle Erwartungshaltungen.

Moukoko selbst erklärte: "Ich hoffe nicht, dass die Leute denken, dass ich in der U19 wieder 46 Tore schieße. Ich muss da erstmal klarkommen und sehen, was da so passiert." In der übernächsten Saison könnte man ihn bereits in der Bundesliga sehen.

Im November 2020 wird Youssoufa Moukoko 16, dann darf er laut DFB-Statuten in der höchsten Spielklasse im Herrenbereich auflaufen.

321.000 Follower auf Instagram – er ist schon jetzt ein kleiner Star

Sein Konto ist privat. Wer Youssoufa Moukoko folgen will, der muss erstmal ein Anfrage stellen. Über 300.000-mal hat Moukoko diese Anfrage schon bestätigt. 321.000 Follower hat der Offensivallrounder. Zum Vergleich: BVB-Mittelfeldstratege Thomas Delaney hat 126.000, 27-Millionen-Neuzugang Nico Schulz 72.000.

Vor allem hat Moukoko viele jugendliche Fans, die ihn bewundern, seine Karriere verfolgen und ihn auf Fanpages als Star und "größtes Talent der Welt" verehren. Als Teenager weiß er, wie man mit seinen Followern kommuniziert, sie bei Laune hält. Regelmäßig geht er auf Instagram live, macht "Q&As", wird dann mit Fragen und Kommentaren bombardiert, die er brav beantwortet.

"Einfach Moukoko getroffen" – Dieser Schnappschuss steht sinnbildlich für die Popularität, die der junge BVB-Spieler bereits hat.

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Youssoufa Moukoko posiert mit jungen Fans für ein Selfie. Die schwarzen Zensierbalken haben wir hinzugefügt. bild: screenshot instagram/watson-montage

Dabei scheint er aber einordnen zu können, dass er erst ganz am Anfang seiner Fußballerkarriere steht. Einmal fragte man ihn via Instagram, wie es sei ein Star zu sein. Seine Antwort: "Ich bin kein Star".

Die leidige Alters-Frage und der Rassismus

Viele winken ab, wenn sie den Namen Youssoufa Moukoko hören, zweifeln an seinem Alter. Der Tenor: Ein 14-Jähriger kann physisch nicht so stark sein, ein 14-Jähriger kann nicht so gut Fußballspielen – der muss älter sein, weil er ja aus Afrika kommt und das Alter da ja oft nur geschätzt werde.

Moukoko und seiner Familie wird seit Jahren vorgeworfen, dass der Stürmer älter sei, und das obwohl sein Vater eine amtliche deutsche Geburtsurkunde vorlegte. (welt.de)

Bei Talenten mit anderer Hautfarbe wäre das undenkbar.

Statt seine Leistung zu respektieren, machen sich im Neidland Deutschland viele (Erwachsene) über ihn lustig. In den sozialen Netzwerken sind unter Artikeln über Moukoko, ob von "Bild", "Spox" oder der "Sportschau", negative Kommentare die Regel.

Ein Großteil der öffentlichen Meinung zu Moukoko hat auch mit Rassismus zu tun.

Hier ein paar beispielhafte verletzende und auch rassistische Kommentare dieser Sorte:

Unter diesem Kinderfoto von Youssoufa Moukoko auf einer Fanpage steht der Kommentar: "Da war der angeblich bestimmt 3 Monate alt"...

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

#ym10officialfanpage

Ein Beitrag geteilt von Youssoufa Moukoko Fanpage🖤💛 (@youssoufa.10) am

"Witze über Moukoko werden einfach nicht alt... genau wie er selbst"

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"Wie lange soll der noch 14 sein?"

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"Nächstes Jahr mit 22 spielt er dann endlich in der A-Jugend."

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Das setzt der Nachwuchshoffnung zu: "Die letzte Saison war hart für mich. Mit den ganzen Geschichten", sagte Moukoko über solche Kommentare.

Gänzlich ausgeräumt wurden die Bedenken aber nie. Sogar U23-Teammanager Ingo Preuß sagte 2017 in einem "Spox"-Interview: "Ich könnte mir bei Youssoufa vorstellen, dass sein Alter lediglich geschätzt worden ist. Vielleicht ist er in Wirklichkeit ein, zwei Jahre älter."

Lars Ricken betonte derweil immer, das angegebene Alter sei Fakt, der Verein verwies auf die beglaubigte Geburtsurkunde. Der Deutsche Fußball-Bund erklärte auf Anfrage der "Bild", man vertraue "in dieser Angelegenheit den Angaben des Heimatvereins des Spielers".

Er hat einen millionenschweren Deal mit Nike

Seine Topleistungen haben auch Sportartikelhersteller Nike auf den Plan gerufen. Das US-Unternehmen, das gerne erfolgreiche Sportler eng an sich bindet, hat mit Moukoko angeblich bereits einen Ausrüster- und Werbedeal abgeschlossen. Volumen: Rund zehn Millionen Euro. (bild.de)

Er bricht Rekorde

In der B-Junioren-Bundesliga einen Torrekord aufgestellt. Der 14-Jährige, der gegen teils drei Jahre ältere Jugendliche spielt, erzielte am letzten Spieltag der Weststaffel für Borussia Dortmund beim 6:0 beim MSV Duisburg seine Saisontore 44 bis 46. Damit übertraf er die seit 2013 bestehende Bestmarke des Schalkers Donis Avdijaj (44 Tore/heute vereinslos).

05.07.2017, Fussball GER, 1. Bundesliga Saison 2017 2018, Training FC Schalke 04, Donis Avdijaj (Schalke 04)

05 07 2017 Football ger 1 Bundesliga Season 2017 2018 Training FC Schalke 04 Donis Avdijaj Schalke 04

Hoch geflogen, tief gefallen: Donis Avdijaj. Bild: imago images/Team 2

Moukoko kam in 25 Saisoneinsätzen auf einen Toreschnitt von 1,84. Er erzielte 42,8 Prozent der 93 Dortmunder Saisontore. Neun der 14 Vereine in der Weststaffel schossen insgesamt weniger Tore als Moukoko alleine.

German Wunderkind

Das alles macht ihn zu einem weltweit beachteten "Wunderkind". Noch nie gab es einen deutschen Spieler, der bereits in diesem jungen Alter so viel Beachtung findet. Als Sebastian Deisler, Mesut Özil, Toni Kroos oder Kai Havertz 14 waren, kannten sie wahrscheinlich nur die krassesten Fußballnerds. Aber Moukoko kennt jetzt schon jeder 0815-Fußballfan.

Moukoko hat alle Voraussetzungen, irgendwann ein weltbekannter Fußballstar zu werden. Und das scheint er auch zu wissen, seine Karriereziele sind wenig bescheiden: "Wenn ich ehrlich bin, ist es mein Ziel, Profi in Dortmund zu werden, mit der Borussia die Champions League zu holen und den Ballon d'Or zu gewinnen", sagte er der "Sport Bild" im vergangenen Winter.

Eine Garantie für eine große Karriere ist das natürlich alles nicht.

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Freddy Adu spielte 2015 zwischenzeitlich bei Kupion PS in Finnland, kam damals aus der zweiten serbischen Liga. Bild: imago images/Bildbyran

Negative Beispiele von hochgelobten und dann gescheiterten talentierten Teenagern gibt genügend. Der US-Amerikaner Freddy Adu galt mit 14 Jahren auch als Wunderkind, hatte auch einen millionenschweren Nike-Vertrag in der Tasche und galt schon als der "neue Pelé". Heute, mit 30, ist er zum wiederholten Male vereinslos.

(as/mit Material von dpa und sid)

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