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Mercedes driver Lewis Hamilton, left, of Britain receives a helmet of former German driver Michael Schumacher from Mick Schumacher, right, after he wins the Eifel Formula One Grand Prix at the Nuerburgring racetrack in Nuerburg, Germany, Sunday, Oct. 11, 2020. Hamilton gets the helmet as a gift from Michael Schumacher's son Mick because he equals Schumacher's record of 91 wins in the Formula One. (Bryn Lennon, Pool via AP)

Ein großer Moment: Mick Schumacher überreicht Lewis Hamilton den Helm seines Vaters Michael. Bild: Pool Getty / Bryn Lennon

Schumi-Rekord eingestellt: Mick überreicht Hamilton Helm seines Vaters

Lewis Hamilton hat den Siegrekord von Michael Schumacher eingestellt. Der Brite konnte es kaum begreifen – auch wegen einer großen Geste von Schumachers Sohn Mick.

Lewis Hamilton hielt diesen ikonischen feuerroten Helm in Händen, zeigte ihn stolz den applaudierenden Fans am Nürburgring und rang nach Worten. Michael Schumachers Sohn Mick hatte dem unersättlichen Formel-1-Rekordjäger nach seinem 91. Sieg in einer großen Geste dieses Stück Motorsportgeschichte übergeben – und Hamilton sichtlich emotional zurückgelassen.

"Ich hätte nie gedacht, dass jemand Michaels Rekorde bricht. Und nun bin ich es. Ich werde eine Weile brauchen, das zu verarbeiten", sagte Hamilton, nachdem er in der Heimat des legendären Kerpeners nach Siegen mit diesem gleichgezogen hatte: "Wenn man aufwächst, jemandem zuschaut und dessen Qualität als Fahrer Woche für Woche sieht... Er war einfach so dominant."

Mit Argusaugen beobachtete Mick Schumacher das Geschehen. Der 21-Jährige, dessen Formel-1-Trainingsdebüt am Freitag vom dichten Nebel über der Strecke verhindert wurde, blieb das gesamte Wochenende bei Alfa Romeo und erhaschte tiefe Einblicke ins Innenleben seines allem Anschein nach künftigen Teams.

Dass der Sieg-Rekord seines Vaters an Hamilton ging, sieht Deutschlands größtes Renntalent sportlich: "Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden. Wenn es Lewis gelingt, ist es die Aufgabe der anderen Fahrer, diesen Rekord zu brechen."

Hamilton greift nach siebtem Titel

Womöglich stellt der 35-jährigen Brite schon bald den nächsten Schumacher-Rekord ein, denn auch Michaels Marke von sieben WM-Titeln ist für Hamilton zum Greifen nah: In der Fahrerwertung hat der sechsmalige Champion nun satte 69 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas, der seinen Mercedes wegen Motorproblemen abstellen musste. Damit kann der Finne bei sechs verbleibenden Rennen aus eigener Kraft nicht mehr an Hamilton vorbeiziehen.

Hamilton gewann den Großen Preis der Eifel vor Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) und dem Australier Daniel Ricciardo, der Renault den ersten Podestplatz seit dem Formel-1-Comeback 2016 bescherte. Sebastian Vettel hingegen erlebte beim Heimspiel als Elfter ein weiteres Debakel. Superjoker Nico Hülkenberg fuhr "aus kalter Hose" im Racing Point von Startplatz 20 auf acht vor.

Formula 1 Aramco Grosser Preis der Eifel 2020 / 11.10.2020, Nürburgring, Nürburg, Formula 1 Aramco Grosser Preis der Eifel 2020 , im Bild Podium: Sieger Lewis Hamilton GB 44, Mercedes-AMG Petronas F1 Team mit dem Helm von Michael Schumacher, 2.Platz für Max Verstappen NEL 33, Aston Martin Red Bull Racing, 3.Platz für Daniel Ricciardo AUS 3, Renault DP World F1 Team *** Formula 1 Aramco Grand Prix of the Eifel 2020 11 10 2020, Nürburgring, Nürburg, Formula 1 Aramco Grand Prix of the Eifel 2020 , in picture podium winner Lewis Hamilton GB 44 , Mercedes AMG Petronas F1 Team with the helmet of Michael Schumacher, 2 place for Max Verstappen NEL 33 , Aston Martin Red Bull Racing, 3 place for Daniel Ricciardo AUS 3 , Renault DP World F1 Team nordphotoxBratic nph00250

Zum 91. Mal steht Lewis Hamilton ganz oben auf dem Podest. Neben ihm Max Verstappen (l.) auf Platz zwei und Daniel Ricciardo (r.) auf Platz drei. Bild: www.imago-images.de / nph

15.000 Tickets verkaufte der Nürburgring, das stimmige Hygiene-Konzept ermöglichte den bislang zweitbesten Besuch in der Corona-Saison, doch die Fans sahen ein eher eintöniges Rennen - auch, weil das unberechenbare Eifelwetter nicht zum Faktor wurde.

Bottas patzt nach Pole-Position – auch Vettel leistet sich Fehler

Pole-Setter Bottas behauptete beim Start in einem haarigen Zweikampf die Führung vor Hamilton. In der 13. von 60 Runden verbremste sich der WM-Zweite aber folgenschwer. Bottas musste nicht nur Hamilton passieren lassen, sondern ruinierte sich auch seine Reifen. Der Sieg war für ihn nach seinem ungeplanten Boxenstopp außer Reichweite, vier Runden später platzten wohl auch seine letzten WM-Träume: "Ich habe keine Power", funkte Bottas. Wagen um Wagen zog an ihm vorbei, dann stellte der 31-Jährige seinen nachtschwarzen Silberpfeil ab.

Vettel, Sieger des bis dato letzten Nürburgring-GP im Jahr 2013, leistete sich einen heftigen Verbremser in der elften Runde und kam ebenfalls früher als geplant zum Reifenwechsel. Bei neun Grad Lufttemperatur (Asphalt: 15 Grad) baute sein zweiter Satz früh ab, sodass er am Ende die Punkteränge knapp verpasste.

"Natürlich bin ich nicht zufrieden", sagte Vettel bei Sky: "Ich dachte, wir können ein paar Punkte mehr mitnehmen, das ist uns nicht gelungen. Ich versuche weiter, mein Ding zu machen."

 2020 Eifel GP NüRBURGRING, GERMANY - OCTOBER 11: Sebastian Vettel, Ferrari SF1000 spins during the Eifel GP at Nürburgring on Sunday October 11, 2020, Germany. Photo by Mark Sutton / Sutton Images Images PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY GP2010_122859MS2_2323

Ausgebremst: Sebastian Vettel im roten Ferrari. Bild: www.imago-images.de / Mark Sutton

Viel besser machte es der Emmericher Hülkenberg, der am Samstagmittag spontan den erkrankten Kanadier Lance Stroll ersetzt hatte. "Ich bin mega happy, es hat alles super gepasst", resümierte er nach seinem dritten Saisoneinsatz als Ersatzmann.

Vettels langjähriger Ferrari-Weggefährte Kimi Räikkönen avancierte am Sonntag mit seinem 323. Grand-Prix-Start zum alleinigen Formel-1-Rekordhalter. Der 40 Jahre alte Finne, der als Vorletzter und damit direkt vor Hülkenberg gestartet war, hatte seine auffälligste Szene, als er mit seinem Alfa Romeo den Williams von George Russell (England) abschoss.

(lau/afp)

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