Auf dem neuen Auswärtstrikot des 1. FC Köln prangt neben dem Dom in dieser Saison auch die Zentralmoschee der Stadt.
Auf dem neuen Auswärtstrikot des 1. FC Köln prangt neben dem Dom in dieser Saison auch die Zentralmoschee der Stadt.
Bild: www.imago-images.de / Neundorf/Kirchner-Media

Wegen Moschee auf Trikot: Köln-Fan kündigt Mitgliedschaft – der Verein kontert

11.08.2020, 17:51

Das Logo des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln spiegelt die Tradition des Vereins wider. Neben Geißbock Hennes, dem Maskottchen der Kölner, ist das Wahrzeichen der Stadt, der Kölner Dom, abgebildet.

In der nächsten Saison soll auf den Auswärtstrikots die markante Skyline nun erweitert werden. Dann soll neben dem Dom auch die Zentralmoschee der Stadt abgebildet sein. Das gefällt nicht jedem.

Auf Twitter veröffentlichte der Verein das Schreiben eines Fans, in dem er seine Mitgliedschaft kündigt. Begründung: Er könne sich mit "Moslems und Moscheen" nicht identifizieren. Ironisch beschwerte er sich weiter, inklusive Rechtschreibfehler: "Ich vermute das in der nächsten Saison die Trikots Rosa sind dann wäre die Weltoffenheit perfekt."

Der Verein reagierte prompt und gelassen auf die rassistische Kündigung: "Diese Kündigung bestätigen wir gern. Und danke für die Idee mit dem Trikot. Hadi tschüss."

Neben der E-Mail veröffentlichte der 1. FC Köln gleich einen Trikotvorschlag, in dem er die Idee des Ex-Fans aufgriff. Zu dem rosa Trikot wird es jedoch vorerst nicht kommen. Die Kölner präsentierten für ihre neuen Leibchen eher schlichte Varianten in traditionellen Vereinsfarben. Lediglich das Ausweichtrikot im Kanarienvogel-Look fällt aus der Reihe.

"Die Moschee steht symbolisch für die große türkische Community in Köln"

Außerdem verwies der Effzeh auf die Vereins-Charta als Begründung für die Ergänzung auf dem Trikot. Darin heißt es unter anderem: "Wir wollen Toleranz, Fairness, Offenheit und Respekt – immer und überall."

Doch auch von anderen Fans gab es Kritik an dem Vorgehen des Vereins. Die richtete sich aber nicht pauschal gegen die Abbildung der Moschee neben dem Dom oder den Islam. Vielmehr wurde die religiöse Auslegung der Kölner Zentralmoschee hinterfragt.

Die 2018 eröffnete Ditib-Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld stand immer wieder in den Schlagzeilen. Die islamische Organisation Ditib steht unter Kontrolle und Leitung der türkischen Religionsbehörde Diyanet – die wiederum direkt dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterstellt ist. Deshalb wurde unter anderem eine mögliche Einflussnahme der türkischen Regierung auf die Kölner Moschee kritisiert – sowie die nationalistisch-religiöse Auslegung von Ditib.

Laut einigen FC-Fans widersprechen auch die in der Moschee gepredigten religiösen Ansichten der Vereins-Charta. Der Verein antwortete auf Twitter: "Wir haben drüber nachgedacht: Die Moschee steht symbolisch für die große türkische Community in Köln, in der es sehr viele eingefleischte #effzeh-Fans gibt. Sie ist ein Teil der Kölner Skyline geworden. Das gilt unabhängig davon, wie man politisch zum Betreiber der Moschee steht."

(lau)

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