(191221) -- DOHA, Dec. 21, 2019 (Xinhua) -- Liverpool's head coach Juergen Klopp attends a press conference in Doha, Qatar, Dec. 20, 2019. Liverpool will face Flamengo in their FIFA Club World Cup Qat ...
Jürgen Klopp hat klare Worte für das Vorgehen der britischen Regierung in der Corona-Pandemie.Bild: XinHua
Fußball International

Klopp kritisiert Corona-Kurs der britischen Regierung: "Fühle mich wie ein Alien"

21.06.2020, 15:16

Jürgen Klopp ist bekannt für seine ehrlichen Statements, manchmal auch zu politischen Themen. Jetzt äußerte sich der Liverpool-Coach erneut zur aktuellen Corona-Situation und kritisierte dabei auch den Kurs der britischen Regierung unter Premierminister Boris Johnson.

Mit Blick auf die Corona-Pause kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft betonte Klopp bei einer Pressekonferenz am Samstag: "Ich war nicht eine Sekunde besorgt, dass die Regierung uns den Titel kosten könnte, weil ich besorgt war über die Anzahl der Menschen, die starben – und ich bin noch immer besorgt", so zitieren britische Medien wie der "Independent" den Trainer.

Er kritisierte weiter: "Ich habe diese Regierung nicht gewählt. Diese Regierung war die Wahl anderer Leute. Und das Problem, das ich hatte, war, dass ich die Nachrichten aus England und die Nachrichten aus Deutschland bekam." Würden Aliens auf beide Länder blicken, "würden sie denken, wir kommen von unterschiedlichen Planeten".

Kloppo fühlt sich wie ein Alien

Klopp kritisierte vor allem den Umgang mit Mund-Nasen-Masken. Die wurden in Großbritannien nämlich erst zum 15. Juni in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht. Diesen späten Zeitpunkt zur Einführung habe er nicht verstanden, betonte Klopp.

"Wenn ich in England zur Tankstelle gehe, bin ich der einzige, der eine Gesichtsmaske trägt, und ich bin der einzige mit Handschuhen."

Klopp weiter: "Ich fühle mich wie ein Außerirdischer. Ich höre nicht auf damit, bis mir jemand sagt, dass es vorbei ist."

Auch die Situation in Deutschland sei natürlich nicht perfekt, auch hier seien Menschen krank geworden und gestorben. "Aber in Bezug auf das Leben, das sie führen, ist es ganz anders", sagte Klopp über Deutschland.

In Großbritannien gibt es laut der Johns-Hopkins-Universität 304.580 bestätigte Infektion und rund 42.500 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. In Deutschland gibt es aktuell 191.272 bestätigte Infektionen und rund 8800 Todesfälle.

Klopp reagiert gereizt auf Timo Werner-Frage

In der Pressekonferenz ging es auch um Fußball. Auf eine Frage zum Wechsel von Timo Werner zum FC Chelsea reagierte Klopp leicht gereizt. "Wir sprechen sonst nicht über potenzielle Transfers von uns und jetzt würde ich über einen Transfer sprechen, den Chelsea getätigt hat", so Klopp. "Warum sollte ich das tun?" Er hätte Werner zwar lieber für Liverpool spielen sehen, aber fügte hinzu: "Ich habe absolut nichts dazu zu sagen. Timo Werner ist ein wirklich guter Fußballspieler und nächste Saison spielt er für Chelsea. Das ist alles."

Liverpool führt die Premiere League mit 22 Punkten Vorsprung auf Manchester City an und steht kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft. Damit fehlen Jürgen Klopp und seinem Team nur noch sechs Punkte bis zum Titel. Nach dem Gewinn der Champions League wäre es für Klopp die erste englische Meisterschaft mit Liverpool.

"Wenn wir Meister werden, werden wir intern als Mannschaft so feiern, wie es dann möglich ist – und mit all unseren Fans, sobald es uns erlaubt ist", sagte Klopp im BBC-Interview.

Hier seht ihr einen Teil der Pressekonferenz mit Jürgen Klopp:

(lau/mit Material von afp)

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