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Oliver Kahn war der Lieblingskandidat von Uli Hoeneß für eine der Boss-Positionen beim FC Bayern. Bild: imago images / MIS

Hoeneß erklärt: Seltene Eigenschaft macht Kahn zum bestmöglichen Boss beim FC Bayern

40 Jahrzehnte hat Uli Hoeneß den FC Bayern geprägt – jetzt ist Schluss. Am Freitag stellte er sich in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit, dabei schwärmte er vom neuen starken Mann beim Rekordmeister: Der ehemalige Bayern-Torwart Oliver Kahn soll am 1. Januar 2020 beim Rekordmeister im Vorstand anfangen.

"Oliver Kahn kennt den Fußball, er kennt die Wirtschaft und er trägt die DNA des FC Bayern in sich", sagte Hoeneß, der sich den "Titan" ausdrücklich für die Chefetage der Münchner wünschte. Der scheidende Boss sieht in Oliver Kahn eine Toplösung für den Vorstand des FC Bayern. "Da ist eine großartige Entwicklung zu sehen", lobte Hoeneß den ehemaligen Kapitän des FC Bayern und der Nationalmannschaft, der vor über einem Jahrzehnt seine aktive Karriere beendete.

Kahn wechselte nach seiner aktiven Karriere ganz bewusst die Branche und versuchte sich außerhalb der Welt des Fußballs. Kahn studierte nach seinem Karriereende an einer Privatuniversität "General Management" mit Nebenfach Sportmanagement und baute nebenher einige Unternehmen auf. Beim ZDF ließ Kahn als TV-Experte seine fußballerische Expertise aufblitzen. Für Hoeneß waren dies alles Gründe, um den mittlerweile 50-Jährigen zum FC Bayern zu lotsen.

Kahn bringt etwas zum FC Bayern München mit, was selten ist

"Ich beobachte ihn schon lange, wie er sich beim ZDF macht. Da sehe ich eine großartige Entwicklung", so Hoeneß. "Er war ein paar Mal bei mir im Büro und irgendwann hat es bei mir Klick gemacht." Und Hoeneß verriet, dass jemand für diese Position etwas mitbringen muss, was nur die wenigsten mitbringen: "Es ist ganz wichtig, einen ehemaligen Fußballer im Büro zu haben. Ich habe auch in jüngster Vergangenheit festgestellt, wie wichtig es ist, bei Diskussionen mit Spielern wie Ribéry, Kimmich, Sané, dass die einem abnehmen, dass man selbst einen Ball stoppen kann", so Hoeneß über den Vizeweltmeister und Champions-League-Sieger. Doch sportliche Expertise und eine ruhmreiche Vergangenheit reichen alleine nicht: "Jemand ohne Hirn würde ja auch nichts bringen. Oliver Kahn hat sich gestern sehr gut präsentiert. Bei ihm kommt alles zusammen."

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Hoeneß nach seiner Verabschiedung auf der Pressekonferenz. Bild: imago images / kolbert-press

"Wir haben hier jemanden, der den Fußball als Torwart auf allerhöchstem Niveau erlebt hat und zugleich in der Lage ist, im wirtschaftlichen Bereich seinen Mann zu stehen", so Hoeneß über Kahn. Dass der heißblütige Keeper auch noch Publikumsliebling ist, macht die Sache noch runder.

Nun unterschrieb Kahn einen Fünfjahresvertrag, der am 1. Januar 2020 in Kraft tritt. Zunächst ist Kahn für zwei Jahre Mitglied des Vorstandes. Nach Ablauf des Vertrages von Karl-Heinz Rummenigge am 31. Dezember 2021 übernimmt Kahn von ihm das Amt des Vorstandsvorsitzenden. Hoeneß betonte aber: "Das muss man sich nicht so formell vorstellen, sondern eher fließend." Der eigentliche Hoeneß-Nachfolger als Präsident ist der frühere Adidas-Chef Herbert Hainer, an den Hoeneß das Amt bei der Jahreshauptversammlung am 15. November übergeben wird.

Hoeneß nennt Hauptgrund für Rückzug

Hoeneß widersprach auch noch, dass Streitigkeiten mit Karl-Heinz Rummenigge oder die heftige Kritik der Bayern-Fans Grund für seinen Rückzug waren. Hauptgrund sei seine Familie um Ehefrau Susi. Außerdem sehe er "seinen" FC Bayern wirtschaftlich wie sportlich so stark aufgestellt, "dass er den Uli Hoeneß nicht mehr an vorderster Front verkraftet".

Ganz weg ist er auch nicht: Der Club wird immer irgendwie der FC Bayern des Uli Hoeneß bleiben. Hoeneß selbst bleibt nicht nur im Aufsichtsrat, sondern hat mit Hainer, Kahn oder Kovac die Schlüsselpositionen mit "seinen" Leuten besetzt.

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(bn mit dpa)

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