Fußball-Bundestrainer Jogi Löw beobachtet bereits jetzt die Leistungen seiner Spieler in der Liga.
Fußball-Bundestrainer Jogi Löw beobachtet bereits jetzt die Leistungen seiner Spieler in der Liga.
Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann

"Schwierige und wichtige Frage": So denkt Jogi Löw über eine Rückkehr von Müller, Boateng und Hummels ins DFB-Team

02.03.2021, 14:17

Im Interview mit dem "Kicker" spricht Fußball-Bundestrainer Jogi Löw über den Kampf um die Plätze im Kader für die Europameisterschaft. Bereits jetzt beobachtet er gespannt die Liga-Spiele und verfolgt die Leistungen seiner Spieler. Ganz zufrieden ist er damit nicht. Im Gespräch beschreibt er das Leistungslevel als "insgesamt ein bisschen schwankend". Weiter sagt er: "Die Situation ist nicht ungefährlich".

Antonio Rüdiger vom FC Chelsea und Ilkay Gündogan von Manchester City nennt Löw als positive Beispiele. Andere Spieler hingegen seien in einer Formkrise.

Insbesondere Niklas Süle vom FC Bayern wurde zuletzt häufig kritisiert, Löw plant ihn eigentlich als Abwehrchef ein. Dabei bleibt der Bundestrainer zwar, stellt im "Kicker"-Interview aber gleichzeitig klar: "Er kennt meine generellen Anforderungen." Und weiter: "Insgesamt ist unser Kader größer geworden, von daher ist der Konkurrenzkampf gegeben und deshalb kann es durchaus sein, dass der eine oder andere, der von der EM-Teilnahme überzeugt ist, dann doch nicht dabei ist."

Unterbricht Löw den personellen
Umbau für kurzfristigen Erfolg?

Löw sagt, bei der Auswahl der Spieler stelle er sich vor allem folgende Frage: "Welche Spieler sind auf welchen Positionen dafür prädestiniert, unseren Spielstil und unsere Anforderungen umzusetzen?" Denn eine erfolgreiche Europameisterschaft 2021 ist für den Bundestrainer unverhandelbar.

Und dafür ist er auch bereit, den personellen Umbau infolge des frühen Ausscheidens bei der letzten Weltmeisterschaft 2018 erstmal zu stoppen. Im Interview sagt er dazu, dass besondere Umstände "eine Unterbrechung des Umbruchs rechtfertigen" können.

Mats Hummels (vorn), Jerome Boateng (Mitte) und Thomas Müller wurden aus der Nationalmannschaft aussortiert.
Mats Hummels (vorn), Jerome Boateng (Mitte) und Thomas Müller wurden aus der Nationalmannschaft aussortiert.
Bild: Sven Simon / Frank Hoermann/SVEN SIMON

Was bedeutet das also für Jerome Boateng (32), Mats Hummels (32) und Thomas Müller (31), die alle drei von Löw aus der Nationalmannschaft aussortiert wurden? Über eine mögliche Rückkehr der Spieler wurde in der Öffentlichkeit bereits viel diskutiert.

Löw sagt dazu: "Das wird eine schwierige und wichtige Frage werden, auch für mich". Er lobt die Qualitäten der Spieler und befürchtet nicht, dass eine Rückkehr zu Problemen innerhalb der Mannschaft führen würde. "Der Charakter von Thomas Müller und Mats Hummels ist, dass sie andere nicht unterdrücken", so der Bundestrainer weiter.

Vor der Weltmeisterschaft stehen nun aber erstmal die nächsten Spiele der WM-Qualifikation an: am 25. März gegen Island, am 28. März gegen Rumänien und am 31. März gegen Nordmazedonien. Und, das sagt der Bundestrainer deutlich, für diese Partien kommt eine Berufung von Boateng, Hummels oder Müller nicht infrage. "Es geht in allererster Linie darum, drei Spiele in der WM-Qualifikation zu gewinnen, das ist das Wichtigste", erklärt Löw.

(pas)

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