Franck Ribéry (l.) und David Alaba (M.) waren wohl maßgeblich am Mannschaftsabend beteiligt, den Trainer Nico Kovac vorher verboten hatte.
Franck Ribéry (l.) und David Alaba (M.) waren wohl maßgeblich am Mannschaftsabend beteiligt, den Trainer Nico Kovac vorher verboten hatte.Bild: www.imago-images.de / bFrankHoermann/SVEN SIMON

"Respekt vor Kovac war von Anfang an weg" – Bayern-Stars hielten sich nicht an Ansage des Trainers

18.11.2021, 06:42

Vor fast genau zwei Jahren verlor Niko Kovac seinen damaligen Job beim FC Bayern München als Cheftrainer. Nach etwas mehr als einem Jahr war es den Münchner Verantwortlichen zu viel. Der Rekordmeister stand nach zehn Spielen in der zweiten Saison von Kovac nur auf dem vierten Rang, hatte bereits vier Zähler Rückstand auf Tabellenführer Gladbach.

Der Rest ist Geschichte: Hansi Flick übernahm und legte den Grundstein für das erfolgreichste Bayern-Jahr der Vereinsgeschichte mit insgesamt sechs Titeln. Aber: Das neue Buch (Bayern Insider) von "Bild"-Reporter Christian Falk enthüllt jetzt, dass es Niko Kovac von Beginn seiner Zeit als Bayern-Trainer schwer hatte und schon während seiner ersten USA-Reise im Sommer 2018 die Profis verärgerte.

Kovac war gegen Mannschaftsabend

Der Grund: Bei der letzten Station der Promotour in Miami wollten die Bayern-Stars zum Abschluss nachts losziehen und feiern. Kovac hatte davon wohl mitbekommen und soll deshalb beim Abendessen verkündet haben: "Keiner geht raus!" Nach einer kurzen Stille soll er angefügt haben: "Wir haben in drei Tagen ein unheim­lich wichtiges Testspiel!"

Gemeint war die Partie gegen Manchester City am 29. Juli, die die Bayern letztlich 2:3 verloren. Für die Stars um Franck Ribéry und David Alaba war die Ansage des Trainers allerdings kein Grund, vorbildlich nach dem Essen aufs Hotelzimmer und ins Bett zu gehen. Stattdessen soll laut dem neuen Buch nur wenige Minuten nach der Ansprache von Kovac die Whatsapp-Gruppe "Miami Nights" gegründet worden sein.

Die Drahtzieher: Franck Ribéry, David Alaba und Rafinha. Zusammen mit Kolumbiens Superstar James Rodriguez sollen sie den Abend und die Abfahrt geplant gehabt haben. 15 Minuten nach Gründung der Gruppe seien SUVs am Hotel vorgefahren und sollen die Bayern in eine stadtbekannte Diskothek gefahren haben. Einziges Problem: Die Spieler sollen bei der "Flucht" aus dem Hotel von Co-Trainer und Kovac-Bruder Robert gesehen worden sein.

Nach der Partynacht, bei der die letzten Spieler gegen sechs Uhr ins Bett gegangen sein sollen, erwarteten die Spieler eine klare Ansage ihres Cheftrainers. Vergeblich, denn die kam nicht. Stattdessen machte Kovac weiter, als sei nichts gewesen.

David Alaba (l.) und Franck Ribéry sollen Mitorganisatoren des eigentlich verbotenen Mannschaftsabend in den USA gewesen sein.
David Alaba (l.) und Franck Ribéry sollen Mitorganisatoren des eigentlich verbotenen Mannschaftsabend in den USA gewesen sein.Bild: www.imago-images.de / bJan Huebner/FCB/Pool

"Wenn ein Trainer so eine ,Mr.-­Hart­-Ansage‘ macht, muss er Konsequen­zen ziehen. Wir hätten das akzeptiert", wird ein Spieler anonym zitiert. "Indem er nichts sagte, hatte Kovac bei uns verloren. Die Folge war: Die Mannschaft rückte in Miami noch ein weiteres Mal für eine Partynacht aus, und so ging das die nächsten Monate munter weiter. Der Respekt vor Kovac war damit von Anfang an weg."

Zwar ging danach das erste Bayern-Jahr für Kovac mit dem Double-Gewinn aus Meisterschaft und DFB-Pokal noch gut. Im zweiten reichten die Leistungen dann allerdings nicht mehr und die Spieler hatten wohl sowieso schon von Anfang an den Respekt vor ihrem Trainer verloren.

(stu)

Kahn mit klarer Ansage über Bayern-Star – "Immer noch geschockt"

Das Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern am Samstagabend ist nicht nur das Aufeinandertreffen zwischen dem Tabellenzweiten und dem Tabellenersten, sondern auch das große Duell der beiden wohl besten Stürmer der Welt: Dortmunds Erling Haaland und Bayerns Robert Lewandowski.

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