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Robert Lewandowski nahm sich seine Mitspieler beim FC Bayern München vor. Bild: imago/Kolvenbach

Lewandowski nennt großes Problem des FC Bayern – doch vergisst einen Aspekt

Vor dem Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund wendet sich ausgerechnet ein ehemaliger BVB-Profi an seine Mitspieler in München und nimmt sie in die Pflicht. Stürmerstar Robert Lewandowski benannte das große Problem des FC Bayern und schoss gegen die jüngere Generation.

"Eine Achse, die nur aus Neuer und Lewandowski besteht, ist zu wenig", sagte der 31 Jahre alte polnische Nationalspieler vor der Partie in der "Süddeutschen Zeitung". Weiter sagte er: "In jedem Mannschaftsteil, in jeder Linie sollte es einen Anführer geben: Torwart, Abwehrspieler, einer aus dem Mittelfeld, einer aus der Offensive, das wäre perfekt. Es kann nicht ein Spieler alle führen, das ist zu viel, das ist unmöglich."

Neuer und Lewandowki spielten auch in den zuletzt schwächeren Bayern-Partien durchweg gut: Alleine Lewandowski traf bisher in jedem Spiel in der Champions League und in der Bundesliga – er schoss in beiden Wettbewerben schon 20 Tore in 14 Spielen. Was Lewandowski aber wohl auch vergisst: Nur Neuer und er spielen Woche für Woche auf ihren Positionen. Dazwischen herrscht ein munteres Tauschen.

Nur Lewandowski und Neuer spielen auf ihren Positionen

Die verletzten Innenverteidiger Niklas Süle und Lucas Hernandez sowie der gegen den BVB rotgesperrte Jérôme Boateng reißen eine Lücke in die Abwehr, die eine Kettenreaktion zur Folge hatte und hat. Kaum ein Bayern-Profi spielte in den vergangenen Wochen auf seiner angestammten Position.

Bayern Interimstrainer Hansi Flick musste beim Spiel gegen Olympiakos Piräus in der Königsklasse fast alle Spieler auf neue Positionen stellen. Seine Startaufstellung glich einem Speed-Dating – denn jeder Spieler rückte eine Position weiter. Flick stellte den Flügelspieler Alphonso Davies auf die linke Verteidiger-Position, den linken Verteidiger David Alaba und den defensiven Mittelfeldspieler Javi Martinez in die Innenverteidigung und der eigentlich dort spielende Benjamin Pavard rückte auf die rechte Außenverteidiger-Position – wo eigentlich Joshua Kimmich zu Hause ist.

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Brachten konstant gute Leistungen: Robert Lewandowski und Manuel Neuer. Bild: Bernd Feil/M.i.S. via www.imago-images.de

Kimmich spielte aber im defensiven Mittelfeld neben Leon Goretzka, dessen Parade-Position eigentlich auf der offensiveren Acht ist. Der in dieser Saison wieder stark aufspielende Serge Gnabry pendelt seit Wochen immer wieder zwischen dem rechten und linken Flügel – wie auch sein Gegenüber Kingsley Coman. Thomas Müller spielte auch mal außen und zuletzt wieder hinter der Sturmspitze. Lediglich Lewandowski und Neuer dürfen auf ihren Positionen Woche für Woche Spielpraxis sammeln.

Lewandowski schießt gegen junge Generation

Doch für Lewandowski gebe es noch andere Probleme, wie er im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" erklärt. Er vermisse "Kommandos" von mehr Spielern auf dem Platz. Er versuche, die jüngeren Teamkollegen dazu zu animieren. "Die jungen Spieler sind natürlich noch etwas zurückhaltend, oder sie haben mit der Sprache ein Problem. Aber ich weiß, dass zwei, drei Monate in einem Land reichen, um Kommandos geben zu können! Das muss man auch erwarten können!"

Früher seien die Spieler individueller gewesen, erklärt Lewandowski, der glaubt, dass die jüngeren Profis mehr Ansagen bräuchte, weil sie das aus den Nachwuchsakademien so kennen. "Wenn du Vorgaben von Trainern von klein auf gewohnt bist, verlierst du die individuellen Sachen, das eigene Denken."

Lewandowski fasst zusammen: "Das ist eine Generation, die schreibt viel SMS, die kommuniziert viel im Internet, sie telefoniert weniger. Das ist einfach eine andere Kultur." Er selbst nicht nimmt sich jedoch nicht ganz raus: "Ich bin zwischen diesen Generationen."

(bn)

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