Trainer Pal Dardai zeigend, gestikulierend / Aktion / Oberkoerper Oberkörper / / Fußball Fussball / Training / 1.Bundesliga Herren DFL / Saison 2020/2021 / 26.01.2021 / Hertha BSC Berlin / DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. / *** Coach Pal Dardai pointing, gesturing action upper body upper body sports football soccer training 1 Bundesliga men DFL season 2020 2021 26 01 2021 Hertha BSC Berlin DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video

Pal Dardai ist erneut Cheftrainer bei Hertha BSC und voller Tatendrang. Bild: www.imago-images.de / O.Behrendt

Hertha-Trainer Pal Dardai weint beim Abschied von seiner alten Mannschaft

Pal Dardai ist zurück beim Profiteam von Hertha BSC und soll die Mannschaft gemeinsam mit dem neuen Manager Arne Friedrich aus dem Tabellenkeller führen – und vor dem Abstieg bewahren.

Dabei tat sich der 44-jährige Ungar schwer, seine bisherige Mannschaft, die U 16 des Berliner Bundesligisten, zu verlassen. Wie er auf seiner Antrittspressekonferenz am Dienstag zugab, ließ er seinen Emotionen dabei freien Lauf. "Bei meinem Abschied von der U 16 habe ich angefangen, richtig zu weinen. Das hat ein bisschen weh getan. Mir wäre fast das Herz rausgeflogen", erzählte er.

Von 2015 bis 2019 war Dardai bereits Cheftrainer der Berliner, wurde dann jedoch von Ex-Manager Michael Preetz vor die Tür gesetzt, da er ihm eine Weiterentwicklung der Mannschaft nicht mehr zutraute. Nach einem Jahr Pause übernahm er ab Sommer 2020 die U 16 der Hertha. "Ich habe Spaß dabei, Spieler zu verbessern. Es ist schön und es gibt keinen entspannteren Job", sagte er.

Dardai sah Team als 20 Alligatoren

Dabei hatte er einige schlaflose Nächte, ob er den Job beim Profiteam überhaupt annehmen soll, denn sein Eindruck von der Mannschaft war nicht der beste. "Ich dachte, es sind 20 Alligatoren, weil die paar Trainer vorher haben sie auch aufgefressen." Doch seine erste Momentaufnahme nach dem ersten Training am Dienstag war nach Dardais Angaben besser als gedacht. "Die Mentalität passt. Alles gut, alles schön."

Im Vergleich zum Juniorenbereich werde sein Leben bei Herthas Profiteam nun wegen der erhöhten Aufmerksamkeit der Medien aber wieder stressiger. "Aber ein bisschen Stress machen mit dem Schiedsrichter oder dem gegnerischen Trainer hat mir auch gefehlt", berichtet Dardai mit einem Lächeln.

Jetzt gilt es für ihn, mit der Mannschaft schnellstmöglich wieder Erfolge zu feiern. Bei nur zwei Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 16 sind die Berliner mitten drin im Abstiegskampf. Davon will der neue Coach aber nichts hören. "Wir brauchen nicht von Abstieg reden, weil wir nicht auf einem Abstiegsplatz stehen." Zu Saisonbeginn wollten die Berliner dank teurer Neuzugänge eigentlich die Europapokal-Plätze angreifen.

Sportchef Friedrich sieht Kader in den Kinderschuhen

Für den neuen Sportchef Arne Friedrich geht es nun vor allem darum, die Mannschaft zusammenzuschweißen. "Der Kader ist sehr talentiert, aber steckt noch in den Kinderschuhen. Es muss sich eine neue Hierarchie bilden. Da brauchen wir Pals Hilfe, denn er ist sehr erfahren", sagte Friedrich. Eine Aufgabe, an der aber bereits sein Vorgänger Bruno Labbadia scheiterte. Dardais Motto für die kommenden Wochen ist dafür sehr einfach: "Hart arbeiten, schwitzen und alles dafür tun, dass es funktioniert."

Doch Dardai stellte auch klar, dass ihm die üblichen sechs Wochen Vorbereitungszeit in der Sommerpause fehlen. "Ich bin auch kein Zauberer." Für ihn geht es in erster Linie darum, den negativen Stress in der Mannschaft zu lösen. "Die Mannschaft muss gut und frei spielen. Die nächste Stufe wäre dann, dass wir gewinnen."

Das dürfte aber schwer werden. Dardais Auftaktprogramm als Hertha-Coach sind Spiele gegen Eintracht Frankfurt, Bayern München und den VfB Stuttgart. Da könnte es durchaus zu einem Fehlstart kommen.

(lgr)

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