Freut sich schon auf Flicks Verbesserungen bei der DFB-Elf: Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus
Freut sich schon auf Flicks Verbesserungen bei der DFB-Elf: Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus
Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

EM-News – Rekord-Nationalspieler Matthäus kritisiert Löw-Taktik +++ Bierhoff bedankt sich nicht öffentlich bei Löw nach 15 Jahren als DFB-Trainer

30.06.2021, 16:3902.07.2021, 12:07

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Nach der Niederlage gegen England am Dienstagabend ist Deutschland im Achtelfinale der EM ausgeschieden. Löw leistete damit sein letztes Spiel als Trainer der Nationalmannschaft. Die Stimmung in der Nationalelf ist getrübt.

Für den Wembley-Sieger gilt es am Samstag den Siegeszug im Viertelfinale gegen die Ukraine fortzusetzen.

Zunächst stehen aber noch die Partien Schweiz gegen Spanien und Belgien gegen Italien für Freitag auf dem Plan.

1. Juli

8.00 Uhr: Rekord-Nationalspieler Matthäus: "Flick wird Dinge verbessern, verändern vor allem"

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat nach dem EM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Taktik des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw kritisiert. "Natürlich muss man über das System diskutieren, weil die Spieler das System nicht spielen wollten. Jogi Löw ist stur gewesen und hat wieder an etwas festgehalten, was im Endeffekt keinen Erfolg gebracht hat", sagte der 60-Jährige in einer Video-Kolumne für Interwetten. Beim Scheitern in der Vorrunde der WM 2018 in Russland habe Löw zu lange an verdienten Spielern festgehalten.

Joshua Kimmich habe sich auf der rechten Seite nicht wohl gefühlt, auch Thomas Müller habe auf einer anderen Position als beim FC Bayern gespielt, meinte Matthäus. Dabei nahm der Weltmeister von 1990 nach dem Aus durch das 0:2 gegen England im Achtelfinale am Dienstag auch erfahrene Spieler aus dem Kader in die Pflicht und sprach diese direkt an. "Sie haben Persönlichkeit, ein Manuel Neuer, ein Mats Hummels, ein Thomas Müller, ein Toni Kroos. Geht's auf den Trainer zu und redet mit ihm", betonte er. "Es kann nicht sein, dass wir ein System gespielt haben, das ihr im Endeffekt nicht wolltet."

Große Hoffnungen setzt Matthäus auf den Nachfolger von Löw als Bundestrainer. "Hansi Flick wird Dinge verbessern, verändern vor allem. Das ist zum Wohle der deutschen Nationalmannschaft, des deutschen Fußballs", sagte er. "Zwei Turniere so zu spielen wie wir es gespielt haben, das ist nicht das, was man von Deutschland erwartet."

30. Juni

12.45 Uhr: Nationalmannschaftsdirektor Bierhoff dankt Jogi Löw bei Abschiedspressekonferenz nach EM-Aus nicht – Löw übernimmt Verantwortung

Nach der 0:2-Niederlage im Achtelfinale stellten sich Bundestrainer Jogi Löw und Nationalmannschaftsdirektor Joachim Löw zum letzten Mal den Fragen der Journalisten auf einer Pressekonferenz.

Jogi Löw wirkte dabei sehr nachdenklich und geknickt und wählte seine Worte gerade zu Beginn sehr bedacht. "Ich habe und hatte immer das absolute Vertrauen in diese Mannschaft und habe an sie geglaubt. Es tut mir auch Leid, dass wir unsere Fans enttäuscht haben und nicht diese Begeisterung ausgelöst haben, die wir uns vorgenommen haben." Löw rang sichtlich um die richtigen Worte und fügte dann noch hinzu: "Ich übernehme die Verantwortung für das Ausscheiden. Ohne Wenn und Aber." Doch zum Ende seiner ersten Ausführungen huschte Löw dann doch noch ein Lächeln über die Lippen als er sagte: "Mein Herz schlägt weiter Schwarz, Rot, Gold".

Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff sah man die Enttäuschung ebenfalls an, doch der 53-Jährige wirkte während der Pressekonferenz sehr rational und unterkühlt. "Es tut natürlich weh, weil man viel investiert hat. Die Spieler haben diszipliniert mitgezogen und wir hatten ein gutes Umfeld." Er selbst war überzeugt, dass "wir mit dieser Mannschaft bis zum Ende des Turniers marschieren können."

Am Ende könne man jedes Spiel analysieren, doch das Ergebnis und das Aus im Achtelfinale bliebe bestehen. "Damit sind wir natürlich nicht zufrieden. Unser Anspruch ist es immer, zu den besten zu gehören. Egal, wie ein Ergebnis entsteht, ist die Enttäuschung und Unzufriedenheit groß." Bierhoff bedankte sich jedoch nicht öffentlich für Löws 15 Jahre als DFB-Trainer, sondern beendete seine Einschätzung zum Aus mit den Worten: "Ansonsten gibt es nichts." DFB-Pressesprecher Jens Grittner bedankte sich am Ende der Pressekonferenz im Namen des gesamten Betreuerteams.

12.04 Uhr: Deutschland-Spiel: Gute TV-Quote und schlechte Kritik

Das Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft hat die bisher höchste Einschaltquote des Turniers erreicht und zugleich zu Kritik geführt. Durchschnittlich 27,36 Millionen Menschen sahen die Live-Übertragung der 0:2-Niederlage gegen England am Dienstagabend in der ARD. Der Marktanteil lag bei 76,5 Prozent. Der bisherige Bestwert der EM waren die 25,74 Millionen (71,4 Prozent) beim Vorrunden-Unentschieden gegen Ungarn im ZDF.

Kritik an den Interviews nach dem EM-Aus der Nationalmannschaft wies ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky am Mittwoch zurück. "Jessy Wellmer und Bastian Schweinsteiger ist es gelungen, respektvoll mit Joachim Löw umzugehen, ohne unkritisch mit der Situation umzugehen", sagte Balkausky der Deutschen Presse-Agentur. "Das Interview war ja sehr herausfordernd für alle Beteiligten, da dies das Ende der Ära Löw bedeutete und dies auch dem Bundestrainer spürbar nahe ging."

Kritik gab es nach dem 0:2 und dem enttäuschenden Ende der Ära Löw unter anderem an Wellmers Formulierung "Ende gut, alles gut". Der Sportkoordinator sagte dazu: "Sie hat eine Frage formuliert, die hieß: "Ende gut, alles gut – oder eben nicht alles gut?" Dies mag in dem Lärm verkürzt am Fernseher angekommen sein, ist aber von ihr ausdrücklich als Frage formuliert worden." Mehrere Medien hatten die Interviewführung kritisiert. Auch in den sozialen Netzwerken zeigten sich viele Nutzer irritiert und verärgert.

07.45 Uhr: Bewegender Müller-Post nach Großchance: "Tut mir verdammt weh"

Fußball-Nationalspieler Thomas Müller hat sich nach seiner vergebenen Großchance im EM-Achtelfinale gegen England (0:2) am frühen Mittwochmorgen mit einem bewegenden Instagram-Post zu Wort gemeldet. "Da war er, dieser eine Moment, der dir am Ende in Erinnerung bleibt, der dich nachts um den Schlaf bringt. Für den du als Fußballer arbeitest, trainierst und lebst", schrieb Müller, der sich direkt nach dem Spiel nicht geäußert hatte: "Dieser Moment, wenn du es alleine in der Hand hast, deine Mannschaft in ein enges K.o.-Spiel zurückzubringen und eine ganze Fußballnation in Ekstase zu versetzen. Diese Möglichkeit zu bekommen und sie dann ungenutzt zu lassen, tut mir verdammt weh."

Es tue ihm weh für das gesamte Team, schrieb der 31-Jährige weiter: "Meine Mitspieler und unseren Trainer, die mir allesamt das Vertrauen geschenkt haben genau dann zur Stelle zu sein. Aber vor allem schmerzt es wegen all der Deutschland-Fans da draußen, die während dieser EM trotz schwieriger Vorzeichen zu uns gehalten und uns unterstützt haben. Danke für eure Unterstützung."

Zu seiner Zukunft im Nationalteam äußerte sich der erst zur EM ins Nationalteam zurückgeholte Bayern-Profi nicht. Beim Achtelfinal-Aus am Dienstag hatte der Weltmeister von 2014 die große Chance zum zwischenzeitlichen 1:1 vergeben, als er in der 81. Minute alleine aufs Tor zulief und den Ball knapp links vorbeischoss.

29. Juni

23.50 Uhr: "Gemetzel" von Glasgow: Ukraine siegt und feiert

Nach dem Überraschungscoup gegen Schweden ist Außenseiter Ukraine in Partylaune und bittet nun Deutschland-Bezwinger England zum Tanz. "Wir fordern morgen arbeitsfrei für das ganze Land!", verkündete die Boulevardzeitung "KP" nach dem 2:1 (1:1, 1:1) gegen Schweden in Glasgow. "Es ist bereits nach Mitternacht und wir, alle 40 Millionen, sind immer noch auf dem Spielfeld." Der erste Viertelfinaleinzug bei einem großen Fußballturnier seit der Weltmeisterschaft 2006 lädt das Land zum Träumen ein. Nun will das Team des ehemaligen Stürmerstars Andrej Schewtschenko mehr.

Es war ein harter Kampf, den sich die beiden blau-gelben Mannschaften vor 9221 Zuschauern in der schottischen Metropole lieferten. Fußballerisch zwar nicht immer glanzvoll, aber doch voller Höhepunkte entwickelte sich eine kurzweilige Partie. Schwedens Mittelfeldstar Emil Forsberg traf aus der Distanz zum zwischenzeitlichen Ausgleich ins Netz (43.), aber auch jeweils Pfosten und Latte. Auch die Ukraine hatte ihre Chancen.

Dann wurde es wild. Viele Verletzungsunterbrechungen störten den Spielfluss, Spieler beider Teams schleppten sich mehr über den Platz als sie liefen, fast im Minutentakt liefen die medizinischen Betreuer aufs Spielfeld. "In der Nachspielzeit verwandelte sich das Spiel in ein richtiges Gemetzel mit Verletzungen und Platzverweis", urteilte das Webportal "Segodnja" – mit dem glücklicheren Ende für die Ukraine. Denn in der Nachspielzeit der Verlängerung traf Joker Artjom Dowbik (120.+1) mit seinem ersten Länderspieltor tatsächlich zum Sieg, der in der Heimat frenetisch gefeiert wurde.

23.16 Uhr: Hummels über Enttäuschung nach EM-Aus: "Will es nicht wahrhaben"

Fußball-Nationalspieler Mats Hummels hat seiner Enttäuschung über das EM-Aus der deutschen Mannschaft bei Instagram Luft gemacht. "So, that’s it. Die EM ist für uns vorbei und ich sitze hier im Bus und will es nicht wahrhaben", schrieb der Innenverteidiger von Borussia Dortmund am Dienstagabend. Zuvor war das DFB-Team im EM-Achtelfinale mit 0:2 gegen England ausgeschieden. Die Enttäuschung sei riesengroß bei allen, so der 32-Jährige. "Am Ende haben wir nur 1 von 4 Spielen gewonnen und fahren dann irgendwie auch verdient nach Hause", schrieb er.

Auf der anderen Seite habe er gesehen, wie viel die Mannschaft investiert habe in den letzten Wochen. "Es hat mir unendlich viel Spaß gemacht wieder bei der Nationalmannschaft dabei zu sein und ich fand, wir hatten, was es braucht um dieses Turnier zu gewinnen." Auch wenn er wisse, dass das nach der Niederlage komisch klinge. Hummels hatte seine Zukunft in der DFB-Elf kurz nach dem Spiel zunächst offen gelassen.

Mut sprach ihm seine Frau Cathy Hummels zu. "Du hast alles gegeben und noch viel mehr. Allein wie du deine Schmerzen in den Knien weggebissen hast und gekämpft hast, topfit zu sein für dieses Turnier, deine Mannschaft und Deutschland", antwortete sie auf den Post.

20.39 Uhr: Löw spricht von "großer Enttäuschung" nach EM-Aus

Nach der Niederlage gegen England am Dienstag gab sich der Bundestrainer Joachim Löw deutlich niedergeschlagen. "Es war eine große Enttäuschung für uns alle. Es tut uns leid, dass wir jetzt aus dem Turnier raus sind. Wir hätten uns natürlich was anderes erhofft. Im Moment ist bei allen Spielern Totenstille, alle Spieler sind maßlos enttäuscht", sagte er der deutschen Presse-Agentur

Löw zieht Bilanz: "Wir können mehr Chancen rausspielen, aber in so einem Spiel bekommst du nur wenige. Wir hatten die größeren Chancen, bis England in Führung geht. Dann haben die Engländer es eiskalt gemacht, deshalb sind wir jetzt auch sehr enttäuscht"

19.50 Uhr: Bitterer Wembley-K.o.: England schickt Löw in Bundestrainer-Rente

Aus! Vorbei! EM-K.o.! Joachim Löw muss nach einer schmerzhaften Wembley-Schlappe zwölf Tage zu früh in die Bundestrainer-Rente. Aggressive Engländer haben den Traum vom vierten deutschen Europameister-Titel abrupt zerstört und die einst glanzvolle Ära des Weltmeister-Coaches im EM-Achtelfinale vor dem ersehnten letzten Endspiel-Date beendet.

55 Jahre nach dem legendären WM-Endspiel 1966 brauchten die Three Lions am Dienstagabend kein historisch zweifelhaftes Lattentor, um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erstmals wieder in einem entscheidenden Turnierspiel zu bezwingen. Löw hatte wieder einmal, als es schieflief, keinen Plan B parat.

Raheem Sterling (75. Minute) und Harry Kane mit seinem ersten EM-Treffer (86.) erzielten vor 45.000 euphorisierten Fans die Tore zum 2:0 (0:0)-Sieg der Engländer gegen eine in der spannungsgeladenen Stimmung viel zu harmlose DFB-Elf. Für Rekordcoach Löw endet die DFB-Zeit nach fast 15 Jahren und 198 Länderspielen als Bundestrainer mit einer herben Enttäuschung.

Thomas Müller vergab in der 81. Minute bei einer der wenigen deutschen Tormöglichkeiten die Chance auf den zwischenzeitlichen Ausgleich. Während die DFB-Elf nur zum Kofferpacken nach einem Turnier mit mehr Schatten als Licht noch einmal ins EM-Quartier in Herzogenaurach zurückkehrt, um dann frustriert den Sommerurlaub anzutreten, geht die EM-Reise der Engländer weiter. Am Samstag soll im Viertelfinale gegen Schweden oder die Ukraine in Rom das Ticket für die nächste Wembley-Partie im Halbfinale gelöst werden. Der 11. Juli steht als Endspiel-Tag ganz dick im englischen Fußball-Kalender.

Löw und seine glücklosen DFB-Stars haben dann ungewollt frei. Im September startet Hansi Flick als neuer Bundestrainer mit der Fortsetzung der WM-Qualifikation für Katar 2022 ein neues Kapitel – viel Arbeit wartet nach der EM-Enttäuschung auf den einstigen Löw-Assistenten und Bayern-Erfolgscoach. Unmittelbar vor der Partie hatte Löw noch ein Anliegen geäußert. "Kein Trainer wünscht sich ein Elfmeterschießen, das ist immer ein Vabanque-Spiel", sagte der Bundestrainer – doch diesen Ausgang hat er sich nicht gewünscht.

28. Juni

8.23 Uhr: Löw will Elfmeterschießen verhindern

Bundestrainer Joachim Löw will ein Elfmeterschießen im EM-Achtelfinale gegen England (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) unter allen Umständen verhindern. "Beide Trainer", betonte Löw, "wollen ein Elfmeterschießen vermeiden. Man will das Spiel vorher entscheiden. Im Elfmeterschießen kann alles passieren."

Löw hat die Ausnahmesituation zwar trainieren lassen, "im Spiel ist das aber etwas völlig anderes". Ein Elfmeterschießen nach 120 Minuten sei "eine unheimliche Drucksituation, eine ganz andere Belastung". Dabei hat die deutsche Nationalmannschaft in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Elfmeterschießen gemacht. Gegen England gab es 1990 im WM-Halbfinale und 1996 im EM-Halbfinale Siege. Auch das einzige Elfmeterschießen unter dem Bundestrainer Löw wurde 2016 im EM-Viertelfinale gegen Italien gewonnen.

Für Torhüter Manuel Neuer ist der finale Shootout auch eine "Sache des Bauchgefühls", obwohl sich Bundestorwarttrainer Andreas Köpke damit im Wembley-Stadion ja auskenne, wie er betonte. Köpke parierte vor 25 Jahren den entscheidenden Elfmeter des heutigen englischen Teammanagers Gareth Southgate.

8.00 Uhr: Nach dramatischem EM-Aus: Frankreichs Trainer beschwört Einheit der Mannschaft – Mbappé untröstlich

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hat nach dem EM-Aus des Weltmeisters die Einheit seiner Mannschaft beschworen. "Die gesamte Mannschaft steht zusammen. Auch wenn es ein enttäuschender Moment ist, wir halten zusammen", sagte der 52-Jährige am Montagabend nach der Achtelfinal-Niederlage im Elfmeterschießen gegen die Schweiz. "Wir haben gegen eine starke Schweizer Mannschaft verloren."

Im Elfmeterschießen, in dem der Schweizer Torwart Yann Sommer entscheidend gegen Kylian Mbappé gehalten hatte, gehöre "auch ein bisschen Glück" dazu.

Auf Mbappé, der sich ohne Turniertor verabschiedet, sei niemand sauer, äußerte Deschamps. Der Starspieler von Paris Saint-Germain sei "unglaublich traurig – so wie alle Spieler", sagte der Trainer, der als Spieler Welt- und Europameister geworden war. Niemand könne Mbappé böse sein, dass dieser beim letzten Elfmeter die Verantwortung übernommen habe.

"Ich denke, das wird uns allen helfen", sagte Deschamps, der mit seinem Team im ersten Gruppenspiel die deutsche Nationalmannschaft mit 1:0 geschlagen hatte. "Wir hatten viele tolle Moment. Aber heute tut es natürlich weh. Wir haben viele Dinge richtig gemacht, aber nicht alles." Wie Titelverteidiger Portugal sei nun der Weltmeister raus, "das müssen wir akzeptieren", sagte Deschamps, der mit der Équipe Tricolore vor knapp drei Jahren in Russland Weltmeister geworden war.

"Es tut mir leid für den Elfmeter. Ich wollte der Mannschaft helfen, aber ich habe versagt", hatte der untröstliche 22-jährige Kylian Mbappé nach dem bitteren 4:5 nach Elfmeterschießen gegen die Schweiz auf Instagram geschrieben: "Die Traurigkeit nach unserem Aus ist riesig, wir konnten unser Ziel nicht erreichen." Schlafen werde nun schwer, ergänzte Mbappe, "aber so etwas passiert leider in diesem Sport, den ich so sehr liebe."

Der Torjäger von Paris St. Germain hatte beim packenden Duell gegen die Schweiz, das nach 120 Minuten 3:3 endete, die Verantwortung übernommen und den insgesamt zehnten Elfmeter geschossen. Allerdings scheiterte Mbappe als einziger Schütze im Elfmeterschießen am Schweizer Torhüter Yann Sommer. "Ich weiß, dass ihr Fans traurig seid, aber ich würde mich gern bei euch für eure Unterstützung bedanken und dafür, dass ihr immer an uns geglaubt habt", erklärte Mbappe seinen fast 53 Millionen Followern.

Nun sei das Wichtigste, in den nächsten Jahren noch stärker zurückzukommen, schrieb Mbappe, der in allen vier EM-Spielen des Weltmeisters ohne Tor geblieben war: "Gratulation und viel Glück an die Schweiz."

Die brasilianische Fußball-Ikone Pele spendete Trost. "Behalte den Kopf oben, Kylian", twitterte der 80-Jährige: "Morgen ist der erste Tag einer neuen Reise."

12.30 Uhr: Löw wohl mit zwei Veränderungen in der Startelf

Bundestrainer Joachim Löw wird seine Mannschaft für das EM-Achtelfinale in London gegen England wohl auf zwei Positionen gegenüber dem Gruppenfinale gegen Ungarn (2:2) verändern. Thomas Müller dürfte nach überstandenen Knieproblemen für Leroy Sane in die Mannschaft rücken, zudem könnte Leon Goretzka seine Chance in der Startelf für Ilkay Gündogan erhalten. Weitere Umstellungen beim Personal und der Taktik sind unwahrscheinlich.

Vor Torhüter Manuel Neuer wird erneut eine Dreierkette mit Matthias Ginter, Mats Hummels und Antonio Rüdiger erwartet. Auf den Außenpositionen sind Joshua Kimmich und Robin Gosens gesetzt. Neben Goretzka dürfte Toni Kroos im Zentrum spielen. Für die Tore sollen am Dienstag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im Wembley-Stadion neben Müller wieder Kai Havertz und Serge Gnabry sorgen.

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung: 1 Neuer/Bayern München (35 Jahre/103 Länderspiele/0 Tore) - 4 Ginter/Borussia Mönchengladbach (27/43/2), 5 Hummels/Borussia Dortmund (32/75/5), 2 Rüdiger/FC Chelsea (28/44/1) - 6 Kimmich/Bayern München (26/58/3), 18 Goretzka/Bayern München (26/34/14), 8 Kroos/Real Madrid (31/105/17), 20 Gosens/Atalanta Bergamo (26/10/2) - 7 Havertz/FC Chelsea (22/17/5), 25 Müller/Bayern München (31/105/39), 10 Gnabry/Bayern München (25/25/16).

12.00 Uhr: Trotz steigender Corona-Zahlen: EM-Viertelfinale wie geplant in St. Petersburg

Trotz steigender Corona-Fallzahlen halten die Organisatoren an der Austragung eines Viertelfinals der Fußball-EM in St. Petersburg fest. "Das Viertelfinale wird wie geplant stattfinden", teilten die lokalen Organisatoren auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit.

Ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union (UEFA) bestätigte, dass "es keine Pläne gibt, den Austragungsort zu ändern". Die gesundheitliche Situation in Russland ändere "nichts für die Teams".

Am Freitag (18.00 Uhr) treffen dort die Sieger der Achtelfinals zwischen Frankreich und der Schweiz sowie zwischen Kroatien und Spanien aufeinander. Am vergangenen Samstag waren 107 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden in St. Petersburg gemeldet worden. Laut russischen Nachrichtenagenturen ist das die höchste Zahl einer Stadt in Russland seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Neuinfektionen steigt seit Tagen rasant an, zudem verbreitet sich in Russland die als ansteckender geltende Delta-Variante.

Auch im Rahmen der EM kam es zu zahlreichen Infektionen mit dem Coronavirus. Finnische Behörden teilten mit, dass fast 100 Finnen nach der Rückkehr aus St. Petersburg, wo zwei Vorrundenspiele des EM-Neulings stattgefunden hatten, positiv getestet worden seien.

7.15 Uhr: Belgien bangt um Einsätze von Spielmacher und Kapitän

Die belgische Fußball-Nationalmannschaft bangt nach dem Einzug ins EM-Viertelfinale um die Einsätze von Spielmacher Kevin De Bruyne (29) und Kapitän Eden Hazard (30). "Kevin hat etwas am Knöchel abbekommen, das war ein wirklich übles Foul. Bei Eden sind es eher muskuläre Beschwerden", berichtete Trainer Roberto Martinez nach dem 1:0 (1:0) gegen Titelverteidiger Portugal. De Bruyne wurde am Sonntagabend in Sevilla kurz nach Wiederanpfiff ausgewechselt, nachdem der Offensivspieler von Manchester City in der ersten Hälfte bei einem Konter rüde von Joao Palhinha gefoult worden war.

Real-Madrid-Stürmer Hazard musste in der Schlussphase des intensiv geführten Achtelfinal-Duells angeschlagen vom Feld. "Es gibt noch keine Diagnose. Wir werden am Montag einige Untersuchungen durchführen", kündigte Martinez an. Thorgan Hazard, Schütze des entscheidenden Tores (42.), äußerte sich skeptisch mit Blick auf die Verletzung seines Bruders: "Es sah nicht so gut aus", sagte der BVB-Profi. "Wir hoffen, dass alles okay sein wird – auch bei Kevin. Wir brauchen diese beiden Spieler."

Belgien kämpft am Freitag (21.00 Uhr) in München gegen den viermaligen Weltmeister Italien um den Einzug ins EM-Halbfinale.

7.00 Uhr: Tschechien träumt vom großen Wurf

Tschechiens Fußball-Nationaltrainer Jaroslav Silhavy traut seiner Mannschaft nach dem Coup im EM-Achtelfinale gegen die Niederlande noch mehr zu. "Wir waren der Underdog, schon in der Gruppe. Und wir sind so weit gekommen", sagte der 59-Jährige nach dem 2:0 (0:0)-Sieg gegen die Elftal am Sonntag in Budapest: "Vielleicht können wir auch gegen Dänemark überraschen und sogar noch weiter kommen." Am 3. Juli treffen die Tschechen im Viertelfinale in Baku auf die Dänen. "Ich befürchte, es wird viel schwieriger. Die Dänen haben sich nach dem tragischen ersten Spiel aufgerichtet", sagte Silhavy mit Bezug auf das Drama um Mittelfeldspieler Christian Eriksen: "Ich bin sicher, dass es ein schwieriges Spiel wird. Wir werden für das Weiterkommen kämpfen."

Der Erfolg gegen die Niederländer kam überraschend, da Oranje mit drei Siegen durch die Gruppenphase spaziert war. Silhavys Team war dagegen nur als Gruppendritter weitergekommen. Tomas Holes (68.) und Patrik Schick (80.) schossen Tschechien in Ungarns Hauptstadt zum Sieg. Der niederländische Verteidiger Matthijs de Ligt (52.) hatte zuvor wegen eines Handspiels die Rote Karte gesehen.

27. Juni

09.26 Uhr: England-Stürmer hält Deutschland für "gut geölte" Mannschaft

Englands Stürmer Dominic Calvert-Lewin hält das deutsche Team für ein bestens aufeinander abgestimmtes Gesamtwerk. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw sei eine "gut geölte" Mannschaft, sagte der 24-Jährige am Samstag. "Sie spielen meistens ein bestimmtes System, haben viele tolle Spieler." Der Ersatzmann von Kapitän Harry Kane freut sich auf das EM-Achtelfinale gegen das DFB-Team am Dienstag, "weil es eine große Geschichte zwischen England und Deutschland gibt".

Der Angreifer vom FC Everton kündigte an, dass die Engländer sich nach gerade mal zwei Toren in der Vorrunde der Fußball-EM offensiv verbessern werden. "Was das Kreative angeht, wird noch viel mehr von uns kommen", sagte er. "Dass wir ohne Gegentor geblieben sind, war sehr wichtig. Aber wir wären gerne noch etwas kreativer und würden gerne mehr Chancen kreieren." Mit zwei erzielten Treffern hatte zuvor noch keine Mannschaft bei einer EM ihre Vorrundengruppe als Erster abgeschlossen.

26.Juni

23.30 Uhr: In der Verlängerung: Joker bringen Italien ins EM-Viertelfinale

Italien hat mit viel Mühe das Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft erreicht. Der Turnierfavorit besiegte am Samstagabend im Achtelfinale in London den starken Außenseiter Österreich erst nach Verlängerung mit 2:1 (0:0,0:0). Federico Chiesa (95. Minute) und Matteo Pessina (105.) trafen vor 18 910 Zuschauern im Wembley-Stadion für die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini. Sasa Kalajdzic vom Bundesligisten VfB Stuttgart gelang nur noch der Anschlusstreffer für die Österreicher (114.). Der Europameister von 1968 spielt nun am Freitag in München gegen den Sieger der Begegnung Belgien gegen Portugal um den Einzug ins Halbfinale.

21.03 Uhr: Dänemark verzückt seine Fans: 4:0 gegen Wales

Dänemarks emotionale EM-Party geht munter weiter. Nach dem 4:0 (1:0) im Achtelfinale gegen erschreckend schwache Waliser verwandelten die Fans die Amsterdam Arena in ein Tollhaus. Auf dem Rasen tanzten die Spieler um Doppel-Torschütze Kasper Dolberg ausgelassen, Erfolgscoach Kasper Hjulmand umarmte jeden seiner Akteure - und am Ende versammelten sich alle zu einem Gruppenfoto vor den Anhängern. 29 Jahre nach dem EM-Coup im Finale gegen Deutschland träumt ganz Dänemark wieder vom Titel. "Es ist schwer zu glauben, dass das wirklich Realität ist. Ich möchte mich bei allen Dänen bedanken, die hier so zahlreich hingekommen sind. Und insgesamt für die ganze Unterstützung, die wir überall erleben", sagte der frühere Mainzer Bundesliga-Trainer Hjulmand.

Im ersten K.o.-Spiel der Fußball-Europameisterschaft trafen der frühere Ajax-Profi Dolberg (27. und 48. Minute), Joakim Maehle (88.) und Martin Braithwaite (90.+6). Die Skandinavier fordern nun am Samstag in Baku den Gewinner der Partie Niederlande - Tschechien.

13.42 Uhr: Vor EM-Viertelfinale: Viele Corona-Todesfälle in St. Petersburg

Vor dem EM-Viertelfinalspiel in Russland verzeichnet die Stadt St. Petersburg immer mehr Corona-Tote. Die Behörden meldeten am Samstag 107 Todesfälle innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. Die Zahl der Neuinfektionen wurde demnach mit 1200 binnen eines Tages angegeben, etwas mehr als am Vortag. Die Millionenstadt hatte zuletzt eine Reihe von Beschränkungen erlassen, um die Infektionslage in den Griff zu bekommen.

Zuletzt gab es immer wieder Berichte, dass bei finnischen Fußballfans nach ihrer Rückkehr aus St. Petersburg eine Corona-Infektion nachgewiesen worden sei. Der Fußball sei nicht schuld an der Infektionslage, hatte Stadt-Gouverneur Alexander Beglow gesagt. Die Touristen hätten einen Corona-Test machen müssen. Für Reisende nach Deutschland sollen wegen der Corona-Lage in Russland massive Einschränkungen gelten. Dem Robert Koch-Institut zufolge wird neben Russland auch Portugal am Dienstag als Virusvariantengebiet eingestuft.

25.Juni

08.39 Uhr: RKI-Chef Wieler sieht K.o.-Spiele in London kritisch

Lothar Wieler sieht die K.o.-Spiele der Fußball-Europameisterschaft in London weiterhin kritisch. "Aus infektionsmedizinischer Sicht ist das keine gute Idee", sagte der Präsident des Robert Koch-Institutes in einem Interview der "Rheinischen Post" (Freitag). In Großbritannien breitet sich die zuerst in Indien nachgewiesene Delta-Variante des Coronavirus stark aus und ist dort für die Mehrzahl der aktuellen Infektionen verantwortlich.

Wenig Verständnis hat Wieler unter dem Gesichtspunkt des Infektionsschutzes auch für volle Stadien und umherreisende Fußball-Anhänger. Unter diesem Aspekt sei er darüber nicht glücklich und Reisen von Fans kreuz und quer durch Europa seien natürlich nicht sinnvoll. "Im Münchner Stadion gibt es immerhin ein Hygienekonzept, das den Zugang nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete erlaubt und auch die Anreise regelt", sagte der RKI-Chef.

07.32 Uhr: Ballack vor EM-Achtelfinale gegen England skeptisch

Michael Ballack blickt mit Skepsis auf das Achtelfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM-Endrunde am 29. Juni (18.00 Uhr/ARD) in London gegen England. "Wir tun uns immer schwer, wenn es gegen Nationen geht, die über die Mentalität und die Zweikämpfe kommen. Auch wir haben Jungs, die diese Eigenschaften mitbringen, aber zu wenige", schrieb der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän in seiner Kolumne für das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Kritik übte der 44-Jährige an der mangelnden Flexibilität der deutschen Akteure: "Leider haben wir eine Vielzahl von Spielern, die das nicht gelernt haben und an ihre Grenzen stoßen, wenn man die Spiele in schwierigen Situationen mit anderen Mitteln gewinnen muss, als eigentlich geplant war. "Dazu trägt nach Ballacks Meinung auch die Herangehensweise des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw bei. "Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man sein Ding durchzieht, wenn man von seiner Idee überzeugt ist. Bei Jogi Löw habe ich aber den Eindruck, dass er dies erst recht macht, wenn von außen Veränderungen diskutiert werden", äußerte Ballack.

24. Juni

12.32 Uhr: Rassismus in Stadien: Oranje-Kapitän Wijnaldum fordert UEFA zum Handeln auf

Georginio Wijnaldum, Kapitän der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft, hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) zum Handeln bei rassistischen Vorfällen während der EM aufgefordert. "Ich denke, dass die UEFA eine führende Rolle dabei spielen sollte, die Spieler zu schützen", sagte der 30-Jährige am Donnerstag: "Sie sollten diejenigen sein, die sagen: Wenn so etwas passiert, brechen wir das Spiel ab. Wir hören auf zu spielen."

Die Niederlande spielen am Sonntag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im EM-Achtelfinale gegen Tschechien in Budapest, wo während der Gruppenphase ungarische Fans durch rassistische Verhaltensweisen aufgefallen waren. Wie Wijnaldum berichtete, habe er selbst derartige Beleidigungen bislang noch nicht am eigenen Leib erfahren, aber auch ihn beschäftige das Thema vor der Reise nach Ungarn. "Ehrlich gesagt habe ich viel überlegt und ich habe mir gesagt: Gini, du wirst nächsten Sonntag in Ungarn spielen. Was wirst du tun, wenn es tatsächlich passiert?", sagte der Mittelfeldspieler, der zur neuen Saison vom FC Liverpool zu Paris St. Germain wechselt.

Letztendlich sieht er jedoch die UEFA in der Pflicht. "Die Entscheidung sollte nicht den Spielern überlassen werden. Denn das sieht man oft. Die Spieler werden sogar bestraft dafür, dass sie sich selbst schützen." Wijnaldum wird in Budapest am Sonntag zudem eine "spezielle OneLove-Kapitänsbinde" tragen. Das hatte der niederländische Fußballverband KNVB am Mittwoch mitgeteilt und betont, "für Zusammenhalt und damit gegen Ausgrenzung und Diskriminierung" zu sein.

12.15 Uhr: 'Schwer, sich damit abzufinden': Lewandowski-Frust nach Rekord-Saison

Weltfußballer Robert Lewandowski geht mit großem Frust in den Urlaub – und das nach seiner denkwürdigen Rekord-Saison mit dem FC Bayern. "Das muss man erst mal verdauen, und das wird nicht leicht", sagte Lewandowski nach dem Vorrunden-Aus mit Polen bei der EM mit leiser Stimme und traurigem Blick: "Es wird schwer sein, sich damit abzufinden."

Und dieser Frust und diese Traurigkeit, das war dem 32-Jährigen klar, werden noch größer werden. "Manchmal, wenn man sich ein paar Stunden zu Hause oder im Hotel hinsetzt, dann kommt das erst bei einem an", sagte Lewandowski nach dem abschließenden 2:3 gegen Schweden am Mittwoch in St. Petersburg: "Und das sind die schlimmsten Momente im Leben eines Fußballers."

Persönlich hatte der Kapitän, Rekordspieler und Rekordschütze der Polen nach seiner Bestmarke von 41 Bundesliga-Toren in einer Saison endlich auch mal ein gutes Turnier im Nationaltrikot folgen lassen. Er schoss alle drei Tore der Bialo-Czerwoni (Weiß-Roten), ist nun auch noch deren EM-Rekordtorschütze. Doch letztlich hatte der Wettbewerb das bestätigt, was viele in Polen vorher schon geahnt hatten: Im Nationalteam ist Lewandowski auf sich gestellt. Und einer alleine reicht nicht. Nicht einmal, wenn er Weltfußballer ist. Und nun? Zeichen für einen Rücktritt Lewandowskis aus dem Nationalteam gibt es bisher nicht.

11.50 Uhr: Ronaldo baut EM-Rekord aus

Portugals Fußball-Star Cristiano Ronaldo hat seine Rekordmarke als bester EM-Endrunden-Torschütze durch seinen Doppelpack gegen Frankreich (2:2) am Mittwoch ausgebaut. Der 36-Jährige von Juventus Turin hat jetzt 14 Tore bei EURO-Turnieren auf dem Konto. Den zweiten Platz in der ewigen EM-Endrunden-Torjägerliste nimmt weit abgeschlagen Frankreichs Ikone Michel Platini (9 Treffer) ein. Ronaldo ist der einzige Spieler, der bei fünf Endrunden erfolgreich war.

Außerdem hat Ronaldo den Weltrekord des früheren Bundesliga-Profis Ali Daei (Iran) von 109 Länderspieltoren eingestellt. Ronaldo erzielte die Treffer in 178 Länderspiel-Einsätzen, Daei in 149 Begegnungen.

07.23: EM-Debütant Musiala einfach nur "stolz"

Nach seinem gelungenen EM-Debüt war Jamal Musiala einfach nur "stolz". Der Youngster leitete zwei Minuten nach seiner Einwechslung mit viel Übersicht den Ausgleich von Leon Goretzka beim 2:2 (0:1) gegen Ungarn ein und hatte damit großen Anteil am Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Achtelfinale. "Ich sollte mir Sachen zutrauen und aggressiv nach vorne gehen", berichtete der 18-Jährige über den Auftrag von Joachim Löw und ergänzte: "Ich hatte nichts zu verlieren."

Löw war vom gelungenen Kurzauftritt des Münchners angetan. "Musiala war frech, hat die Bälle gesichert, das war eine sehr ansprechende Leistung", sagte der Bundestrainer. ZDF-Experte Per Mertesacker schwärmte: "Er ist einfach unbekümmert und hat sich keine Platte gemacht. Hut ab vor diesem jungen Spieler, der den Unterschied gemacht hat für eine ratlose deutsche Mannschaft." Das Achtelfinale am Dienstag in London gegen England wird für Musiala ein ganz besonderes Spiel. Erst vor seinem Debüt im März hatte er sich gegen die englische Nationalmannschaft entschieden, für die er ebenfalls spielberechtigt gewesen wäre. "Ich freue mich darauf. Das ist ein Spiel gegen meine zweite Heimat. Das wird ein cooles Spiel", sagte er.

23. Juni

21 Uhr: Hitzlsperger kritisiert UEFA und enthüllt bittere Wahrheit: Arenabeleuchtung schon vorher abgelehnt

Die UEFA hat nach Aussage des früheren Fußball-Profis Thomas Hitzlsperger bereits im Mai eine Regenbogen-Beleuchtung des Münchner EM-Stadions abgelehnt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe damals angeregt, die Arena an einem spielfreien Tag in Regenbogenfarben zu beleuchten.

"Die UEFA hat dieses abgelehnt, einfach mit dem Verweis unter anderem auf die Kurzfristigkeit der Anfrage", sagte Hitzlsperger am Mittwochabend im ZDF. "Und ein paar Wochen später sagen sie, man könnte doch auch einen anderen Spieltag wählen. Und das passt dann nicht mehr zusammen", sagte Hitzlsperger, derzeit Vorstandschef des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Die Europäische Fußball-Union laufe damit der Diskussion und der Entwicklung hinterher.

Hitzlsperger ergänzte, dass das UEFA-Verbot möglicherweise sogar gut für die Debatte war. "Die Diskussion, die entstanden ist aufgrund dessen, ist so viel größer und geht über so viele Tage, dass die UEFA, glaube ich, enorm unterschätzt hat, was sie damit angerichtet hat."

Sie habe sich selbst in ein schlechtes Licht gerückt und viele Fußballfans mobilisiert. "Die Fans haben heutzutage einen größeren Anspruch", Verbände müssten sich klar positionieren.

20.00 Uhr: Zunächst ohne Thomas Müller gegen Ungarn: Löw bringt Leroy Sané

Ohne Antreiber Thomas Müller tritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum letzten EM-Gruppenspiel an. Joachim Löw stellt den FC-Bayern-Profi wegen einer Kapselverletzung am Knie am Mittwoch gegen Ungarn wie erwartet nicht in die Startelf. Allerdings nimmt Müller auf der Ersatzbank Platz. Der Bundestrainer bietet für Müller dessen Münchner Clubkollegen Leroy Sané auf, der erstmals bei diesem Turnier in der ersten Elf steht.

Ansonsten schickt Löw wieder die Formation auf den Rasen der Münchner Arena, die schon beim 0:1 gegen Frankreich und beim 4:2 gegen Portugal begonnen hatte. Auch Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Robin Gosens können nach überwundenen Blessuren wieder beginnen.

Der dreimalige Europameister Deutschland braucht gegen die Ungarn ein Unentschieden, um sicher ins Achtelfinale einzuziehen. Bei einer Niederlage wäre für das Löw-Team das Turnier nach der Vorrunde beendet, wenn Frankreich im Parallelspiel der Gruppe F in Budapest gegen Portugal nicht gewinnt.

Die deutsche Mannschaft: Neuer - Ginter, Hummels, Rüdiger - Kimmich, Gündogan, Kroos, Gosens - Havertz, Sané - Gnabry

19.57 Uhr: Furiose Spanier stürmen ins Achtelfinale - Aus für Slowakei

Mitfavorit Spanien hat die erste Fußball-Fiesta gefeiert und ist mit seinem höchsten Sieg bei einer EM-Endrunde in die K.o.-Phase gestürmt. Trotz eines erneut verschossenen Elfmeters feierte der dreimalige Europameister am Mittwoch im Glutofen von Sevilla beim souveränen 5:0 (2:0) gegen die Slowakei den ersten Erfolg bei diesem Turnier und geht mit großem Selbstvertrauen ins Achtelfinale gegen Vizeweltmeister Kroatien.

19.57 Uhr: Forsbergs Doppelpack schießt Lewandowski und Polen aus dem Turnier

Mit dem zweitschnellsten Treffer der EM-Geschichte hat Doppeltorschütze Emil Forsberg Weltfußballer Robert Lewandowski und Polen bei der Fußball-EM aus dem Turnier geschossen. Der Torjäger des FC Bayern München verlor trotz seines zweiten und dritten Turniertors (61. Minute/84.) mit seinem Team zum Vorrunden-Abschluss gegen Forsbergs Schweden mit 2:3 (0:1) und schied mit nur einem Punkt als Gruppenvierter aus. Lewandowski erzielte alle drei polnischen EM-Tore, erstmals im vierten Anlauf gelang ihm bei einem großen Turnier mehr als ein Tor - doch das war nicht genug. Das Siegtor schoss Schwedens Joker Viktor Claesson in der vierten Minute der Nachspielzeit.

19.10 Uhr: Siebtes EM-Eigentor: Slowake Dubravka schmettert ins eigene Netz

Der slowakische Torhüter Martin Dubravka hat bei der Fußball-Europameisterschaft nicht nur den Rekordwert an Eigentoren erhöht, sondern auch für einen der kuriosesten Treffer ins eigene Netz gesorgt. Im letzten Spiel der Vorrundengruppe E gegen Spanien schlug der 32-Jährige am Mittwoch in Sevilla den von der Latte abgeprallten Ball wie ein Volleyballer mit der rechten Hand ins Tor. Bei der laufenden Europameisterschaft war es bereits vor Beginn der K.o.-Runde das insgesamt siebte Eigentor. Seit der der EM 2016 hatte die alte Bestmarke bei drei Eigentoren gelegen.

Mit seinem "Schmetterball" erinnerte Dubravka an das Missgeschick von Schlussmann Tomislav Piplica, dem im Bundesliga-Spiel FC Energie Cottbus gegen Borussia Mönchengladbach ein hoher Ball auf den Kopf und von dort ins Tor fiel. Dubravka ist der zweite Slowake in der Liste der Eigentorschützen und der dritte Torhüter, dem ein Treffer ins eigene Netz unterlief.

16.45 Uhr: Uefa-Boss begründet Regenbogen-Verbot mit Sorge vor populistischer Vereinnahmung

Uefa-Chef Aleksander Ceferin hat seinen Verband gegen die Kritik am Verbot der Regenbogenbeleuchtung an der Münchner Fußball-Arena in Schutz genommen. Die Uefa sei selbstverständlich "keine homophobe Organisation", sagte Ceferin am Mittwoch der Zeitung "Welt". Das habe sie bereits oft genug bewiesen. "Wir wollen bei populistischen Aktionen nicht benutzt werden, nur deswegen haben wir diese Entscheidung getroffen", fügte der 53-Jährige an.

"Aufgrund der Popularität des Fußballs wird zu oft versucht, Sportverbände für eigene Zwecke zu missbrauchen", sagte Ceferin der Zeitung vor dem dritten EM-Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn am Mittwochabend in München.

Die Uefa als Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft hatte eine Bitte der Stadt München abgelehnt, die Arena während des Spiels als Symbol der Toleranz gegenüber Homosexuellen in den Farben des Regenbogens zu erleuchten. Das ungarische Parlament hatte in der vergangenen Woche ein Gesetz verabschiedet, das "Werbung" für Homosexualität oder Geschlechtsangleichungen bei Minderjährigen verbietet. Dies sorgte europaweit für Empörung.

Die Uefa begründete die Ablehnung mit dem "politischen Kontext" des Anliegens. Die Entscheidung löste Entrüstung aus. Bundesweit wollen Stadien und städtische Wahrzeichen während des Spiels am Mittwochabend mit symbolischen Lichteraktionen für die Münchner Arena einspringen. Politiker und Verbände ermunterten Besucher der Partie, im Stadion mit Regenbogenfarben zu demonstrieren.

16.25 Uhr: Bundesregierung: Regenbogen-Entscheidung der UEFA akzeptieren

In der Debatte um die Illuminierung der Münchner EM-Arena hat sich die Bundesregierung zu den Werten des Regenbogen-Symbols bekannt, aber auch Respekt für die Entscheidung der UEFA angemahnt. Werte wie Vielfalt, Toleranz und das Verbot von Diskriminierung seien "nicht verhandelbar", betonte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch in Berlin. Auch der Sport stehe für diese Werte. "Aber der Sport ist eben auch autonom, und das haben wir zu akzeptieren."

Tags zuvor hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) das Vorhaben gestoppt, die Arena in München für das Vorrundenspiel gegen Ungarn an diesem Mittwochabend in den Farben des Regenbogens leuchten zu lassen. Hintergrund ist ein ungarisches Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.

14.50 Uhr: Oranje-Kapitän Wijnaldum trägt "OneLove"-Binde in Budapest

Oranje-Kapitän Wijnaldum trägt "OneLove"-Binde in BudapestDer niederländische Nationalspieler Georginio Wijnaldum wird beim EM-Achtelfinale in Budapest am Sonntag (18.00 Uhr) eine "spezielle OneLove-Kapitänsbinde" tragen. Das teilte der niederländische Fußballverband KNVB am Mittwoch mit und betonte, "für Zusammenhalt und damit gegen Ausgrenzung und Diskriminierung" zu sein."

Mit dem Tragen dieses Armbands wollen wir zeigen, dass wir für Inklusivität und Verbindung stehen", sagte Liverpool-Profi Wijnaldum: "Wir hoffen, dass wir jeden unterstützen können, der sich irgendwo auf der Welt diskriminiert fühlt."

In den vergangenen Monaten hatte Oranje das OneLove-Logo bereits mehrmals auf ihren Aufwärmshirts oder Trikots platziert. Die ungarische Regierung um Ministerpräsident Viktor Orban hatte kürzlich ein Gesetz gegen "Werbung" für Homosexualität verabschiedet.

13.48 Uhr: UEFA verteidigt Entscheidung – und zeigt sich auf Twitter mit buntem Logo

Die Europäische Fußball-Union hat ihre Entscheidung gegen die Regenbogenbeleuchtung an der Münchner EM-Arena verteidigt, ist den zahlreichen Kritikern aber gleichzeitig optisch entgegengekommen. "Die UEFA ist stolz darauf, heute die Farben des Regenbogens zu tragen", schrieb der Verband, der sein Logo mit den sechs Farben angereichert hatte, auf Twitter.

Einige Leute hätten die UEFA-Entscheidung als "politisch interpretiert", schrieb der Verband weiter: "Doch im Gegenteil: Die Anfrage war politisch." Für die UEFA sei der Regenbogen "kein politisches Symbol, sondern ein Zeichen unseres festen Engagements für eine vielfältigere und integrativere Gesellschaft".

"Einige" hätten diese "als politisch" interpretiert, teilte der Dachverband am Mittwoch mit. "Im Gegenteil, die Anfrage selbst war politisch und verbunden mit der Anwesenheit der ungarischen Nationalmannschaft im Stadion für das Spiel am Abend gegen Deutschland." Der Regenbogen sei für die UEFA "kein politisches Symbol, sondern ein Zeichen unseres Engagements für eine vielfältigere und integrativere Gesellschaft".

Die UEFA hatte am Dienstag den Antrag der Stadt München abgelehnt, die Arena des FC Bayern für das finale Vorrundenspiel an diesem Mittwoch in Regenbogenfarben leuchten zu lassen und war daraufhin massiv kritisiert worden. Hintergrund des Antrags ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt worden war. Die Regenbogenfahne steht als Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

08.21 Uhr: Ungarns Ministerpräsident Orban sagt Reise nach München ab

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Reise zum EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn am (heutigen) Mittwoch (21.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) abgesagt. Offizielle Informationen dazu lagen zunächst nicht vor. Vor dem abschließenden Gruppenspiel hatte es heftige Debatten über das UEFA-Verbot für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben gegeben.

Die Europäische Fußball-Union UEFA hatte einen Antrag von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) abgelehnt. Sie sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die UEFA diese Anfrage ablehnen", teilte sie mit.

Hintergrund des geplanten Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Orban.

07.40 Uhr: DFB-Shootingstar Gosens über sein Studium: "Entscheidende Komponente"

Nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des Rasens ist Fußball-Nationalspieler Robin Gosens besonders fleißig. Der 26-Jährige ist als Psychologie-Student an der SRH Fernhochschule im baden-württembergischen Riedlingen eingeschrieben und seine freie Zeit oft zum Lernen. "Für Bildung ist es nie zu spät", sagte Gosens in einer Mitteilung seiner Uni: "Im Leben lernt man nie aus."

Der im Fach Psychologie eingeschriebene Profi von Atalanta Bergamo sieht das Studium als "eine ganz entscheidende Komponente in der Persönlichkeitsentwicklung". Gosens hat großen Respekt vor denjenigen, die "die Disziplin und den Mut haben, ein Fernstudium durchzuziehen". Diese Menschen würden über viele Attribute verfügen, "die einen sehr positiv in die Zukunft schauen lassen".

Gosens nutzt nach eigenen Angaben die Zeit zwischen Spielen im Verein und der Nationalmannschaft gerne mal dazu, um einen Studienbrief durchzuarbeiten, an einer Hausarbeit zu schreiben oder an einer Online-Vorlesung teilzunehmen. Der linke Außenbahnspieler war bis 2012 noch im Amateurfußball unterwegs, ehe er über den niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim den Weg in den internationalen Fußball fand.

07.33 Uhr: Ex-Europameister Povlsen glaubt an dänischen Titel: "Weg nach oben ist offen"

Der einstige Fußball-Europameister Flemming Povlsen hält eine Sensation der dänischen Nationalmannschaft bei der EM für möglich. "Der Weg nach oben ist offen. Vor der EM wurde die Titelwahrscheinlichkeit auf knapp drei Prozent beziffert", sagte der Champion von 1992 bei Spox und Goal: "Diesen drei Prozent schließe ich mich an. Viele Nationen sind zwar individuell qualitativ besser und breiter aufgestellt, aber wenn die Dänen einen Lauf haben, ist alles möglich."

Dänemark präsentiere sich auf und neben dem Platz nach dem Kollaps von Christian Eriksen mehr denn je als Einheit. "Die gesamte Nation steht hinter dieser Truppe. Seit dem Unfall verfolgen noch mehr Menschen die Nationalmannschaft, das merkt man auch an den Einschaltquoten", führte Povlsen, ehemaliger Bundesliga-Profi des 1. FC Köln und von Borussia Dortmund, aus: "Viele konnten aufgrund von ähnlichen Erfahrungen in ihren Familien mitfühlen. Die Jungs spüren das gerade vor Ort, das beflügelt sie natürlich."

Dänemark hatte am Montag durch einen 4:1-Erfolg gegen Russland auf den letzten Drücker doch noch das Achtelfinale erreicht. "Die Ausrichtung der Europameisterschaft im eigenen Stadion, der Vorfall um Christian Eriksen und das damit verbundene Gefühlsleben der Spieler und aller Dänen macht das Ganze einzigartig", sagte der 54-Jährige. Die Mannschaft habe sich nach der Tristesse nun endgültig "freigespielt".

07.30 Uhr: Toni Kroos vor dem Ungarn-Spiel: "Es ist noch nichts gewonnen"

Fußball-Nationalspieler Toni Kroos hat vor dem entscheidenden Gruppenspiel bei der EM gegen Ungarn vor Selbstsicherheit gewarnt. "Es ist noch nichts gewonnen", sagte der Mittelfeldspieler von Real Madrid in der neuesten Ausgabe des Podcasts "Einfach mal Luppen!" im Gespräch mit seinem Bruder Felix. Nach dem 4:2 gegen Europameister Portugal sei die Ausgangslage besser geworden. "Aber es ist ja auch unser Anspruch die Gruppe zu überstehen."

Die deutsche Mannschaft habe nach der Auftaktniederlage gegen Weltmeister Frankreich und dem Sieg gegen Portugal nun drei Punkte. Das bedeute aber erst einmal gar nichts. "Außer dass wir es in der eigenen Hand haben", sagte der 31-Jährige vor dem Spiel am Mittwoch (21.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) in München. Er erinnerte an die Ausgangssituation bei der WM 2018 in Russland vor dem letzten Gruppen-Spiel gegen Südkorea. "Damals war es auf dem Papier auch schon halb gewonnen gegen Südkorea, wurde es aber nicht." Das DFB-Team war nach dem 0:2 gegen die Asiaten erstmals bei einer WM in der Vorrunde gescheitert.

Der Sieg gegen Portugal bringe nur etwas, "wenn wir es natürlich weiterführen gegen Ungarn", meinte Kroos. Er schätzt die Ungarn hoch ein, die gegen Portugal erst durch späte Tore verloren und gegen Frankreich ein 1:1 erreichten. "Da wird schon was auf uns zukommen", sagte Kroos. "Wenn wir das bringen, was wir gegen Portugal gebracht haben, werden wir aber das Spiel gewinnen."

In der Diskussion um die Illumination der Münchener Allianz Arena in Regenbogen-Farben haben sich auch die Fußball-Brüder Kroos positioniert: Sie ließen das Podcast-Logo vor dem Spiel gegen Ungarn ebenfalls auf Regenbogen-Farben umstellen. Die UEFA hatte einen Antrag der Stadt München abgelehnt, das Stadion am Mittwoch bunt erstrahlen zu lassen als Ausdruck für Toleranz und Gleichstellung.

22. Juni

18.40 Uhr: Ab EM-Halbfinale: Mehr als 60.000 Fans im Wembley zugelassen

Doch mehr Zuschauer im Fußball-Mekka Wembley: Trotz großer Kritik und Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der gefährlichen Delta-Variante des Coronavirus werden ab dem Halbfinale der EM deutlich mehr Fans zugelassen. Die britische Regierung entschied, dass das Wembley-Stadion für die entscheidenden Spiele mehr als 60.000 Zuschauer empfangen darf.

Die maximal zugelassene Auslastung liege konkret bei 75 Prozent, hieß es in einer Mitteilung des Sportministeriums in London. Damit dürften bis zu 67.500 der 90.000 Plätze belegt werden. Die Halbfinals finden am 6. und 7. Juli statt, das Finale am 11. Juli. "Die Finalspiele versprechen, ein unvergesslicher Moment in unserem nationalen Bestreben zu werden, die Pandemie zu überwinden", sagte Kultur- und Sportsekretär Oliver Dowden.

In den Gruppenspielen sind 22.500 Fans zugelassen, für die beiden Achtelfinalspiele am Samstag und kommenden Dienstag werden bis zu 45.000 Zuschauer in den Fußball-Tempel gelassen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigte sich gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP "besorgt" darüber, dass einige Länder die Corona-Beschränkungen rund um die Spiele der laufenden Fußball-Europameisterschaft gelockert haben. In einigen dieser Länder seien bereits steigende Infektionszahlen zu verzeichnen, sagte Robb Butler, Exekutivdirektor beim WHO-Regionalbüro für Europa.

Auch in Deutschland, Frankreich und Italien stoßen die Pläne der Briten auf Ablehnung, selbst die 22.500 Zuschauer waren dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach bereits zu viel. "Unverantwortlich" und das "völlig falsche Signal" seien Spiele vor Fans in England, da dort die Infektionszahlen seit Tagen steigen.

14.00 Uhr: Wolfsburger und Augsburger Stadien werden in Regenbogenfarben leuchten

Anders als die Münchner Arena wird das Augsburger Fußballstadion am Mittwochabend in Regenbogenfarben erleuchtet. "Wir nutzen unsere Stadionbeleuchtung immer wieder, um auf wichtige gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen", sagte Michael Ströll, Geschäftsführer des FC Augsburg, am Dienstag. "Wenn die UEFA ein solch selbstverständliches und wichtiges Zeichen in München im Rahmen des EM-Spiels nicht zulässt, dann wollen wir dies gerne tun und freuen uns, unsere schöne Fassade in bunten Farben erleuchten zu lassen."

Auch in Wolfsburg erstrahlt das Fußball-Stadion am Mittwochabend während des deutschen EM-Spiels gegen Ungarn in den Regenbogenfarben. Das kündigte der VfL Wolfsburg am Dienstag via Twitter an. Angesichts des UEFA-Verbots für eine bunte Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben hatten die Stadionbetreiber in Frankfurt am Main, Köln und in Berlin (Olympiastadion) ähnliche Schritte angekündigt.

13.00 Uhr: Söder bedauert UEFA-Entscheid

CSU-Vorsitzender Markus Söder äußert sich auf Instagram ebenfalls zum Beschluss der UEFA. Er finde es "schade", dass die Arena nicht in Regenbogenfarben leuchten darf. "Das wäre ein sehr gutes Zeichen für Toleranz und Freiheit gewesen. Wir müssen uns stark machen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung."

10.40 Uhr: ProSieben lässt Symbol in "Pride"-Farben erstrahlen

Nach der UEFA-Entscheidung, die Münchner Allianz Arena nicht in Regenbogen-Farben beleuchten zu lassen, äußern sich immer mehr Institutionen dazu: So will auch der Sender ProSieben sein Logo am Mittwoch in "Pride"-Farben erstrahlen zu lassen. "Aus guten Gründen ändern wir morgen On Air unser Senderlogo", teilt der Sender am Dienstagmorgen auf Twitter mit.

10.10 Uhr: UEFA verbietet Regenbogen-Farben beim Münchner Stadion

Das EM-Stadion in München wird beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwoch nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen. Die Europäische Fußball-Union lehnte einen entsprechenden Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) am Dienstag ab. Die UEFA sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die UEFA diese Anfrage ablehnen", teilte der Dachverband mit. Die Arena wird daher wie vorgesehen in den Farben der UEFA und der teilnehmenden Nationen leuchten.

Der Dachverband habe der Stadt München aber vorgeschlagen, das Stadion entweder am 28. Juni – dem Christopher Street Liberation Day – oder zwischen dem 3. und 9. Juli, der Christopher Street Day Woche in München, mit den Regenbogenfarben zu beleuchten.

7.57 Uhr: EM-Zeichen: Regenbogen-Beleuchtung für Stadien in Köln und Frankfurt

Angesichts des möglichen UEFA-Verbots für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogen-Farben wollen zumindest andere deutsche Stadionbetreiber Zeichen setzen. So sollen wohl die Fußball-Arenen in Frankfurt am Main und Köln am Mittwoch während der EM-Partie der deutschen Mannschaft in München gegen Ungarn bunt erstrahlen. "Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen. Auf jetzt, Kollegen in der Liga", twitterte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann in der Nacht zum Dienstag.

Der Club-Boss kündigte an: "Der Deutsche Bank Park schaltet zum Spiel gegen Ungarn den Regenbogen an. Das Waldstadion bleibt bunt." Ähnliches ist für das Kölner Bundesliga-Stadion geplant, wie ein Sprecher der Kölner Sportstätten dem WDR bestätigte.

Zuvor hatte sich der Münchner Stadtrat in einem fraktionsübergreifenden Antrag dafür ausgesprochen, die EM-Arena in Fröttmaning zum Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch in Regenbogenfarben zu beleuchten. Die UEFA lehnt das aber der "Bild"-Zeitung zufolge ab. Darauf hätten sich die Europäische Fußball-Union und das EM-Organisationskomitee verständigt, hieß es in dem Bericht. Stattdessen solle die Arena wie vorgesehen in den Farben der UEFA und der teilnehmenden Nationen leuchten.

Hintergrund des Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland geworden.

6.25 Uhr: Goretzka lobt Löw – "Er gibt uns den Glauben an unseren Plan"

Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka hat Bundestrainer Joachim Löw für dessen Überzeugungskraft und Sturheit gelobt. "Er ist dafür bekannt, dass er mit seinem Trainerteam seine Entscheidungen trifft und sich nicht großartig beeinflussen lässt. Er ist zu hundert Prozent überzeugt und strahlt das vor der Mannschaft aus", sagte Goretzka im Sportschau-Interview und fügte an: "Das gibt uns sehr viel Selbstvertrauen und den Glauben an unseren Plan, den wir aufstellen."

Trotz des starken Auftritts gegen Portugal (4:2) werde das Gruppenfinale gegen Außenseiter Ungarn am Mittwoch (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in München kein Selbstläufer, meinte Goretzka. "Wir müssen aus dem zweiten Spiel unsere Lehren ziehen und uns weiterentwickeln. Das ist bei so einem Turnier sehr wichtig", betonte der Münchner, der als Ersatz für Thomas Müller (Kapselverletzung im Knie) bereit steht: "Ich habe jetzt lange genug an meiner Fitness gearbeitet." Gegen Ungarn benötigt die DFB-Auswahl einen Punkt, um sicher ins EM-Achtelfinale einzuziehen. Auch der Gruppensieg ist noch möglich.

21. Juni

07.30 Uhr: Manuel Neuer darf Regenbogen-Kapitänsbinde tragen

Am Sonntag erreichte den Deutschen Fußball-Bund die Nachricht, dass die UEFA prüft, ob Nationaltorwart Manuel Neuer seine Regenbogen-Kapitänsbinde weiter tragen darf. "Die Regularien besagen, dass die offiziell von der UEFA bereitgestellte Binde getragen werden muss", teilte der Deutsche Fußball-Bund am Sonntagabend mit und verwies aber darauf, dass der Juni "auch im Sport im Zeichen von "Pride"" stehe, "um sich für mehr Vielfalt stark zu machen". Am Sonntagabend sorgte die Mitteilung für Aufsehen, dass die UEFA die Regenbogen-Kapitänsbinde von Nationaltorwart Manuel Neuer überprüft. Zumindest kurzzeitig. Nur anderthalb Stunden nach der Bestätigung der Prüfung gab der Deutsche Fußball-Bund Entwarnung. Die Regenbogenbinde werde "als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für "good cause" bewertet", teilte der DFB via Twitter mit.

20. Juni

16.42 Uhr: UEFA ermittelt nach Beschimpfungen gegen Mbappé und Ronaldo in Budapest

Wegen "möglicher diskriminierender Vorfälle" hat die UEFA in Bezug auf die beiden EM-Spiele Ungarns gegen Portugal und Frankreich Ermittlungen eingeleitet. Das gab die Europäische Fußball-Union am Sonntagmittag bekannt. Französische Spieler waren am Samstag von einigen Fans teils wüst und rassistisch beschimpft worden. Wenn Stürmer Kylian Mbappé am Ball war, ertönten immer wieder Affenlaute von den Rängen. Dies berichtete ein dpa-Reporter aus dem Stadion. Angreifer Karim Benzema, der algerische Wurzeln hat, wurde ebenfalls vereinzelt verbal angepöbelt. Nach dem ersten Gruppenspiel in Budapest hatten bereits portugiesische Medien berichtet, dass Superstar Cristiano Ronaldo von manchen Zuschauern übel angefeindet wurde.

14.19: Rooney fordert Sancho, die Fans pfeifen: England kommt nicht zur Ruhe

Die Fans pfeifen, Wayne Rooney fordert den Einsatz von Jadon Sancho - doch Teammanager Gareth Southgate und Kapitän Harry Kane versuchen mit aller Macht, gute Stimmung zu verbreiten. Gerade einmal zwei EM-Spiele hat England absolviert, doch längst sind öffentliche Debatten über Spieler, System und Taktik entfacht. Nach dem 0:0 gegen Schottland am Freitag sprach Southgate von einem "frustrierenden Abend", seine Mannschaft habe "nicht genug gemacht, um den Sieg zu verdienen", führte er aus. Die Pfiffe der Fans verstehe er - aber: "Wir müssen unsere Spieler unterstützen, die Kritik kann sich gerne gegen mich richten."

Nicht nur die Fans, sondern auch Experten kritisieren den englischen Teammanager. Wayne Rooney forderte, dass Dortmunds Überflieger Sancho endlich Einsatzminuten bekommen soll - und Phil Foden auf die Bank gesetzt wird. "Englands System ist darauf aus, dass die Flügelspieler ins Dribbling gehen. Wieso also spielen dort nicht Jadon Sancho und Jack Grealish? Diese beiden sind mit die Besten im Eins gegen Eins", schrieb Rooney in seiner Kolumne für die Tageszeitung Times. Sancho spielte bislang keine Rolle, beim 1:0 gegen Kroatien stand er nicht im Kader. Das enttäuschende 0:0 gegen die Schotten verfolgte er dann von der Bank.

13:51 Uhr: "Bereit für eine magische Nacht": Dänen hoffen auf ein Happy End

Bevor sich Christian Eriksen zur Erholung in seine Villa im Odenser Nobelstadtteil Hunderup zurückzog, half er noch seinen Mitspielern bei der Verarbeitung der dramatischen Ereignisse. Sein Besuch im Teamcamp in Helsingör löste in den Köpfen der tapferen dänischen Fußballhelden etwas aus. "Die Atmosphäre ist jetzt ein bisschen anders", sagte Trainer Kasper Hjulmand: "Es fühlt sich ein bisschen so an, als beginnt die EM jetzt. Es fühlt sich jetzt wie eine normale Situation an."

Es habe einigen Spielern "sehr viel bedeutet", Eriksen in die Augen sehen zu können. Dieses gute Gefühl gelte es in das Herzschlagfinale der Gruppe B mitzunehmen. "Wir werden bereit sein für eine magische Nacht", kündigte Hjulmand forsch an. Die wird auch nötig sein. Denn gegen Russland hilft den Dänen nach ihrem mehr als unglücklichen Fehlstart nur ein Sieg. Lediglich Rang drei können die Dänen aus eigener Kraft erreichen, für Gruppenplatz zwei bräuchte es eine Niederlage von Finnland gegen das bereits qualifizierte Belgien im Parallelspiel. Der Optimismus im gesamten dänischen Lager ist riesig. "Für diese Mannschaft gibt es kein Limit", betonte Angreifer Martin Braithwaite.

Helfen soll dabei erneut die Gänsehautatmosphäre im Kopenhagener Parken-Stadion. Braithwaite prophezeite gar, dass die Atmosphäre im Parken gegen Russland "das Größte" werde, was man als Fußballer erleben kann. "Wir müssen rausgehen und es krachen lassen", ergänzte der 30-Jährige. Und Hjulmand schob gleich noch einen unmissverständlichen Appell hinterher: "Lasst es uns verdammt noch mal zu Ende bringen" - vor allem für Christian Eriksen.

12.31 Uhr: Belgien ohne Thorgan Hazard gegen Finnland

Die belgische Fußball-Nationalmannschaft muss in ihrem letzten Gruppenspiel ohne Bundesliga-Profi Thorgan Hazard auskommen. Der Offensivspieler von Borussia Dortmund wird für die Partie am Montag gegen Finnland nicht mit nach St. Petersburg reisen, wie die Red Devils am Sonntagvormittag mitteilten. Hazard habe Probleme im linken Knie. Bislang gehörte der jüngere Bruder von Kapitän Eden Hazard stets zur Startelf in diesem Turnier, erzielte beim 2:1 gegen Dänemark sogar ein Tor.

11.57 Uhr: Kimmich ordnet sich unter: "Das erwarte ich auch von jedem anderen"

Nach seinem starken Auftritt gegen Portugal als offensiver Rechtsverteidiger hat Joshua Kimmich nochmals an alle seine Kollegen appelliert, alle persönlichen Interessen hinten an zu stellen. "Der Trainer entscheidet am Ende, wo er das Gefühl hat, dass die beste Mannschaft auf dem Platz steht", betonte Kimmich. "Ich fühle mich im Mittelfeld sehr wohl, aber kann auch als Rechtsverteidiger agieren", sagte der 26-Jährige nochmals zu seiner Versetzung aus der Mittelfeldzentrale auf die rechte Seite und ergänzte: "Das erwarte ich auch von jedem anderen, nicht nur von mir, dass er alles für den Teamerfolg in die Waagschale haut. Nur wenn wir das machen, können wir ganz weit kommen."

Bundestrainer Joachim Löw hatte schon vor Turnierstart darauf hingewiesen, dass jeder seiner nominierten Spieler für den Fall bereit sein müsse, wenn er zum Einsatz kommt. Und sei es auch nur für wenige Minuten. Auch Spieler wie Leroy Sané und Timo Werner, die in der Vergangenheit regelmäßig in der Startelf gestanden hatten, müssen sich unterordnen.

11.07 Uhr: Frankreichs Mbappé im
Budapester Stadion beschimpft

Französische Fußballer sind von einigen Fans beim zweiten EM-Gruppenspiel gegen Ungarn teils wüst beschimpft worden. Wenn der schwarze Stürmer Kylian Mbappé am Samstag beim 1:1 (0:1) gegen den Co-Gastgeber am Ball war, ertönten immer wieder Affenlaute von den Rängen. Dies berichtete ein dpa-Reporter aus dem Stadion. Angreifer Karim Benzema, der algerische Wurzeln hat, wurde ebenfalls vereinzelt verbal angepöbelt.

Schon beim ersten Gruppenspiel in Budapest hatten portugiesische Medien berichtet, dass Superstar Cristiano Ronaldo von manchen Zuschauern in der Puskas Arena übel angefeindet wurde. Jeweils mehr als 55.000 Besucher, mehrheitlich ungarische Fans, waren bei den beiden Spielen im Stadion.

9.10 Uhr: Olaf Thon nicht mehr jüngster EM-Torschütze: "Wurde mal Zeit"

Kai Havertz ist jüngster deutscher Torschütze bei einer Fußball-Europameisterschaft - und der entthronte Olaf Thon nicht böse darüber. "Es wurde mal Zeit, dass mein Rekord als jüngster EM-Torschütze Deutschlands gebrochen wird", schrieb der frühere Nationalspieler am Sonntag in seiner Kolumne beim Online-Portal "web.de". Chelsea-Profi Havertz hatte am Samstag in München beim 4:2-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Titelverteidiger Portugal den Treffer zum 3:1 erzielt. Mit 22 Jahren und 8 Tagen war er dabei 36 Tage jünger als Thon bei seinem Tor bei der Heim-EM 1988 gegen Dänemark (2:0).Thon war insgesamt angetan vom Auftritt des früheren Leverkuseners. "Havertz hat bereits bei Chelsea bewiesen, dass er ein Matchwinner sein kann. Das war eine große Leistung", lobte der Weltmeister. Havertz hatte für Chelsea das 1:0-Siegtor im Champions-League-Finale gegen Manchester City erzielt.

9.00 Uhr: Mehr als 20 Millionen sahen Sieg über Portugal in der ARD

Den erlösenden 4:2-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im zweiten EM-Spiel am Samstag in München gegen Titelverteidiger Portugal haben in der Live-Übertragung der ARD 20,11 Millionen Zuschauer gesehen. Der Marktanteil betrug überragende 75,7 Prozent. Das 0:1 zum EM-Auftakt der DFB-Elf gegen WM-Champion Frankreich hatten im ZDF am vergangenen Dienstag 22,55 Millionen (MA: 67,4 Prozent) gesehen. Hinzu kamen im Livestream im Internet 3,89 Millionen Abrufe.

Das Samstagabendspiel zwischen Spanien und Polen (1:1) sahen im Ersten im Schnitt 8,79 Millionen (MA: 37,4 Prozent). Das Nachmittagsspiel zwischen Ungarn und Frankreich (1:1) erlebten in der Live-Übertragung in der ARD 5,64 Millionen (MA: 43,5 Prozent) mit.Alle 51 EM-Spiele sind zudem bei MagentaTV als Livestream zu sehen. Über Abrufzahlen unter seinen vier Millionen Kunden macht der Sender keine Angaben.

8.00 Uhr: Löw optimistisch in Bezug auf angeschlagene Spieler

Nach dem Spiel gegen Portugal sagte Jogi Löw bei der Pressekonferenz über drei angeschlagene Spieler seiner Elf: "Bei Mats Hummels hat sich die Patellasehne wieder gemeldet, bei Robin Gosens waren es die Adduktoren, bei Ilkay Gündogan die Wade nach einem Schlag. Da wollten wir kein Risiko eingehen. Wenn es muskuläre Probleme sind, ist das immer brandgefährlich. Aber ich glaube, dass es nichts Dramatisches ist. Wenn alles gut läuft, wird man das wieder hinkriegen für nächste Woche."

EM 2024 in Deutschland – in diesen 10 Stadien wird in drei Jahren gespielt

Die Fußball-Europameisterschaft ist gerade erst mit dem Elfmeterkrimi zwischen Italien und England zu Ende gegangen, da liegt der Fokus der Teams schon auf der WM 2022 in Katar und natürlich der kommenden EM 2024.

Die europäische Endrunde wird dann aber nicht wieder auf dem ganzen Kontinent stattfinden. Die Fußball-EM 2024 findet in Deutschland statt. Schon 2018 entschieden das die 17 Wahlleute aus der UEFA-Exekutive in Nyon. Zuvor hatten Deutschlands EM-Botschafter Philipp Lahm, …

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