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Dortmund, Germany, 06.07.2018, Pressekonferenz, vorstellung von Trainer Lucien Favre, Trainer Lucien Favre (BVB) und Sportdirektor Michael Zorc (BVB) ( DeFodi001 *** Dortmund Germany 06 07 2018 Press Conference Presentation by Coach Lucien Favre Coach Lucien Favre BVB and Sporting Director Michael Zorc BVB DeFodi001

Lucien Favre und Michael Zorc standen auf der Pressekonferenz vor dem Spiel des BVB gegen den FC Bayern Rede und Antwort. Bild: Alex Gottschalk/DeFodi.eu/imago sportfotodienst

BVB mit Ansage an die Bayern – Fans kritisieren Zorc für "Männer"-Rede

Schlagerspiel, Topduell, deutscher Clasico: Die Begegnung zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund hat viele Namen, doch wenn am Samstag beide Teams aufeinandertreffen, ist alles anders als sonst. Beide Klubs und ihre Trainer standen zuletzt stark in der Kritik: der Rekordmeister trennte sich von Niko Kovac, beim BVB kämpfte sich Lucien Favre mit zuletzt drei Siegen aus einem Loch. Dementsprechend selbstbewusst zeigte sich Favre auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Der Schweizer war sichtlich gut gelaunt, lachte häufig und zeigte sich angriffslustig: "Wir hatten eine schwere Phase, das ist momentan etwas besser geworden", sagte Favre nach dem 3:2-Sieg gegen Inter Mailand am Dienstag und fügte hinzu: "Wir wollen daran anknüpfen. Wir haben keine Angst vor Bayern."

Favre erklärt jedoch, dass er wisse, wie schwer sich der BVB in den vergangenen Jahren bei Auswärtsspielen in München tat. Der BVB verlor mit 0:6 und 0:5 in den letzten beiden Bundesliga-Spielen beim FC Bayern. Grund genug für Favre, etwas Galgenhumor auszupacken. "Deswegen haben wir nichts zu verlieren", sagte Dortmunds Cheftrainer mit einem Lachen. Dann wiederholte er: "Wir haben keine Angst vor Bayern."

Zorc mit Rede über Männlichkeit

Sportdirektor Michael Zorc, der ebenfalls auf der Pressekonferenz anwesend war, appellierte an sein Team in einer flammenden Rede: "Wenn ich mir die Ergebnisse der letzten Jahre in München anschaue, dann ist das eine reine Horrorbilanz", sagte Zorc und erklärte: "Wir müssen dagegenhalten, das haben wir in den letzten Jahren nicht getan".

Dann erhob er seine Stimme und nahm das ganze Team in die Pflicht: "Wir müssen Männerfußball spielen. Wir müssen Kerle sein. Darum wird es gehen. Die Jungs in München raufen sich zusammen für dieses Spiel, egal wer der Trainer ist. Wir müssen dagegenhalten und das haben wir in den letzten Jahren nicht getan. Das ist die klare Forderung an die Spieler."

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Nicht nur gegen inter Mailand zeigte sich Lucien Favre wesentlich emotionaler als sonst an der Seitenlinie. Bild: Cathrin MŸller /M.i.S. via www.imago-images.de

Und es blieb bei diesen überholten Männlichkeitsbildern: Zorc zitierte unter anderem BVB-Profi Axel Witsel, der über die Spiele in der vergangenen Saison erklärt hatte, dass der BVB beim 3:2-Sieg im Hin­spiel "mit Eiern" ge­spielt habe und in München nicht. Das müsse sich diesmal ändern, so Zorc.

Beobachter kritisieren Männlichkeitsbild von Zorc

In den sozialen Netzwerken kam die Rede von Zorc bei einigen Beobachtern nicht gut weg. Zahlreiche BVB-Fans kritisierten die plumpen Aussagen, die ein traditionelles Bild von Männlichkeit transportieren: "Was ist denn dieser 'Männerfußball'?", twitterte etwa ein User.

Ein anderer schrieb: "Die 80er haben angerufen, sie wollen ihre Rhetorik zurück." Das größte BVB-Fanzine, schwatzgelb.de, schrieb auf Twitter nur ironisch: "Wir müssen MÄNNLICHE MÄNNER sein und MÄNNLICH Fußball spielen mit MÄNNERN."

Zorc will keine Trainerdiskussion

Warum der BVB derzeit wieder besser auftritt, erklärte Favre so: "Wir sind immer positiv geblieben und haben nach vorne geschaut", sagte er. Sportdirektor Michael Zorc schwärmte zudem von dem weitaus emotionaleren Coaching seines Trainers an der Seitenlinie: "Ich finde es sehr gut, wie er es macht. Er fordert Dinge von Spielen ein, das finde ich sehr gut."

Auf eine Trainerdiskssion oder ein Zwischenfazit wollte sich der Sportdirektor des Tabellenzweiten trotz mehrfacher Nachfrage nicht einlassen: "Ich bin nicht hier um Fazite zu ziehen", sagte Zorc und erklärte an die versammelten Reporter gewandt: "Das könnt ihr ja gerne machen, aber ich mache das nicht. Es geht darum, dass wir weiter erfolgreich Fußball spielen wollen."

(bn)

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