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Gibt einen Fluch von Krzysztof Piatek? Herthas neuer Star-Stürmer amüsiert derzeit einige Fußballfans mit einer absurden Theorie. Bild: imago images / Bernd König

Wilde Fan-Theorie: Klinsmann fiel "Piatek-Fluch" zum Opfer

Vor zehn Tagen im DFB-Pokal auf Schalke war es endlich so weit: Krzysztof Piatek, 22-Millionen-Euro-Neuzugang und Sturm-Hoffnung von Hertha BSC, ballerte das erste Mal wild um sich.

Der Pole schoss in der 39. Minute sein erstes Tor, rutsche auf den Knien in Richtung Tribüne, formte seine Hände zu Pistolen und feuerte einige unsichtbare Kugeln ab. Wenn es nach einem findigen Reddit-User geht, dann trifft der schießwütige Piatek mit seinen Geschossen vor allem seine Trainer: Diesmal sei Jürgen Klinsmann betroffen.

Dahinter steckt die wilde (aber amüsante) Theorie des "Piatek-Fluchs".

Aber von vorne: Piatek ist wohl einer der spannendsten Stürmer Europas, der in den letzten Jahren Dutzende Tore geschossen hat. Sein Problem: Der Pole, den die Berliner vom ehemalige Champions-League-Sieger AC Mailand holten, kommt in dieser Saison noch nicht richtig in Tritt. Nach 30 Saison-Toren in der vergangenen Spielzeit für den FC Genua und Milan traf der erst 24 Jahre alte Stürmer für die Mailänder in der Hinrunde der aktuellen Serie-A-Spielzeit lediglich viermal. Für Hertha konnte er seinen Pistolero-Jubel, den er sich in seiner Heimat Polen sogar patentieren lassen will, bisher nur gegen Schalke zelebrieren.

Dass der polnische Nationalstürmer nun Ladehemmungen hat, könnte auch daran liegen, dass Kontinuität für ihn ein Fremdwort sein dürfte. Piatek hat in den vergangenen anderthalb Jahren so viele Trainer kommen und gehen gesehen, dass ihn selbst ein gescholtener HSV-Fan mitleidig anschauen dürfte.

Und da sind wir schon bei der Fan-Theorie, die unter anderem auf Twitter und Reddit angestoßen wurde.

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Treffsicherer Schütze: Piatek und sein Pistolen-Jubel. Bild: imago images/LaPresse

"Piatek-Fluch" nun auch bei Klinsmann und Hertha?

Seit der 1,82 Meter große Mittelstürmer die heimische Ekstraklasa und den polnischen Klub KS Cracovia im Sommer 2018 in Richtung Genua verließ, trainierten in nur anderthalb Jahren acht (!) verschiedene Übungsleiter den polnischen Stürmer.

In der Hinrunde der vergangenen Saison standen beim FC Genau gleich drei Trainer bei Spielen von Piatek an der Seitenlinie: Sein erster Coach Davide Ballardini wurde im Oktober 2018 durch Ivan Juric ersetzt. Dieser wurde wiederum mit Cesare Prandelli ausgetauscht. Dann wechselte Piatek im Winter nach Mailand, wo ihn die Milan-Legende Gennaro Gattuso ein halbes Jahr lang trainierte. Wegen des ernüchternden Platz Fünf in der Serie A musste Gattuso im Sommer gehen – für Nachfolger Marco Giampaolo war nach vier Monaten aber auch schon wieder Schluss. Es folgte Stefano Pioli, der den derzeit Zehntplatzierten in Italien noch immer trainiert, aber eben nicht mehr Piatek, der von Jürgen Klinsmann für über 20 Millionen Euro in die deutsche Hauptstadt gelotst wurde.

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Lange haben sie nicht zusammen gelacht: Krzysztof Piatek und seine "Nummer 7" Jürgen Klinsmann. Bild: imago images / Matthias Koch

Der Rest der Geschichte sollte jedem Fußball-Fan mittlerweile bekannt sein: Jürgen Klinsmann sollte die Berliner vor dem Abstieg bewahren, überwarf sich jedoch mit der Hertha-Führungsetage und kündigte überraschend diese Woche seinen Job. Wie die Berliner Vereinsbosse am Donnerstag erklärten, soll Klinsmanns Assistent, Alexander Nouri, vorerst die Mission Nicht-Abstieg weiterführen. Damit hat Piatek seinen achten Trainer in nur anderthalb Jahren. Kein Wunder, dass sich der Torjäger nicht hundertprozentig auf seinen Job konzentrieren kann.

Der Piatek-Fluch auf einen Blick:

Ein Post von Reddit-User "kazcmot" über die Trainer-Fluktuation sorgte im Kommentar-Bereich für jede Menge Spott, Witze und einige Theorien zum "Piatek-Fluch".

Unser Lieblingskommentar über den Hertha-Stürmer: "Ich liebe es, wie er seine Tore feiert, indem er zwei Handfeuerwaffen abschießt. Offenbar ist zumindest eine davon eindeutig für seinen Trainer bestimmt."

Dass Piatek dem eigenwilligen Klinsmann den Job gekostet hat, ist natürlich nicht mehr als eine wilde Quatsch-Theorie.

Das nächste Kapitel im "Piatek-Fluch" dürfte aber nicht lange auf sich warten lassen: Die Hertha-Bosse sehen in Alexander Nouri wohl nur einen Interimscoach und befinden sich nach eigenen Angaben schon auf der Suche nach einem neuen Trainer. Dieser dürfte auf einige Treffer von Schützenkönig Piatek hoffen – und trotzdem versuchen, den Jubel-Kugeln zu entwischen...

(bn)

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