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Die Halbbrüder Kevin-Prince (l.) und Jérôme Boateng zu Beginn ihrer Profikarriere bei Hertha BSC. bild: imago/Contrast

Boateng-Brüder träumen von Karriereende bei Hertha BSC – Preetz zeigt sich erfreut

Bayern-Star Jérôme Boateng und sein Halbbruder Kevin-Prince, der aktuell bei Besiktas Istanbul spielt, sind am Mittwochabend bei Instagram live gegangen. "We have a lot to talk about. It's gonna be a lot of fun", eröffnete der 33-jährige Kevin-Prince den Videochat mit dem zwei Jahre jüngeren Jérôme. Und das Versprechen haben sie eingehalten. Sie hatten sich viel zu erzählen und spaßig war er auch, der Video-Chat der beiden Fußballer.

Damit es auch alle internationalen Zuschauer verstehen konnten, unterhielten sich die beiden auf Englisch, mit einem Hauch von Berliner Schnauze wohlgemerkt. Beide sind Kinder der Hauptstadt. Nach einem kleinen Smalltalkanlauf über Familie, Fitness und Frisuren, die mal wieder geschnitten werden müssten, fingen die beiden an, Fragen von Fans zu beantworten.

Jérôme Boateng: "Wäre toll, nochmal gemeinsam auf dem Platz zu stehen"

Besonders interessant war dabei die Antwort der beiden auf die Frage, ob die beiden Ü30-Profis im Herbst ihrer Karriere noch einmal gemeinsam in einer Mannschaft spielen wollen: "Wir werden sehen", sagte Jérôme, "ein paar Jahre haben wir ja noch. Wenn möglich, wäre es toll, nochmal gemeinsam auf dem Platz zu stehen". Kevin-Prince antwortete darauf: "Ich wünsche mir das auch. So will ich meine Karriere beenden. Mit meinem Bruder. Vielleicht bei meinem Heimatverein."

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Kevin-Prince Boateng (oben) und sein Halbbruder Jérôme. screenshot: instagram

Preetz zeigt sich erfreut

Herthas Geschäftsführer Michael Preetz nahm die Worte der Boatengs erfreut zur Kenntnis – mehr aber auch nicht. "Das ist doch schön zu hören, dass die beiden noch so eine enge Verbindung zu Berlin und zu Hertha BSC haben. Das sind Berliner Jungs und beide haben in ihren Karrieren enorm viel erreicht und die Welt gesehen", sagte Preetz der Online-Ausgabe der "Bild"-Zeitung am Donnerstag: "Dass es sie irgendwann wieder in die Heimat, zurück in diese tolle Stadt zieht, ist total verständlich und freut mich sehr."

Dass die Brüder nochmal gemeinsam für die Hertha auflaufen, ist aber eher unwahrscheinlich. Wie "Bild" berichtet, seien für die Boatengs, die beide in Berlin geboren wurden, eher Kooperationsmöglichkeiten nach der aktiven Karriere bei Hertha vorstellbar. "Wenn es dann so weit ist, werden wir uns bestimmt austauschen", sagte auch Ex-Profi Preetz eher zurückhaltend.

Profidebüt bei Hertha

Der Heimatverein der beiden heißt Hertha BSC. Beide Boatengs spielten dort in der Jugend, feierten bei der Alten Dame jeweils mit 18 Jahren ihr Profidebüt in der Bundesliga. Kevin-Prince im Jahr 2005, Jérôme 2007. Doch zusammen auf dem Rasen standen die beiden selten. Insgesamt nur sechs Spiele absolvierten die Halbbrüder in ihrer Karriere gemeinsam: drei für Herthas Reserveteam, zwei für Herthas Bundesliga-Mannschaft und eins in der deutschen U21-Nationalelf.

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Sehen wir das nochmal? Jérôme Boateng (l.) und Kevin-Prince im Trikot von Hertha BSC. bild: imago/fishing4

Die Hertha-Zeit der Boateng-Brüder: "Definitiv zu wenige" Spiele gemeinsam gespielt

"Definitiv zu wenige", wie Kevin-Prince urteilt. Denn es sei ein besonderes Gefühl, mit seinem Bruder in einer Mannschaft zu spielen, und dann auch noch für die Heimatstadt. Er schaue immer gerne auf die kurze gemeinsame Hertha-Zeit der beiden zurück.

Auch Jérôme hat diese "großartige und besondere Zeit" in guter Erinnerung, auch wenn sie viel zu kurz gewesen sei. Er habe früher als Jugendspieler immer zu Kevin-Prince aufgeschaut, und auch gehofft, dass die beiden eines Tages zusammen in der ersten Mannschaft für Berlin spielen werden.

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Aktuell von der AC Florenz an Besiktas Istanbul ausgeliehen: Kevin-Prince Boateng. bild: imago images/Seskim Photo

Dass sich Kevin-Prince eine Rückkehr zu seinem Jugendklub vorstellen kann, offenbarte der Mittelfeldspieler bereits neulich gegenüber "Sport 1": "Hertha ist ein Riese, der aufgeweckt werden muss. Berlin ist mein Zuhause, meine Heimat. Wenn ich da noch mal ein, zwei Jahre kicken könnte, wäre das eine Mission, für die ich noch mal nach Deutschland kommen würde", sagte er.

Bei Wandervogel Kevin-Prince Boateng scheint das Interesse an einer Rückkehr zu Hertha konkreter zu sein

Zuvor erklärte er auch schon gegenüber dem "Spiegel", dass er sich im Winter bei Hertha angeboten habe. Er habe sogar weitere Stars mit nach Berlin bringen wollen: "Dann hätte ich einfach das Telefon genommen und den (Mario) Götze angerufen und den (Julian) Draxler und gesagt: Kommt her, Jungs, lasst uns hier was auf­bauen. Das war so mein Plan, dass ich Hertha wieder attraktiv machen könnte", sagte ­Kevin-Prince Boateng.

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Jérôme Boateng im Trikot des FC Bayern. bild: imago images/ULMER Pressebildagentur

Bei Wandervogel Kevin-Prince, der bereits von Gelsenkirchen bis Gran Canaria bei 13 Klubs in Europa spielte, scheint der Plan einer Hertha-Rückkehr ganz schön konkret zu sein. Mal sehen, ob er auch seinen Halbbruder Jérôme davon überzeugen kann, dessen Bayern-Vertrag noch bis 2021 läuft. Romantisch wäre es.

Der Zusammenhalt der beiden ist jedenfalls groß...

... sogar über Klubgrenzen hinaus, wie im Instagram-Videochat der beiden außerdem deutlich wurde. Als Jérôme noch bei Tennis Borussia Berlin (1998 bis 2002) spielte und Kevin-Prince schon bei Hertha, gab es mal ein Aufeinandertreffen der beiden im Jugendbereich: Abwehrspieler Jérôme habe seine Mitspieler in diesem Spiel mehrmals ermahnt, Kevin-Prince doch bitte nicht zu foulen ("Don't tackle my brother!"). Die konnten das natürlich nicht verstehen ("WTF!?").

Der Klub hat sich gegenüber watson noch nicht zu einer möglichen Heimkehr der Boateng-Brüder zu Hertha BSC geäußert.

(as)

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