Toni Kroos hätte Teamkollege Karim Benzema mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet.
Toni Kroos hätte Teamkollege Karim Benzema mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet.Bild: www.imago-images.de / MATHIAS BERGELD

Toni Kroos kritisiert Messis Ballon d'Or-Gewinn deutlich – doch sieht auch nicht Lewandowski vorn

30.11.2021, 11:19

Lionel Messi hat den Ballon d'Or gewonnen. Es ist das siebte Mal, dass der Argentinier die prestigeträchtige Auszeichnung bekommen hat und wohl noch nie war seine Auszeichnung so umstritten wie am Montagabend.

Zahlreiche Experten äußerten ihr Unverständnis über die Wahl, hatte Messi doch mit der argentinischen Nationalmannschaft lediglich die Kontentinalmeisterschaft Copa America gewonnen. Sky-Experte Lothar Matthäus erklärte im Anschluss, dass er "die Welt nicht mehr versteht". In seinen Augen hätte Lewandowski der klare Sieger sein müssen. Schließlich gewann der Pole mit dem FC Bayern die deutsche Meisterschaft und knackte mit 41 Toren Gerd Müllers legendären Rekord in der Fußball-Bundesliga.

"Was an der Wahl nicht stimmt, ist vor allem der erste Platz."
Real Madrids Toni Kroos in seinem Podcast "Einfach mal Luppen"

Auch Toni und Felix Kroos waren enorm überrascht über den Ausgang dieser Wahl. In einer Sonderfolge ihres Podcasts "Einfach mal Luppen" kritisierten sie Messis Auszeichnung. Während Felix Lewandowski als Weltfußballer sah, wäre der Pole in Toni Kroos Ranking auch nicht auf Platz 1 gelandet.

Toni Kroos interessieren individuelle Auszeichnungen nicht

Toni Kroos war es wichtig erst einmal klar herauszustellen, dass ihn individuelle Auszeichnungen in einer Mannschaftssportart nicht interessieren. Aber, so Kroos bezogen auf die Auszeichnung, "wenn es die dann schon gibt, dann sollten sie auch gerecht sein. Und das ist in meinen Augen dieses Mal absolut nicht der Fall. Das kann man auch einfach mal so sagen, als jemand, der auch ab und zu über die Wiese läuft."

Auch sein Bruder Felix fand den Ausgang der Wahl "absolut nicht richtig". In seinen Augen hätte Robert Lewandowski, der in der vergangenen Saision mit 41 Toren in einer Bundesligasaison einen neuen Rekord aufstellte, den Ballon d'Or gewinnen müssen. Platz zwei wäre seiner Meinung nach an Mo Salah vom FC Liverpool gegangen. An dritter Stelle sah Felix Kroos Real-Stürmer Karim Benzema.

Auch Toni Kroos ist Messis Sieg überhaupt nicht einverstanden. Zwar stehe es außer Frage, dass Messi gemeinsam mit Cristiano Ronaldo der Spieler dieser Dekade sei, müsse man dieses Mal klar sagen, dass andere dieses Jahr einfach besser gewesen seien.

Messi mit dem Ballon d'Or.
Messi mit dem Ballon d'Or.Bild: wwwIm.imago-images.de / Henri Szwarc

Toni Kroos sieht Teamkollege Karim Benzema vorne

"Was an der Wahl nicht stimmt, ist vor allem der erste Platz", sagt Toni Kroos. Während sein Bruder Benzema auf Platz drei sah, war der Franzose für Toni der beste Einzelspieler des Jahres. Bei seinem Madrider Teamkollegen könne Kroos "aus nächster Nähe ansehen, was für ein überragender Fußballer er ist". In der tatsächlichen Wahl landete Benzema aber nur auf dem vierten Rang.

Aber auch Lewandowski hätte bei ihm "auf die eins geschielt" und war seiner Meinung nach nur knapp hinter Benzema. Mit Jorginho auf Platz drei, habe die Jury dort zumindest die richtige Wahl getroffen, so Toni. Der Italiener habe "einfach alles gewonnen". Mit der Squadra Azzura wurde Jorginho im Sommer Europameister, mit Chelsea gewann er die Champions League.

Nicht der Pokal, den er sich gewünscht hat: Lewandowski gewann nur den "Stürmer des Jahres"-Award.
Nicht der Pokal, den er sich gewünscht hat: Lewandowski gewann nur den "Stürmer des Jahres"-Award.Bild: www.imago-images.de / Henri Szwarc

Journalisten wählen beim Ballon d'Or

Anders als bei der Weltfußballerwahl, stimmen beim Ballon d'Or ausschließlich Journalisten über die Platzierung der Spieler ab. Unter der Regie des Fachmagazins "France Football", vergibt eine Journalisten-Jury bestehend aus je einem Vertreter aus den 53 Mitgliedsverbänden der UEFA sowie 53 Juroren aus den Ländern derjenigen außereuropäischen Verbände, die an mindestens einer Weltmeisterschaftsendrunde teilgenommen haben, ihre Stimmen.

Bei der Weltfußballerwahl der FIFA hingegen stimmt jeweils ein Journalist jedes FIFA-Mitgliedslandes ab. Dazu kommen aber auch Stimmen von Fans auf der FIFA-Website, von Cheftrainern und Cheftrainerinnen der Nationalmannschaften jedes Landes und der Kapitäne jeder Nationalmannschaft. Diese werden je zu einem Viertel gewichtet.

Diese Unterscheidung sorgt seit Jahren für Verwirrung. So ist auch in diesem Jahr bei Messis Wahl wieder vermehrt der Begriff Weltfußballer gefallen, obwohl er lediglich den Ballon d'Or gewann.

(jvj)

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