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Gerald Asamoah arbeitet für seinen Herzensklub Schalke 04. imago images / Jan Huebner

Rassismus-Eklat: Asamoah spricht von Telefonat mit Freund Tönnies – und den Konsequenzen

Nach Kritik aus der Politik und der Fanszene attackiert nun Ur-Schalker Gerald Asamoah den Schalke-Boss Clemens Tönnies.

Der frühere Schalker Bundesliga-Profi hat mit Bestürzung auf die rassistischen Aussagen von Tönnies reagiert. "Ich bin ehrlich gesagt etwas sprachlos. Ich arbeite schon lange mit Clemens Tönnies zusammen und wir sind auch schon lange eng befreundet. Mir gegenüber hat er sich nie rassistisch verhalten. Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt", schrieb der 43-malige deutsche Nationalspieler bei Instagram.

Der 40-Jährige forderte eine klare Reaktion: "Klar ist, dass es nicht in Ordnung ist und es sich nicht gehört. Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen. Das können wir nicht dulden." Laut Asamoah, der derzeit beim FC Schalke den Job als U23-Manager bekleidet, habe sich Tönnies bei seinem Mitarbeiter entschuldigt: "Er hat mich persönlich angerufen und sich für sein Verhalten entschuldigt, nichts desto trotz werden wir uns zeitnah zusammensetzen, denn so etwas darf nicht passieren." Asamoahs Fazit: "Es ist traurig, dass wir 2019 immer noch über so etwas sprechen müssen."

Mit diesen Worten löste Tönnies den Rassismus-Skandal aus

Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender der Königsblauen, hatte am Donnerstag bei der Festveranstaltung zum "Tag des Handwerks" in Paderborn eine Rede zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung – Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung" gehalten. Der Schalke-Boss empfahl dabei die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte laut der Zeitung Neue Westfälische: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Bereits am Freitag bat der 63-Jährige um Entschuldigung und bezeichnete seine Aussagen als "töricht". Der Ehrenrat des Vereins kündigte bereits an, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Im schlimmsten Fall könnte das Gremium Tönnies des Amtes entheben. Auch die Politik reagierte mit deutlichen Statements.

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Asamoah und Tönnies kennen sich seit Jahren. bild: imago images / Team 2

Dagmar Freitag etwa, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, sagte der Welt am Sonntag: "Dass so etwas von jemandem artikuliert wird, der eine herausgehobene Position im Sport innehat, macht die Sache umso schlimmer. Die am folgenden Tag veröffentlichte Klarstellung durch Herrn Tönnies kann den gesellschaftspolitischen Schaden sicher nicht wettmachen."

Sylvia Schenk von Transparency International erklärte: "So etwas rutscht einem bei einer offiziellen Rede nicht einfach heraus, da steckt eine hochproblematische Einstellung dahinter."

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kritisierte Tönnies und forderte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe auf, sich "mit dem Vorfall" zu befassen. "Wir müssen ganz klar machen: Wir lassen uns nicht spalten."

Wie wird Schalke mit Tönnies umgehen?

Trotz der harschen Kritik gilt es als unwahrscheinlich, dass Tönnies beim FC Schalke fallen könnte: Der Milliardär ist bestens vernetzt und hat viele Deals eingefädelt für seinen Herzensklub, der nach der schwachen Vorsaison mit Platz 14 sportlich darbt und wirtschaftlich keineswegs auf Rosen gebettet ist.

Vielen Fans ist das egal, sie drohen mit Vereinsaustritt, wenn Tönnies bleibt. Auch der ehemalige Schalker Profi Hans Sarpei verurteilte dessen Wortwahl scharf und forderte Konsequenzen. "Es sind rassistische Bemerkungen, die in keinster Weise mit dem Leitbild des FC Schalke 04 oder unserer modernen offenen Gesellschaft vereinbar sind", schrieb der in Ghana geborene 43-Jährige bei Facebook.

(bn/sid)

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