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Einer gegen 82 Millionen: Bundestrainer zu sein, ist nicht immer einfach. Jogi Löw hat auf der DFB-Pressekonferenz am Montag kurz die Fassung verloren. screenshot youtub/dfb

DFB-PK mit dem Bundestrainer – Jogi Löw in Rage: "Ich rede, wenn ich reden muss"

Joachim Löw bleibt Bundestrainer. Das ist bereits seit der vergangenen Woche beschlossene Sache. Der DFB hatte knapp zwei Wochen nach der Nations-League-Partie in Sevilla gegen Spanien (0:6), mitgeteilt, dass er Trainer der Nationalelf bleibe. Am Freitag hatte dann DFB-Direktor Oliver Bierhoff ausführlich die Analyse der sportlichen Situation vorgestellt.

Am Montag erklärte auch Löw nochmal auf einer Pressekonferenz seine Sicht der Dinge. Er hatte sich, bis auf kurz nach Abpfiff in der "Sportschau", noch nicht dazu geäußert, wie er die Niederlage verdaut hat und was er nun zu tun gedenkt.

Viele Fans und Experten hatten aber seitdem bereits ungeduldig auf einen öffentlichen Auftritt des Bundestrainers gewartet. Die Tatsache, dass dann vergangene Woche erst nur Bierhoff und nicht Löw vor die Presse trat, verstärkte dies noch.

DFB-PK: Reporterfrage nervt Löw

Auf die Nachfrage eines Reporters, warum er sich denn nun erst so spät äußerte, reagierte Löw fast gereizt: "Ich bin der Trainer und ich rede, wenn ich reden muss", erwiderte Löw. Und weiter: "Wir haben nächstes Jahr viele Aufgaben, die wir bewältigen müssen, aber ich muss nicht immer in der Öffentlichkeit stattfinden. Mir ist auch wichtig, intern Sachen voranzutreiben."

Löw will jedenfalls trotz der zuletzt enttäuschenden Spiele mit dem 0:6 in Spanien als Tiefpunkt nicht von seinem Weg abweichen. "Wir folgen unserer roten Linie und wir sind auch davon überzeugt, dass es eine gute Entwicklung gab und geben wird", sagte Löw am Montag in einem Videogespräch und betonte: "Es gibt keinen Grund, alles über den Haufen zu werfen."

Nationalmannschaft: Keine Rücktrittsgedanken von Löw

Über einen Rücktritt habe er nach der Spanien-Pleite nachgedacht. "Diesen Gedanken gab es bei mir nicht." Bei den entscheidenden Gesprächen mit der Führung des DFB vor einer Woche habe er aber auch daran gedacht, dass ein vorzeitiger Abschied Thema sein könnte.

"Für mich persönlich, klar, man ist völlig frustriert", sagte Löw. "Diese Niederlage hängt mir persönlich immer noch an." Mit dem Frust der Nacht von Sevilla stehe er manchmal noch morgens auf. Als Trainer wisse er aber, "wie kann man das einordnen, stimmt der Weg?"

Löw: Nationalmannschaft grundsätzlich auf gutem Weg

Grundsätzlich befinde sich die junge Nationalmannschaft abgesehen vom Spanien-Spiel auf einem guten Weg. Der 60-Jährige räumte ein, dass "2020 die Entwicklung stehen geblieben ist", verwies aber darauf, dass es wegen der Coronavirus-Pandemie eine lange Pause gegeben habe.

Bei drei Spielen in neun Tagen seien kaum Trainingseinheiten möglich gewesen. "Die klare Direktive war, dass wir die Gesundheit der Spieler über alles stellen. Wir brauchen Spieler, die körperlich, mental frisch in das Turnier gehen", sagte Löw.

Sein Vertrag als Bundestrainer läuft noch bis nach der Winter-WM 2022 in Katar.

(as/mit Material von dpa)

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