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Olivier Giroud C celebrates scoring the first Chelsea goal 1-0 at the Chelsea v Tottenham Hotspur English Premier League game at Stamford Bridge, London, UK on February 22, 2020. **Editorial use only, license required for commercial use. No use in betting, games or a single club/league/player publications** PUBLICATIONxNOTxINxUK

Mason Mount (r.) und Ross Barkley feiern Olivier Girouds (2.v.r.) 1:0 gegen Tottenham Hotspur. Bild: imago images/Paul Marriott

Achtung, Bayern! Ein lang verschmähter Weltmeister ist plötzlich wieder wichtig

Chelsea und Champions League. Diese beiden Begriffe in Kombination rufen keine guten Erinnerungen beim FC Bayern hervor. Im "Finale dahoam" 2012 waren die Bayern in der heimischen Allianz Arena gegen die Londoner Favorit, sie führten ab der 83. Minute durch ein Tor von Thomas Müller mit 1:0, der Henkelpott war zum Greifen nah – doch dann köpfte Didier Drogba kurz vor Schluss den Ausgleichstreffer, im Elfmeterschießen scheiterten die Münchner dann auf dramatische Art und Weise.

Nun gibt es zwischen dem FC Chelsea und Bayern München am Dienstagabend (21 Uhr/Sky) an der Stamford Bridge das erste Wiedersehen in der Königsklasse, auch diesmal ist der Bundesligist der klare Favorit. Mit Thomas Müller, Manuel,Neuer, David Alaba und Jérôme Boateng sind immer noch vier FCB-Spieler dabei, die bereits vor knapp acht Jahren bei den Bayern unter Vertrag standen. Bis auf Alaba (Gelbsperre) standen sogar alle im Champions-League-Finale in der Startelf.

FC Chelsea gegen FC Bayern: 2012 war Lampard Kapitän, seit Sommer 2019 ist er Trainer

Bei Chelsea wird am Dienstag nur noch einer der Helden von damals mit dabei sein: Frank Lampard, allerdings an der Seitenlinie. 2012 war Lampard Kapitän der Blues, seit Sommer 2019 ist er deren Trainer.

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Damals verlängerter Arm des Trainers, heute selbst Trainer: Frank Lampard im CL-Finale 2012. Im Hintergrund der junge Thomas Müller. Bild: imago/HJS

Es hat sich viel verändert beim FC Chelsea. Der Klub ist aktuell nicht die Fußballgroßmacht, die er mal war beziehungsweise gerne wieder sein möchte. Einen Starstürmer wie Didier Drogba haben sie nicht mehr. Ihren besten Spieler Eden Hazard haben sie im Sommer an Real Madrid verkauft. Ersatz konnten die Londoner im Sommer nicht holen, da die Fifa sie mit einer Transfersperre belegt hat. Der Grund: In mehreren Fällen hatte Chelsea gegen die Regeln zur Verpflichtung Minderjähriger verstoßen.

Chelseas Transfersperre: Lampard muss auf Talente setzen – Fluch und Segen zugleich

Und so musste Lampard auf junge Spieler setzen, die nach ihren Ausleihen an andere Klubs nach London zurückkehrten: Mittelstürmer Tammy Abraham und der offensive Mittelfeldspieler Mason Mount oder die Verteidiger Fikayo Tomori und Reece James. Alle vier spielten sich in die erste Elf, Abraham ist mit 15 Toren und sechs Vorlagen in 33 Pflichtspielen sogar Topscorer der Blues.

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Mason Mount (l.) und Tammy Abraham sorgen für Furore, sind aber noch nicht so konstant. Bild: imago images / Action Plus / shaun brooks

Doch junge Spieler wie diese sind auch immer unerfahren, unkonstant, was mit einer der Gründe für die jüngste Negativserie ist: Seit dem 7. Dezember hat Chelsea bloß vier von zwölf Matches in der Premier League gewonnen. Wettbewerbsübergreifend haben die Blues in dieser Saison schon sieben Heimpleiten und damit ihren eigenen Negativrekord aus der Spielzeit 1994/95 eingestellt.

Die Bilanz von Frank Lampard bei Chelsea

38 Spiele, 19 Siege 7 Unentschieden, zwölf Niederlagen stehen bisher für den Engländer zu Buche; Punkteschnitt 1,68 pro Spiel.

Chelsea steht aktuell auf Rang vier der Premier League, hat nach Manchester City (62 Prozent) und FC Liverpool (58 Prozent) mit 57 Prozent den drittbesten Ballbesitzwert der Liga; bei Torschüssen pro Spiel steht Chelsea mit durchschnittlich 16,3 auf Platz zwei; auch die Passquote (85 Prozent) ist die zweitbeste der Liga.

FC Chelsea: Olivier Giroud empfiehlt sich für Startelfeinsatz gegen FC Bayern

Am Samstag, als Chelsea sich im Londoner Stadtduell mit 2:1 gegen Tottenham Hotspur durchsetzte, holte Lampard einen erfahrenen Mann zurück in die Startelf, einen lange verschmähten französischen Weltmeister: Olivier Giroud, 33, durfte für den elf Jahre jüngeren Tammy Abraham starten, der bisher in der Regel den Vorzug vorm Franzosen erhalten hatte.

Und Giroud läutete prompt das vorläufige Ende der Chelsea-Durststrecke ein. Der ehemalige Arsenal-Stürmer erzielte gegen die Spurs den Führungstreffer für Chelsea, empfahl sich mit seinem allerersten Saisontor für einen Startelfeinsatz gegen den FC Bayern.

Dabei stand er im Januar noch kurz vor einem Vereinswechsel, weil er kaum noch zum Einsatz kam. An den Spieltagen 16 bis einschließlich 27 stand der französische Nationalspieler nicht einmal mehr im Kader.

Giroud: Lange verschmäht, plötzlich wieder wichtig

Doch Giroud blieb am Ende doch bei Chelsea. Aus möglichen Engagements bei Tottenham und Lazio Rom wurde nichts. Die Blues können glücklich sein, dass er noch da ist. Neben Youngster Abraham, der seit dem 11. Januar nicht mehr getroffen und erst zwei Champions-League-Treffer auf dem Konto hat, und dem 26-jährigen Michy Batshuayi, dessen Form aktuell einer Wundertüte gleicht, ist der erfahrene Giroud plötzlich wieder wichtig.

Olivier Giroud of Chelsea celebrates the goal scored by Marcos Alonso of Chelsea during the Premier League match between Chelsea and Tottenham Hotspur at Stamford Bridge, London, England on 22 February 2020. PUBLICATIONxNOTxINxUK Copyright: xSalvioxCalabresex 26430028

Allez les Bleus... oder so ähnlich... Bild: imago images/Uk Sports Pics Ltd7SALVIO CALABRESE

Das Pfund, mit dem Giroud wuchern kann, ist nicht nur seine Erfahrung: Er ist widerstandsfähig, effizient und kann mit seiner Physis von 92 Kilogramm auf 1,93 Meter gegnerische Abwehrreihen zermürben. Auch nach hinten ackert er viel.

Der 33-Jährige zahlt es außerdem mit Toren zurück, wenn er von Beginn an ran darf – quasi eine goldene Giroud-Regel: Bei seinen vergangenen 14 Startelf-Einsätzen für Chelsea war er an 14 Toren direkt beteiligt: zehn Tore, vier Vorlagen.

Und Giroud ist einer fürs Wir-Gefühl, ein Teamplayer: "Dieses Spiel war vielleicht ein Wendepunkt für uns", sagte Giroud nach dem Sieg gegen Tottenham, als hätte er nie zwölf Spieltage auf der Tribüne gesessen.

Die Blues glauben nach ihrer Generalprobe mit dem 2:1 gegen die Spurs an sich. Sie dürfen sich gegen Bayern sogar ein bisschen Hoffnungen machen – trotz der aktuell schlechten Heimbilanz: An der Stamford Bridge siegte bislang noch keine deutsche Mannschaft. Und wenn die goldene Giroud-Regel eintritt, dann wird Chelsea mindestens einmal treffen...

So könnten sie spielen:

Chelsea: Caballero - Azpilicueta, Christensen, Rüdiger - James, Jorginho, Kovacic, Alonso - Barkley, Mount - Giroud. - Teammanager: Lampard

München: Neuer - Pavard, Boateng, Alaba, Davies - Kimmich, Thiago - Gnabry, Müller, Coman - Lewandowski. - Trainer: Flick

Schiedsrichter:
Clement Turpin (Frankreich)

(as)

12 dramatische Finals der Champions League

Verhärtete Fronten im Alaba-Poker beim FC Bayern: Berater-Provision wird zum Problem

Der FC Bayern hat etwa eine Woche nach dem Ende der Sommer-Transferperiode seinen Kader zusammen. Mit der Ausbeute können Sportvorstand Salihamidzic und die Club-Bosse durchaus zufrieden sein. Neben Top-Transfer Leroy Sané konnte sich der deutsche Rekordmeister am letzten Tag noch die Dienste von Bouna Sarr, Douglas Costa, Eric Maxim Choupo-Moting und Marc Roca sichern.

Eine andere Baustelle bereitet dem Verein allerdings weiterhin Kopfschmerzen. Der Vertragspoker um Abwehrspieler David Alaba …

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