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Bayern-Trainer Hansi Flick. bild: youtube/fcbayern/screenshot

"Nicht meine Werte": Bayern-Coach Flick geht gegen AfD-Politiker vor

Kaum hat sich FC Bayern Trainer Hansi Flick mit SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ausgesprochen, ist der Bayern-Coach im Streit mit einem weiteren Politiker.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Johannes Huber hatte ein Bild von Flick mit der Überschrift "Bayern-Trainer Flick kontert Lauterbach" versehen und den Coach mit dem Satz zitiert: "Man kann die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören."

Nun setzt sich der Bayern-Trainer zur Wehr und erklärte auf einer Pressekonferenz am Freitag: "Ich möchte mit dieser Partei nicht in Verbindung gebracht werden. Das sind nicht meine Überzeugungen, nicht meine Werte, die diese Partei vertritt. Deshalb ist es klar, dass ich mit allen Möglichkeiten dagegen vorgehe."

Flick spricht von "Tragödie" nach Tolissos Saisonaus

Mit Blick auf die Verletzungshistorie von Corentin Tolisso nannte Hansi Flick dessen Ausfall "eine Tragödie". Beim Torschusstraining am Donnerstag zog sich der Franzose einen Sehnenriss im linken Oberschenkel zu und wird dem Rekordmeister mindestens drei Monate fehlen. "Mir tut es einfach Leid für ihn. Alle waren gestern sehr geschockt", berichtete der Trainer. "Er war gerade wieder dabei, in den Rhythmus zu kommen und seine Qualitäten zu zeigen. Ich bin total überzeugt von ihm", sagte der 55-Jährige. Doch aufgrund schwankender Leistungen galt Tolisso eigentlich im Sommer als Verkaufskandidat, da sein Vertrag im Sommer 2022 ausläuft und er immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Die schwerste war ein Kreuzband- und Außenmeniskusriss im September 2018. Im vergangenen Juni musste Tolisso am Sprunggelenk operiert werden. "Der FC Bayern hat immer gezeigt, dass sie auch zu Spielern in solchen Situationen halten und sie unterstützen. Das wird eine Aufgabe für uns alle werden", sagte Flick.

Mit Gesundheitspolitiker Lauterbach hat sich Hansi Flick unterdessen unter der Woche ausgesprochen. Noch am vergangenen Sonntag hatte er den 57-Jährigen als "vermeintlichen Experten" bezeichnet und die Corona-Politik kritisiert.

Doch nach ihrem rund 45-minütigen Gespräch erklärte Flick: "Es war ein sehr gutes, ein sehr interessantes Gespräch. Ich habe mich sehr wohlgefühlt und denke auch, dass es eine sehr gute Atmosphäre war. Jeder konnte etwas mitnehmen."

Ähnlich äußerte sich auch Lauterbach am Donnerstag und fügte hinzu: "In der Bewältigung der Corona-Krise zählt der Teamgeist und den habe ich wahrgenommen."

Müller meldet sich aus der Quarantäne

Beim FC Bayern wurde unterdessen am Donnerstag bekannt, dass sich nach Thomas Müller auch Verteidiger Benjamin Pavard mit dem Corona-Virus infiziert hat. Er ist mittlerweile der neunte Spieler des FC Bayern.

Trainer Hansi Flick erklärte dennoch: "Wir haben ein gutes Hygienekonzept. Ich glaube, dass wir das schon gut machen, aber wir müssen einfach noch gewissenhafter damit umgehen."

Thomas Müller hat sich nach seiner Infektion mit einem kurzen Video aus der Quarantäne zu Wort gemeldet. "Ich bin wieder gesund und fühle mich gut", sagte der 31-Jährige am Donnerstagabend in einem Video bei Instagram. "Richtig Spannendes" gebe es nicht zu erzählen, sagte der Vize-Kapitän der Bayern. Er müsse nun abwarten "und ein bisschen vorsichtig sein, bevor es in Richtung härteres Training" gehe. Dafür müsse er noch ein paar Untersuchungen abwarten, da gebe es noch keinen neuen Stand.

(lgr)

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