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Derzeit trainiert der BVB in Zweiergruppen, wie es Emre Can (l.) und Mario Götze auf diesem Archivbild schon tun. Bild: www.imago-images.de / Inderlied/Kirchner-Media via www.imago-images.de

Kuriose Methoden und Kritik von der Konkurrenz: BVB-Stars trainieren wieder

Die Corona-Pandemie lässt das öffentliche Leben derzeit still stehen und zwingt viele Menschen ins Homeoffice. Das gilt auch für die Fußballprofis der Bundesliga, die sich zu Hause mit Fitness-Übungen fit halten mussten. Nun bat Borussia Dortmund seine Stars wieder auf den Trainingsplatz – mit ungewöhnlichen Methoden und zum Unmut der Konkurrenz.

Am Montag ließ BVB-Cheftrainer Lucien Favre nach einer gut zweiwöchigen Zwangspause durch die Corona-Krise wieder auf dem Trainingsplatz trainieren. Zuvor hielten sich die Dortmunder Profis in den heimischen Wohnzimmern mit Kraft- sowie Ausdauerübungen fit und zeigten Videos davon ihren Millionen Followern. Nun durften die Stars wieder aufs Grüne, jedoch fand die Einheit unter besonderen Corona-Maßnahmen statt.

Die Profis trainierten in Zweiergruppen über den ganzen Tag zeitlich versetzt und nicht wie sonst mit der kompletten Mannschaft. Auf dem Trainingsgelände im Dortmunder Vorort Brackel fuhren über den gesamten Vormittag die Spieler des Bundesligisten in ihren Privat-Pkw vor. Auch sonst war die Situation ziemlich neu: Von Fans und Selfie- wie Autrogramm-Jägern war keine Spur.

"Wir wollen langsam wieder anfangen, in ganz kleinen Gruppen mit zwei Spielern", hatte Mittelfeldspieler Emre Can bereits am Sonntag in der Sport1-Sendung "Doppelpass" angekündigt. Es sei "schön, wieder etwas zu machen und wieder Aufgaben zu haben".

BVB ignoriert Empfehlung der DFL

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte eigentlich den 36 Profi-Vereinen empfohlen, dass diese bis einschließlich 5. April nur individuell trainieren lassen sollen. Damit wollte die DFL für mehr Chancengleichheit sorgen. Beim VfL Wolfsburg oder dem FC Augsburg trainiert man laut "Kicker" und "Bild" hingegen wie beim BVB in Kleingruppen. Das kritisiert nun die Konkurrenz.

Oliver Ruhnert, Geschäftsführer des Dortmunder Liga-Konkurrenten 1. FC Union Berlin, kritisierte den Trainingsstart des BVB und einiger anderer Bundesligisten. "Ich finde es wichtig, dass es eigentlich einheitlich ist. Wenn sich einige Vereine nicht daran halten, finde ich es schwach", sagte Ruhnert dem "Kicker". Beim Pay-TV-Sender "Sky" ergänzte er: "In diesem Fall, wo wir eine Unterbrechung der Saison haben, finde ich es nur vernünftig und fair, wenn alle zumindest mit dem Mannschaftstraining zur gleichen Zeit beginnen."

Gerade weil die Situation in den verschiedene Regionen Deutschlands zum Teil sehr unterschiedlich sei, halte er es für "notwendig und wichtig, dass die Steuerung über die DFL geht", sagte Ruhnert. Der Fußball solle sich an die Kontaktsperre halten, die es im ganzen Land gebe.

Ruhnert empfahl: "Bevor noch nicht geklärt ist, wann und wie es weitergehen soll, tut man sich nichts, wenn man sich darauf verständigt, dass wir einheitlich wieder mit dem Mannschaftstraining starten." Der Aufsteiger hatte angekündigt, die Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings vom 31. März auf den 6. April zu verschieben, auch auf Bitte der DFL.

Aktuell ist der Bundesliga-Spielbetrieb wegen der Corona-Krise bis zum 2. April ausgesetzt. Es gilt jedoch als Formsache, dass auf der Mitgliederversammlung am Dienstag einer weiteren Aussetzung des Spielbetriebs in der ersten und zweiten Bundesliga bis mindestens 30. April zugestimmt wird. Schon jetzt soll ebenfalls Konsens sein, dass eine Fortsetzung des Spielbetriebs danach nur ohne Zuschauer möglich sein wird.

(bn mit Material von dpa)

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