Sport
Bild

Lutz Pfannenstiel. Bild: imago images / Thomas Pakusch

"Black Magic" und sympathisches Chaos – Lutz Pfannenstiel über afrikanischen Fußball

Aktuell findet in Ägypten der Afrika Cup statt. Dass die afrikanischen Fußballuhren ein bisschen anders ticken, als im Rest der Welt, ist kein Geheimnis. Der Fußball ist in Afrika überall, schrieb der Autor Thilo Thielke mal in seinem Buch "Traumfußball: Afrikanische Fußballgeschichten".

Das weiß auch Lutz Pfannenstiel. Der Sportvorstand von Fortuna Düsseldorf ist als Weltenbummler bekannt, der ehemalige Torwart spielte als weltweit erster Fußballer in allen sechs Kontinentalverbänden als Profi. In Afrika spielte er für die Orlando Pirates (Südafrika) und Ramblers FC (Namibia), auch als Trainer war er in Namibia tätig.

Bild

Lutz Pfannenstiel bei einem Hallenturnier. bild: imago sportfotodienst

In einem Interview mit "Spox" und "Goal" erzählte Pfannenstiel nun einige interessante Anekdoten über den Afrika-Cup und afrikanischen Fußball im Allgemeinen. (spox.com)

Lutz Pfannenstiel über...

... Kuriositäten und sympathisches Chaos beim Afrika Cup

Bei einem Afrika Cup habe Pfannenstiel mal Didier Drogba getroffen und ihn gefragt, in welchem Hotel sein Team wohne. Er habe es nicht gewusst, weil das Hotel noch gar nicht gebaut gewesen sei. Beschwerden habe es keine gegeben: "Wenn die Jungs aber beim Afrika Cup zusammen sind, legen sie keinen Wert auf Luxus. Man singt, tanzt und freut sich. Back to the roots." Togo habe auch mal mit den Trikots des Teams der Elfenbeinküste trainiert, da die Kleidung nicht da gewesen sei. "Das ist einfach ein sympathisches Chaos."

... kaum vorhandene Starallüren beim Afrika Cup

"Beim Afrika-Cup spielen zwar Weltstars, aber das Verhalten ist nicht überheblich", sagt Pfannenstiel im Interview. Das Turnier sei wie ein Klassentreffen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Pfannenstiel erinnert sich im Interview daran, dass ein Superstars eines Team mal mit "zwölf Rolex in der Tasche" angekommen sei, diese als Geschenk an die Kollegen verteilt habe, "damit klar ist, wer der Chef ist".

... das Niveau afrikanischer Torhüter

Pfannenstiel ist sich sicher, dass afrikanische Torwächter, was ihre Physis und Athletik betreffe, "die Katzen schlechthin sein müssten". Doch die schlechten Plätze, auf denen Afrikaner im Jugendbereich trainierten, seien nicht gerade förderlich: "Da fliegst du einmal, aber kein zweites Mal, weil du dann blutest."

... "Black Magic" und Medizinmänner

Pfannenstiel berichtet im Interview außerdem von Aberglaube: Seiner Mannschaft (welche erfährt man leider nicht, d. Red.) sei vor einem Match in der afrikanischen Champions League eine Flüssigkeit auf die Arme und Beine aufgetragen worden, die ein Medizinmann zuvor aus "drei Toten" gewonnen habe. "Der Geruch war grausam, aber das Spiel haben wir gewonnen." Der Medizinmann sei sicher gewesen, dass es nur daran gelegen habe.

(as)

12 dramatische Finals der Champions League

Fußball für Dummies, erklärt von einem Dummie

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Fußballmagazin kürt beste Torhüter der Welt – Neuer nicht Bundesliga-Spitze

Manuel Neuer ist einer der besten Torhüter des vergangenen Jahrzehnts. Von 2013 bis 2016 kürte ihn die International Federation of Football History & Statistics (IFFHS) vier Mal in Folge zum Welttorhüter des Jahres. Laut Bayern Münchens Hansi Flick ist der 34-Jährige auch im Jahr 2020 immer noch der beste Torhüter der Welt.

Das renommierte englische Fußballmagazin "Four Four Two" sieht das etwas anders. In dessen Ranking der zehn besten Torhüter des Planeten schaffte es Neuer bloß auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel