Chelsea-Coach Thomas Tuchel wollte Leipzigs Christopher Nkunku als Nachfolger für Romelu Lukaku holen.
Chelsea-Coach Thomas Tuchel wollte Leipzigs Christopher Nkunku als Nachfolger für Romelu Lukaku holen. Bild: Hufnagel PR / Ulrich Hufnagel / Ulrich Hufnagel

RB-Leipzig-Star verlängert mit Ausstiegsklausel – Absage für Chelsea und Tuchel

23.06.2022, 10:12

Vor einem Jahr legte der FC Chelsea für Wunschstürmer Romelu Lukaku ganze 113 Millionen Euro auf den Tisch. Nur vier Monate später erklärte Lukaku gegenüber "Sky Italia", dass er wieder nach Mailand zurückmöchte. Wie "Sky Sports" nun vermeldete, haben sich Chelsea und Inter Mailand auf eine einjährige Leihe verständigt, die Italiener überweisen dafür 8 Millionen Euro plus Boni nach London.

In der abgelaufenen Premier-League-Saison steuerte Lukaku (r.) für Chelsea ganze acht Tore bei.
In der abgelaufenen Premier-League-Saison steuerte Lukaku (r.) für Chelsea ganze acht Tore bei.Bild: dpa / Martin Rickett

Die Nerazzurri haben in Summe also mindestens 103 Millionen Euro Profit gemacht und Lukaku ist trotzdem wieder da.

Thomas Tuchel wollte Nkunku zu Chelsea holen

Beim FC Chelsea – der im Zuge der Sanktionen gegen russische Oligarchen lange mit der eigenen Liquidität zu kämpfen hatte – hat man derzeit tatsächlich größere Sorgen als den 100-Millionen-Euro-Flop von vor einem Jahr. Erst im Mai ist der Verein von einem Investorenkollektiv um US-Geschäftsmann Todd Boehly übernommen worden.

Seit dem ist Chelsea wieder liquide, die Kaderplanung läuft auf Hochtouren: Nach Lukakus Abgang steht Chelsea-Coach Thomas Tuchel aber mit Timo Werner nur noch ein Mittelstürmer zur Verfügung. Tuchels Wunschlösung: Christopher Nkunku von RB Leipzig. Den inzwischen 24-Jährigen trainierte Tuchel seinerzeit schon bei PSG.

Nkunku (l.) und Werner spielten schon bei RB Leipzig zusammen im Sturm. Eine Wiederverinigung in London muss noch warten.
Nkunku (l.) und Werner spielten schon bei RB Leipzig zusammen im Sturm. Eine Wiederverinigung in London muss noch warten.Bild: dpa / Jan Woitas

Leipzig-Boss Mintzlaff schiebt Nkunku-Transfer einen Riegel vor

Mehr beeindruckt haben wird ihn jedoch die zurückliegende Spielzeit: In der Bundesliga war Nkunku – trotz Lewandowskis beeindruckenden 35 Toren – der überragende Akteur: wettbewerbsübergreifend gelangen ihm in 50 Einsätzen ganze 54 Scorer-Punkte. Zudem wurde von seinen Kollegen in der Spielergewerkschaft VDV mit großem Vorsprung zum "Fußballer der Saison" gewählt.

Wie "Sport Bild" berichtet, hatten Chelsea-Funktionäre schon befürchtet, rund 100 Millionen Euro für den Französen ausgeben zu müssen. Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff, der schon vor einigen Wochen Nkunku als "unverkäuflich" deklariert hat, schob dem jedoch einen Riegel vor: Laut "Sport Bild" soll Mintzlaff extra nach London geflogen sein, um Nkunku-Berater Pini Zahavi zu erklären, dass Leipzig den noch zwei Jahre laufenden Vertrag nicht auflösen werde.

Vertragsverlängerung statt Transfer – Ausstiegsklausel soll 2023 greifen

Demzufolge stehe Nkunku stattdessen nun sogar vor einer Vertragsverlängerung bis 2025. Dafür solle sein Gehalt auf sieben Millionen Euro pro Jahr steigen, eine Ausstiegsklausel soll ihm im Sommer 2023 dann einen Transfer ermöglichen. "Sport Bild" spekuliert, die Klausel belaufe sich auf 60 oder 65 Millionen Euro.

Nkunku (mit Pokal) verhalf RB Leipzig zum allerersten Titel der Vereinsgeschichte.
Nkunku (mit Pokal) verhalf RB Leipzig zum allerersten Titel der Vereinsgeschichte. Bild: Laci Perenyi / Laci Perenyi

Nicht nur der FC Chelsea wird sich über die Transfer-Absage ärgern. Diversen Medienberichten zufolge wollten zahlreiche europäische Topklubs den Youngster verpflichten.

So waren unter anderem Manchester United, Liverpool, Arsenal und Paris ("The Independent") interessiert. Auch die Namen Bayern und Barcelona ("L'Équipe"), Manchester City, sowie Inter und AC Mailand ("Bild") sind im Kontext Nkunku immer wieder gefallen.

(kpk)

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