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Abstiegskampf statt Europa League: Max Kruse hat sich trotz anderer Interessenten für Union Berlin entschieden. Bild: dpa / Annette Riedl

Union Berlin statt Europacup: Deshalb hat sich Max Kruse gegen besseren Verein entschieden

Max Kruse hat sich letzte Woche entschieden: Er wird in der kommenden Saison das Trikot des Berliner Kultklubs 1. FC Union tragen. Seine Entscheidung hat viele überrascht – schließlich hat der 32-jährige Kruse bereits für Mönchengladbach, Bremen und Fenerbahce Istanbul gespielt, die allesamt höhere sportliche Ziele haben als der Bundesliga-Aufsteiger von 2019.

Mit Union dürfte es für Kruse – wenn nicht ein Fußball-Wunder geschieht – im zweiten Erstliga-Jahr vor allem darum gehen, nicht wieder in die Zweite Liga abzusteigen. Kruse hätte das auch wieder bei seinem Ex-Verein Werder Bremen haben können, der ebenfalls interessiert war. Dort war die sportliche Perspektive allerdings ähnlich wie bei Union Berlin. Die Hanseaten sind dem Abstieg in die Zweitklassigkeit in der abgelaufenen Saison nur durch zwei Unentschieden in der Relegation gegen den FC Heidenheim entgangen.

Weshalb sich Kruse gegen Leverkusen entschieden hat

Allerdings hatte Kruse laut einem Bericht auch die Möglichkeit, zu einem Verein zu wechseln, der mit dem Abstiegskampf schon länger nichts mehr zu tun hatte – und dies aller Voraussicht nach auch in der Saison 2020/21 nicht haben wird: Bayer Leverkusen soll interessiert gewesen sein, berichtet die "Sport Bild".

Und auch, wenn das nicht unbedingt ein klangvoller Name sein mag – dort hätte Kruse statt um Rang 15 in der Bundesliga die Chance gehabt, gegen große europäische Klubs wie den SSC Neapel, PSV Eindhoven oder Arsenal London zu spielen. Denn Leverkusen ist zwar gerade etwas kläglich gegen Inter Mailand im Viertelfinale aus der Europa League ausgeschieden. Dank Platz 5 in der abgelaufenen Saison wird man aber auch in der kommenden Spielzeit wieder im europäischen Wettbewerb vertreten sein.

Der Grund war ein anderer Angreifer

Doch diese Aussicht schien Max Kruse nicht verlockender, als beim kleinen Hauptstadtklub anzuheuern. Laut dem Bericht der "Sport Bild" gibt es dafür auch einen nachvollziehbaren Grund. Demnach wollten die Verantwortlichen von Bayer den Deal nicht sofort perfekt machen. Kruse sollte stattdessen noch etwas hingehalten werden – bis klar sei, was mit Star-Angreifer Kai Havertz passiert. Der steht nämlich kurz vor einem Wechsel zum englischen Topklub FC Chelsea. Kruse soll aber Klarheit gefordert haben, Bayer habe jedoch gezögert.

Und somit entschied sich Kruse für Union – wo sicherlich kein Verantwortlicher zögerte. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt für den neuen Verein stellte er klar: "Ich bin hier, um Fußball zu spielen." Dazu wird er sicher viel Gelegenheit haben. Seine Position als neuer Leader und Stammspieler dürfte in Berlin weitestgehend ungefährdet sein.

(om)

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