Rudert jetzt zurück: Cacau.
Rudert jetzt zurück: Cacau.bild: imago sportfotodienst

Nach Rassismus-Eklat: Cacau bedauert Aussagen über "Einzelfall"

26.03.2019, 19:01

Es war nicht ohne, was ein Fan in der vergangenen Woche über seinen Besuch beim Länderspiel gegen Serbien in Wolfsburg zu berichten hatte. Die heftigsten rassistischen Beleidigungen hatten demnach Fans gegenüber deutschen Nationalspielern herausgelassen. Der ehemalige Fußball-Nationalspieler und DFB-Integrationsbeauftragte Cacau hatte den Rassismus-Eklat gegen Leroy Sané und Ilkay Gündogan anschließend als "Einzelfall" bezeichnet, dem man keine große Beachtung schenke solle. Es folgte der nächste Aufschrei.

Die Fans reagierten bestürzt, dass ausgerechnet der DFB-Integrationsbeauftragte so leichtfertig mit dem Thema umging.

Jetzt bedauert Cacau seine Aussagen

"Durch missverständliche Formulierungen von mir ist der Eindruck entstanden, dass ich als DFB-Integrationsbeauftragter Rassismus im Fußball kleinrede", schrieb der ehemalige Bundesliga-Profi bei Facebook: "Manche sahen darin die Bagatellisierung einer rassistischen Anfeindung."

Es tue ihm leid, "dass es zu solchen Interpretationen kommen konnte, und ich bitte um Entschuldigung für meine Aussagen, die nicht präzise genug waren", so Cacau. Ihm sei es darum gegangen, "deutlich zu machen, dass sich im Vergleich zu den Verfehlungen einiger Weniger im Stadion die große Mehrheit der Zuschauer in Wolfsburg sportlich fair und korrekt verhalten hat und dies auch entsprechend gewichtet werden sollte". Leider sei das jedoch nicht so rübergekommen.

Cacau kennt Rassismus auch aus seiner aktiven Zeit.
Cacau kennt Rassismus auch aus seiner aktiven Zeit.bild: imago sportfotodienst

"Daher möchte ich daher heute folgendes klarstellen: Es ist von jeher meine Meinung, dass wir alle in unserem Sport mit offenen Augen durch den Alltag gehen und uns entschieden gegen jeden Ansatz von rassistischen Handlungen oder Äußerungen engagieren müssen. Ohne Wenn und Aber", betonte Cacau.

Wo immer etwas passiere, "was nicht in Ordnung ist, dürfen wir nicht wegschauen, sondern müssen die Probleme beim Namen nennen, ein Zeichen der Missbilligung setzen und mit einer Allianz der Vernünftigen dagegen ankämpfen".

Deshalb möchte er als DFB-Integrationsbeauftragter nochmals an die Fußball-Gemeinschaft in Deutschland appellieren, "nicht nachzulassen im Kampf gegen Rassismus, gegen Wirrköpfe und Gewalttäter entschlossen aufzutreten, sensibel klare Werte im alltäglichen Miteinander vorzuleben und gerade in Konfliktfällen dafür mutig einzutreten".

(bn/sid)

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