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Die Fans des SC Freiburg machten sich eindeutig gegen Sexismus stark. bild: imago

"Zum Ficken OK" – Freiburg-Fans zeigen gegen Bayern die wichtigste Choreo des Spieltags

Es war ziemlich beeindruckend, was am Samstag in Dortmund passierte. Die komplette Südtribüne hatte sich mal wieder selbst übertroffen und eine Choreo vorbereitet, die nicht nur gut aussah, sondern auch eine Botschaft vermittelte, die für Gänsehaut sorgt: Der erste Stadionbesuch mit dem Vater. Am Ende gewann der BVB mal wieder filmreif mit zwei Toren in der Nachspielzeit. Der Blick der Dortmunder ging aber den ganzen Nachmittag auch immer nach Freiburg – wo der FC Bayern spielte und die Freiburger Fans nebenbei eine viel wichtigere Choreo vorbereitet hatten.

Dortmunds Konkurrent aus München verlor beim Sportclub am Ende zwei Punkte im Meisterschaftsrennen. Die großen Gewinner des Nachmittags waren aber die Freiburger Fans: Die hatten auch eine Choreo vorbereitet. Die war zwar nicht ansatzweise so imposant und schön wie die aus Dortmund, dafür aber umso wichtiger.

Die Freiburger Fans hatten im Block Banner hochgehalten. Darauf standen Sätze, die wahrscheinlich fast jede Frau (und jeder Mann) in einem Fußballstadion schon mal gehört hat:

Auf diese harten Worte folgte das Statement der Freiburger Fans:

"Das soll unser Fußball sein? Nein, setzt euch gegen Sexismus ein!"

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Die Botschaft ist klar: Auch in der männerdominierten Welt des Fußballs muss Sexismus ein Ende haben.

Damit zeigen sich die Freiburger Fans selbstkritisch. Nicht nur, weil die sexistischen Sätze, die sie herausgekramt haben, besonders auf Aussagen eingehen, die gerne mal in Ultragruppen und der organisierten Fanszene zu hören sind. Sondern auch, weil die Freiburger Fans vor drei Jahren selbst in der Kritik standen, als sie ein Banner beim Spiel gegen RB Leipzig hochhielten, das nicht nur gegen den neureichen Club aus Sachsen schoss, sondern auch einige sexistische Klischees bediente: "Kauft Euren Frauen neue Titten und Schuhe, aber lasst mit eurem Geld unseren Fußball in Ruhe!", stand damals auf dem Transparent.

Die SCF-Anhänger zeigen nun, dass sie solche Aussagen nicht mehr in ihrem Stadion akzeptieren wollen.

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Klarer kann man sich nicht gegen Sexismus äußern! Bild: imago

Das Thema wurde aber nicht nur öffentlichkeitswirksam beim Spiel gegen den Rekordmeister auf der Tribüne angeprangert, sondern auch hinter den Kulissen behandelt. Noch bis zum 3. April ist die Wanderausstellung "fan.tastic females – football her.story" in Freiburg zu Gast. Dort erzählen in über 80 Videoportraits weibliche Fans aus 21 Ländern, warum sie den Fußball so lieben, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind und was es bedeutet, sich als Frau im Männer-Fußball zu bewegen. Die Ausstellung versucht dabei auf positive Art, Frauen im Fußball sichtbar zu machen. So etwa auch die SCF-Anhängerin und das ehemalige Vorstandsmitglied der Supporters Crew Freiburg Helen Breit, die in einem Interview mit "Fudder" erst erklärte, dass die Freiburger Fanszene schon immer sehr offen sei – im Vergleich zu anderen. In Dortmund machte die Ausstellung übrigens auch schon Halt.

Noch immer sind nur ein Viertel der gesamten Stadionbesucher in Deutschland weiblich, wie eine Studie von 2015 ergab. Die Tendenz ist zwar steigend, aber trotzdem ist der Fußball immer noch eine Männerdomäne. Und das liegt nicht daran, dass Frauen keinen Fußball mögen. Im Gegenteil – sogar 54 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 16 und 69 Jahren interessieren sich für Fußball.

Und damit diese Millionen weibliche Fans sich auch in den Stadien wohl fühlen, kämpften gestern die Freiburger Fans. Und vielleicht gibt es dann irgendwann mal auf der Dortmunder Südtribüne eine Choreo, bei der man der eigenen Mutter dankt, dass sie einen mit ins Stadion genommen hat.

(bn)

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