Sein Berater gibt pikante Vertrags-Details bekannt: Julian Nagelsmann verzichtete bei den Verhandlungen freiwillig auf 15 Prozent seines Gehalts beim FC Bayern.
Sein Berater gibt pikante Vertrags-Details bekannt: Julian Nagelsmann verzichtete bei den Verhandlungen freiwillig auf 15 Prozent seines Gehalts beim FC Bayern.Bild: imago images / nordphoto

Berater packt aus: Darum verzichtet Nagelsmann bei den Bayern auf 15 Prozent Gehalt

26.10.2021, 09:28

Deutschlands vielleicht mächtigster Spieler-Berater Volker Struth packt aus. In seinem neuen Buch "Meine Spielzüge. Aus der Kohlensiedlung zum erfolgreichsten Spielerberater Deutschlands", das am Donnerstag erscheint, schreibt er auch über pikante Vertragsdetails zwischen dem FC Bayern und Trainer Julian Nagelsmann. Diese Details veröffentlichte die "Sport Bild" jetzt als Auszug aus Struths Buch.

Seinen Ausführungen zufolge soll Julian Nagelsmann sogar auf 15 Prozent seines ursprünglichen Gehalts beim FC Bayern verzichten.

Nagelsmann war Wunschlösung des FC Bayern

Nachdem der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw im Frühjahr seinen Rücktritt zum Saisonende bei der Nationalmannschaft bekannt gegeben hatte, wollte Hansi Flick, wiederum bisheriger Bayerntrainer, im Sommer die DFB-Elf übernehmen.

Einen Monat nach der Bekanntgabe Löws habe Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidžić Struth angerufen und ihm mitgeteilt, der FC Bayern wünsche sich Julian Nagelsmann als Nachfolger Flicks, erzählt Struth in seinem Buch. Zuvor hatte Flick Salihamidžić mitgeteilt, er wolle die Bayern zum Saisonende verlassen, wie Struth schreibt.

30 Millionen Euro Ablöseforderung gegen angebotene neun Millionen Euro

Die Vertragsverhandlungen starteten, laut Struths Ausführungen, unmittelbar danach. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, Nagelsmanns früherer Vorgesetzter bei RB Leipzig, machte demnach schnell klar, dass sie den Trainer nicht gehen lassen wollen.

Und wenn, dann "würde das nicht nur teuer: 'Das Ganze muss bis Sonntag abgewickelt sein. Ich werde nicht zulassen, dass sich die Verhandlungen ziehen. Wir müssten selbst einen Trainernachfolger bestimmen, das muss alles schnell gehen, damit keine Ungewissheit in der Mannschaft aufkommt. Bis Sonntag steht der Deal, oder ich blase alles ab', protokolliert Struth den ersten Anruf von Mintzlaff.

Anschließend informierte Oliver Kahn, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Volker Struth, dass Mintzlaff 30 Millionen Euro Ablöse für Nagelsmann forderte, der FCB hingegen neun Millionen geboten hätte.

20 Millionen Euro Ablöse plus Bonuszahlungen

Struth vermittelte zwischen den beiden Parteien, die Schlussverhandlungen waren aber Vereinssache.

Letztlich wurde sich auf etwas mehr als 20 Millionen Euro Ablöse plus Bonuszahlungen – je nach Ergebnissen Nagelsmanns bei Bayern – geeinigt.

Doch nur drei Tage nach Beginn der Verhandlungen rief Salihamidžić den Berater erneut an. Diesmal mit einer ungewöhnlichen Bitte: Die Ablösezahlung schien nicht im Budget der Bayern zu liegen, denn er bat Struth, mit Nagelsmann über Abstriche beim Gehalt zu sprechen.

"Kannst du vielleicht noch mal mit ihm reden, ob er bei seinem Gehalt Abstriche macht?"
Hasan Salihamidzic zu Volker Struth

Struths Antwort: "Damit kommst du früh um die Ecke, Hasan. Alles ist fest vereinbart!" Dennoch fragte der Berater Nagelsmann und dieser sagte, laut Struth, schlicht: "Okay." Dadurch verzichtete Julian Nagelsmann auf 15 Prozent des ursprünglich vereinbarten Gehalts, schildert Struth in seinem Buch. Angeblich soll Nagelsmann beim FC Bayern nun zwischen acht und neun Millionen Euro verdienen. Offizielle Zahlen gibt es dazu jedoch nicht.

(lc)

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