Gegen Hertha BSC durfte Benjamin Henrichs (r.) immerhin 15 Minuten spielen.
Gegen Hertha BSC durfte Benjamin Henrichs (r.) immerhin 15 Minuten spielen. Bild: imago images / Revierfoto

Einst Wunschspieler von Nagelsmann, jetzt Bankdrücker: Ex-DFB-Star denkt über Wechsel nach – Trainer reagiert sauer

23.10.2021, 15:42

In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde Benjamin Henrichs immer wieder mit einem Wechsel zum FC Bayern in Verbindung gebracht. Bayern-Boss Salihamidzic soll den 24-Jährigen als ideale Ergänzung auf der rechten Abwehrseite gesehen haben.

Doch der fünffache Nationalspieler entschied sich gegen einen Transfer nach München und ging im Sommer 2020 stattdessen zu RB Leipzig. Der Grund: Trainer Julian Nagelsmann, der große Stücke auf den Außenverteidiger hielt.

"Ich will nicht wechseln, aber ich will Fußball spielen."
Benjamin Henrichs über seine Situation in Leipzig

Nachdem Henrichs zunächst von der AS Monaco ausgeliehen war, zogen die Sachsen auf Wunsch von Trainer Nagelsmann sogar die Kaufoption über 15 Millionen Euro und nahmen Henrichs bis 2025 unter Vertrag.

Doch nun, rund eineinhalb Jahre später, ist Henrichs nicht mehr als ein Einsatzspieler. Insgesamt 23 Minuten durfte er bisher lediglich in Bundesliga und Champions League spielen. Nun äußert der Defensivspieler erstmals öffentlich Abschiedsgedanken.

Wechsel im Winter für Henrichs eine Option

"Es ist eine sehr schwere Situation und nicht das, was ich mir vorgestellt habe", sagte er gegenüber dem "Kicker". "Es ist nicht mein Anspruch, in zwei Monaten nur 20 Minuten zu haben. Mit 24 bin ich in einem Alter, in dem ich Woche für Woche spielen will. Das ist das Wichtigste für mich, und wenn das nicht gegeben ist, muss man sich Gedanken machen."

Eigentlich sei er glücklich mit dem Gesamtpaket in Leipzig und identifiziere sich mit dem Klub, aber "man muss sich überlegen, wie es weitergeht. Ich will nicht wechseln, aber ich will Fußball spielen."

Dabei könne er sich selbst keinen Vorwurf machen, nicht alles zu geben. "Die Realität ist, dass ich hart an mir arbeite und gut trainiere, das bestätigt mir auch der Trainer." Doch so richtig scheint er mit Nagelsmann-Nachfolger Jesse Marsch nicht auf einer Wellenlänge zu sein.

Der US-Amerikaner war auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Greuther Fürth am Freitag jedoch alles andere als glücklich über Henrichs Äußerungen. "Er hat zu viel über Social Media und mit den Medien gesprochen. Mein Ziel mit Social Media ist es, immer positiv zu sein, über andere, nicht über mich selbst."

Angesprochen, auf welcher Position ihn der Trainer sieht, sagt Henrichs: "Das ist eine gute Frage. Ich weiß nicht genau, wo der Trainer mich am stärksten sieht. Ich selbst sehe mich auf der Sechs oder rechts am stärksten, aber das muss der Trainer entscheiden. Ich spiele ohne zu meckern da, wo er mich aufstellt."

Dabei gab Trainer Marsch selbst zu, dass er nicht wisse, wo er Henrichs aufstellen solle. "Ich habe vor drei oder vier Wochen mit ihm gesprochen und gesagt: 'Ganz ehrlich, ich bin mir nicht sicher, was deine Qualitäten sind und wie viel du unserer Mannschaft helfen kannst.' Weil ich ihn ja außerhalb der Trainingseinheiten gar nicht kenne."

Da Henrichs am olympischen Fußballturnier für das DFB-Team teilnahm und anschließend mit Knieproblemen fehlte, verpasste er wichtige Teile der Vorbereitung.

Vielleicht bekommt Henrichs am Wochenende beim Spiel gegen Fürth eine Bewährungschance. Denn mit Lukas Klostermann fällt ein etatmäßiger Defensivspieler mit einem Muskelfaserriss aus.

"Ich warte einfach auf den Moment, in dem ich meine Chance kriege. Ich bin bereit und brenne darauf zu zeigen, was in mir steckt. Das wäre gefühlt wie ein Debüt."

(lgr)

Letzter WM-Held von 1954: Horst Eckel im Alter von 89 Jahren gestorben

Das "Wunder von Bern" ist endgültig Geschichte – Fußball-Deutschland hat seinen letzten "Helden" von 1954 verloren. Horst Eckel, der zuletzt einzig noch lebende Weltmeister der legendären Walter-Elf, ist am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Ikone des 1. FC Kaiserslautern, der mit seinen vier Klubkollegen Fritz Walter, Ottmar Walter, Werner Kohlmeyer und Werner Liebrich den FCK-Block der deutschen WM-Elf bildete, war der jüngste Spieler in der Mannschaft von Trainer Sepp Herberger. Eckel hinterlässt seine Ehefrau Hannelore sowie die beiden Töchter Susanne und Dagmar.

Zur Story