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Die vergangenen Jahre waren für die HSV-Fans ziemlich hart. Jetzt soll ein Neuanfang her. Bild: imago images / ActionPictures

HSV-Fans wollen eigene Hymne verbannen – das hat mit Werder Bremen zu tun

Eigentlich ist ja Sommerpause in der Bundesliga und die Fußballfans machen Urlaub oder gönnen sich die WM der Frauen. Aber einerseits spielt der HSV nicht in der Bundesliga und andererseits hat ein HSV-Fan nie Sommerpause. Denn beim HSV bewegt sich derzeit mal wieder mehr, als es die ganze Rückrunde die eigenen Stürmer getan haben. Es soll ein Neuanfang her.

Punkt 1: Die legendäre Stadionuhr wird abgebaut. Nach der verpassten Rückkehr ins Fußball-Oberhaus soll beim Zweitligisten im Volksparkstadion nichts mehr an längst vergangene Erfolgszeiten erinnern. "Wir möchten uns in die Zukunft ausrichten. Dabei hilft der ständige Blick in den Rückspiegel nicht", sagte der Vorsitzende Bernd Hoffmann der "Bild". Demnach soll die Uhr, mit der das Bundesliga-Gründungmitglied zu Erstligazeiten mit der ewigen Zugehörigkeit in der höchsten Spielklasse angegeben hatte, nach den Konzerten von Andreas Gabalier (22. Juni) sowie Pink (8. Juli) aus der Tribünenverkleidung herausmontiert werden.

Nach dem Abstieg im vergangenen Jahr hatte der HSV den Schriftzug neben der digitalen Anzeige an der Nordtribüne angepasst und dort die Zeitdauer seit Bestehen angezeigt. Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund äußerte Interesse an dem Kultstück: "Wir hätten da noch Platz...", schrieb das Museum mit einem Augenzwinkern auf Twitter.

Punkt 2: Eine HSV-Hymne steht in der Kritik. Auf dem Prüfstand steht auch der Stadion-Song "Hamburg, meine Perle", in einer HSV-Version vor jedem Heimspiel der Hanseaten von Sänger Lotto King Karl präsentiert.

Der einflussreiche "HSV Supporters Club" hält den Text wie die Uhr mittlerweile für überholt. "Und genauso ist es mit der Stadionhymne, in der es in keiner Textstelle um den HSV geht, in der wir immer noch von Juve oder Rom träumen und in der wir heute noch davon singen, dass es für Bremen hier nix zu holen gibt", heißt es in einem Beitrag auf Facebook, der mit den Worten "Lasst uns wieder glaubhaft werden!" beginnt.

Und dann ist man bei den HSV-Fans sehr, sehr ehrlich, was den Rivalen von der Weser angeht:

"Wollen wir mal ehrlich sein? Bremen hat uns über Jahre abgehängt, hat uns am Ende immer geschlagen, wenn es darauf ankam und wir singen: '...gibt's für dich hier nix zu holen.'"

Supporters Club

Bis zum Abstieg 2018 waren die Hamburger das letzte noch nie abgestiegene Bundesliga-Gründungsmitglied. Die immer noch gültige Bestmarke von insgesamt 1866 Erstligaspielen wird der HSV zu Beginn der kommenden Spielzeit verlieren – ausgerechnet an den grün-weißen Erzrivalen von der Weser.

Die Idee mit der Hymne tragen aber nicht alle Mitglieder des Supporters Club: "... bis jetzt immer selber Hamburg meine Perle mitgesungen, und jetzt so einen raushauen hier, ich bin selber Supporters Mitglied, aber das Lied gehört zum HSV wie die Raute und Uwe Seeler, fertig", schrieb ein Fan. Eine anderer HSVler schrieb: "Jetzt haltet mal den Ball flach... das mit der Uhr sehe ich genau so, aber das Lied abschaffen zu wollen, kann ich nicht nachvollziehen... dieses Lied ist für mich Tradition und Identifikation pur..." Die Diskussion ist noch lange nicht zu Ende.

Wie der Verein die Idee der Fans findet, ist noch nicht klar. Was aber klar ist: Auch in dieser Saison wird es keine ruhige Sommerpause geben – für den Verein und seine Fans.

(bn mit sid)

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