Das beispiellose Chaos bei der Jahreshauptversammlung der Bayern wirkt noch nach.
Das beispiellose Chaos bei der Jahreshauptversammlung der Bayern wirkt noch nach.Bild: dpa / Sven Hoppe

Umstrittener Katar-Deal: Bayern-Boss Oliver Kahn positioniert sich erneut

25.12.2021, 08:3525.12.2021, 13:22

Die eskalierte Mitgliederversammlung des Rekordmeisters FC Bayern Ende November und die hitzig geführte Debatte um das Katar-Sponsoring beschäftigen Vorstandschef Oliver Kahn nach wie vor. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" verteidigte er den Deal mit dem Emirat nun erneut.

"Katar boykottieren? Und dann?"

"Rückblickend wäre es sicher besser gewesen, die Veranstaltung weiterlaufen zu lassen, da sind wir uns einig. So, wie diese Versammlung gelaufen ist, kann keiner zufrieden sein", räumte Kahn im Hinblick auf die Jahreshauptversammlung ein. Präsident Herbert Hainer stoppte nach fünf Stunden Versammlung die Wortbeiträge abrupt und erklärte die Versammlung für beendet.

Dennoch bliebt Kahn bei seiner Meinung:

"Sicher ist in Katar vieles nicht so, wie sich das die Menschen nach unseren Maßstäben vorstellen, aber meine Überzeugung ist: Es kann auch keine Lösung sein, auszugrenzen oder einen Dialog nicht zu führen"

Der 52-Jährige sagte, dass es natürlich immer auch um wirtschaftliche Interessen gehe, fragte aber auch, ob sich durch einen Boykott der WM in einem Jahr in Katar dort dann etwas zum Besseren entwickele.

Zudem ließ der ehemalige Nationaltorwart offen, wie der Klub künftig mit dem Vertrag umgehen werde. "Wir werden ihn erfüllen und in der Zwischenzeit genau beobachten, wie sich die Dinge entwickeln. Und dann werden wir entscheiden, wie es weitergeht", sagte er.

Berichte über Lage von Gastarbeitern zeichnen erschütterndes Bild

Katar wird seit vielen Jahren von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert. Seit Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in das Land vor zehn Jahren sind nach Informationen des "Guardian" mehr als 6500 Gastarbeiter gestorben. In einem aktuellen Lagebericht von Amnesty International war die Rede von 15.021 Toten.

Das Sponsoring spült den Münchner pro Jahr rund 17 Millionen Euro in die Kassen.
Das Sponsoring spült den Münchner pro Jahr rund 17 Millionen Euro in die Kassen.Bild: dpa / [b'Eibner-Pressefoto', b'Sascha Walther']

Bei der Jahreshauptversammlung der Bayern am 25. November sollte schlussendlich darüber entschieden werden, die umstrittene Sponsorenbeziehung mit der Fluglinie Qatar Airways auslaufen zu lassen und damit zu beenden. Einen entsprechenden Antrag hatten die Anhänger des deutschen Rekordmeisters eingereicht.

(abd)

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