erstes Training nach dem Testspiel gegen Daenemark Leroy Sane GER, die deutsche Nationalmannschaft im Trainingslager in Seefeld Tirol, Oesterreich, 04.06.2021, Europameisterschaft 2021, das DFB Team.  ...
Leroy Sané hat bislang 29 Länderspiele absolviert Bild: imago images / Eibner-Pressefoto/Roger Buerke

TV-Legende mit heftiger Sané-Kritik – "Guardiola hat bei ihm aufgegeben"

09.06.2021, 13:29

Der Druck auf Leroy Sané wächst. Der letztjährige Königstransfer des FC Bayern erlebte eine durchschnittliche Saison und muss sich auch jetzt bei der Nationalmannschaft viel Kritik anhören. "Hör auf zu jammern, Alter!" - war ein klar hörbarer Satz von Teamkollege Joshua Kimmich beim letzten Testspiel gegen Dänemark. Für die beiden Beteiligten war es nach dem Spiel kein großes Thema. Für viele Experten bleibt die Leistung des Flügelstürmers ein Rätsel.

"Sané hat zu wenig Einfluss auf das Spiel"

Im Sport1-Doppelpass findet der ehemalige Bundesliga-Trainer Markus Babbel harte Worte: "Er hat für mich noch viel zu wenig Einfluss auf das Spiel. Du siehst das Potenzial. Du hoffst bei ihm immer, dass er explodiert, aber die Explosion hat nicht stattgefunden. Mit dieser Qualität hast du immer deine ein, zwei Situationen. Aber es ist Joshua Kimmich, der ihn anscheißt, es ist Thomas Müller, der ihn anscheißt, es ist Niklas Süle, der ihn anscheißt – also die Bayern-Spieler, die nach einem Jahr sagen: 'Hast du es immer noch nicht kapiert? Das kann doch nicht so schwer sein.' Er muss auch im Kopf besser werden, um es schneller zu verinnerlichen und besser umzusetzen."

"Pep Guardiola hat bei ihm aufgegeben, sonst wäre Sané jetzt nicht bei den Bayern."
TV-Kommentator Marcel Reif über Leroy Sané

Marcel Reif zweifelt besonders die Einstellung von Sané an: "Pep Guardiola hat bei ihm aufgegeben, sonst wäre Sané jetzt nicht bei den Bayern. Er hat ihn mit einem fröhlichen Lächeln ziehen lassen. Er war ihm nicht lernfähig genug."

Auch die Leistungsschwankungen seien ein Problem. "Bei seinem Renommee muss er verlässlicher sein. Es muss ein Tiefstniveau geben, unter das er nicht kommen darf. Am Ende geht es um ein Team, das als Einheit dasteht. Sie versuchen es immer wieder und sie mögen ihn. Er ist ja kein falscher Fuffziger. Er muss eben auch mal verlässlich zurückzahlen", kritisierte die Kommentatoren-Legende.

Bundestrainer Löw sieht Fortschritte

Mario Basler sieht bei Sané auch noch deutliches Steigerungspotential. "Bei seiner Qualität, die er hat, zeigt mir Sané einfach zu wenig in der Offensive oder in den entscheidenden Situationen", sagte der ehemalige Nationalspieler. Wegen seiner großartigen Fähigkeiten und seiner Schnelligkeit ist ein Startelfeinsatz von Sané für ihn allerdings alternativlos.

Für Bundestrainer Löw macht Sané in der Hinsicht Fortschritte: "Er hat im letzten Jahr gelernt, dass er nachgehen und defensiv arbeiten muss. Leroy ist offensiv schnell und kann gut dribbeln. Jeder muss aber Defensivarbeit machen. Das ist eine Voraussetzung. Wenn Fehler passieren, dann muss ich nachgehen. Da hat er sich verbessert und das ist erfreulich."

Kevin-Prince Boateng empfiehlt, "sich mit ihm hinzusetzen und zu fragen, was das Problem ist, anstatt draufzuhauen."

EM 2021: Deutschland startet am 15. Juni gegen Weltmeister Frankreich

Leroy Sané war im vergangenen Sommer der Königstransfer vom FC Bayern und kam von Manchester City für rund 50 Millionen Euro. Die hohen Erwartungen konnte der 25-Jährige trotz 22 Scorerpunkten in 44 Spielen bislang noch nicht erfüllen. Und auch in der Nationalmannschaft konnte er seine Fähigkeiten bei einem großen Turnier noch nicht beweisen. 2017 verzichtete er freiwillig auf den Confederations-Cup, um sich an der Nase operieren zu lassen. 2018 wurde er kurz vor Turnierbeginn überraschend aus dem Kader gestrichen.

Am 11. Juni startet die Fußball-Europameisterschaft mit dem Eröffnungsspiel Türkei gegen Italien. Am 15. Juni trifft die deutsche Nationalmannschaft dann in ihrem ersten Gruppenspiel auf den aktuellen Weltmeister Frankreich. Die weiteren Gruppengegner sind Europameister Portugal und Ungarn.

(drob)

Nach Real Madrid und Liverpool: Nächster Top-Klub steigt in Bellingham-Poker ein

Er gehört aktuell unumstritten zu den gefragtesten Spielern der Welt. Die Rede ist vom Dortmunder Supertalent Jude Bellingham. Mit gerade einmal 19 Jahren gehört er zu den Leistungsträgern beim BVB und nimmt bei der laufenden Weltmeisterschaft in Katar eine Schlüsselrolle in der englischen Nationalmannschaft ein.

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