Matthias Sammer gibt sich vor dem anstehenden Europapokal-Auftakt optimistisch.
Matthias Sammer gibt sich vor dem anstehenden Europapokal-Auftakt optimistisch.Bild: imago / Sven Simon

Champions League: Sammer nimmt Bundesliga-Klubs in die Pflicht

05.09.2022, 11:52

Die vergangene Europapokal-Saison endete aus deutscher Sicht mit einem Superlativ: Mit Eintracht Frankfurt konnte erstmals in diesem Jahrhundert ein deutscher Klub, der nicht Bayern München heißt, einen Europapokal gewinnen. Durch den Triumph in der Europa League hat sich die Eintracht direkt für die Champions League qualifiziert, dieses Jahr wird die Bundesliga daher erstmals fünffach in der Königsklasse vertreten sein.

Frankfurts Filip Kostić reckt nach dem Triumph im Finale die Europa League-Trophäe in die Höhe.
Frankfurts Filip Kostić reckt nach dem Triumph im Finale die Europa League-Trophäe in die Höhe.Bild: imago images

Am Mittwoch geht es wieder los, dann startet die Gruppenphase, unter anderem mit dem Gastauftritt der Bayern bei Inter Mailand. Im Vorfeld hat Matthias Sammer im "Kicker" seine Hoffnungen für die aktuelle Champions League-Saison und die deutsche Europapokal-Zukunft formuliert. Dabei nimmt er nicht nur die derzeitigen Bundesliga-Vertreter in die Pflicht.

Sammer: "Unsere Siegermentalität sollte nach Europa ausstrahlen"

Insgesamt sieht der einstige Champions League-Sieger die deutschen Klubs stark aufgestellt. Die Bayern sieht er nicht nur als die Elite der Bundesliga, sondern gar als das "Nonplusultra in Europa".

Matthias Sammer gewann 1997 mit Borussia Dortmund die Uefa Champions League.
Matthias Sammer gewann 1997 mit Borussia Dortmund die Uefa Champions League.Bild: imago / Sven Simon

Allerdings sollten sich auch die anderen deutschen Teams "die höchsten Ziele setzen." Mannschaften wie Dortmund, Leipzig oder Leverkusen sollten ruhig mal "das Viertel- oder gar Halbfinale anstreben", schreibt Sammer. "Wir dürfen nicht nach England schauen und über das viele Geld dort jammern."

Angesichts der wirtschaftlichen Überlegenheit der Premier League müsse die Bundesliga mit einer klaren Spielidee und mit Einstellung dagegenhalten. "Unsere Siegermentalität, die uns immer auszeichnete, sollte nach Europa ausstrahlen", fordert er im "Kicker".

Jude Bellingham ist laut Sammer eines der vielen Beispiele für die Ausbildungschance, welche die Bundesliga Toptalenten bietet.
Jude Bellingham ist laut Sammer eines der vielen Beispiele für die Ausbildungschance, welche die Bundesliga Toptalenten bietet.Bild: www.imago-images.de / IMAGO/nordphoto GmbH

Der große Vorteil für die Liga sei – neben dem finanziellen Segen – die Strahlkraft des Turniers. Diese sollte man nutzen, "um unsere Liga für europäische Toptalente interessant zu machen."

Mittlerweile habe sich die Bundesliga einen Ruf erarbeitet, ein idealer Ausbildungsort für internationale Shootingstars wie Jamal Musiala, Jude Bellingham oder Kai Havertz zu sein. Es läge nun an den Klubs, diesen Ruf auszubauen und daraus Profit zu ziehen.

Sammer findet Champions League-Reform spannend

Den gestauchten Spielplan der kommenden Saison und die daraus resultierende Mehrbelastung für die Spieler will Sammer nicht als potenzielle Ausrede akzeptieren. Denn aufgrund der Winter-WM in Katar wird die Gruppenphase bereits am 2. November beendet sein.

Das sei schon lange bekannt, darauf hätte man sich ihm zufolge einstellen können, weswegen er die Beschwerden nicht nachvollziehen könne. "Im Fußball [...] geht es um Leistung. Und Leistung ist organisierbar", behauptet der einstige Meistertrainer kompromisslos.

Auf die Winter-WM in Katar freue sich Sammer genauso wie auf die 2024 anstehende Champions League-Reform. Ab dann werden vier zusätzliche Teams in der Königsklasse starten, zudem wird die Gruppenphase durch ein ligaähnliches Format ersetzt.

"Das bedeutet gewiss eine kleine Revolution", gesteht Sammer. Allerdings erinnert er an die Reform von 1992, als aus dem Europapokal der Landesmeister die Uefa Champions League wurde. Das habe man damals auch kritisch gesehen, letztendlich sei die Champions League jedoch eine "Erfolgsgeschichte" gewesen.

Deshalb verlangt Sammer, dass man "dem neuen Format ab 2024 vorurteilsfrei eine faire Chance geben" solle.

(kpk)

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