Oliver Bierhoff, Direktor der Nationalmanschaft.
Oliver Bierhoff, Direktor der Nationalmanschaft.
Bild: GES-Sportfoto / Markus Gilliar

Bierhoff verrät: Das ist der Unterschied zwischen Hansi Flick und Jogi Löw als Bundestrainer

06.10.2021, 14:56

Oliver Bierhoff zögerte eine Weile, blickte einmal zur Seite und holte dann doch zu einer ausschweifenden Antwort darüber aus, wie sich denn die Arbeit von Ex-Bundestrainer Jogi Löw und dem aktuellen Bundestrainer Hansi Flick unterscheiden würde.

Dabei flüchtete sich der Direktor der Nationalmannschaft zunächst in eine ziemlich allgemeine Aussage. "Es ist immer schwer, das detailliert zu beschreiben", sagte der 53-Jährige auf einer Pressekonferenz vor dem anstehenden WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien am Freitag (20.45 Uhr) in Hamburg.

"Man merkt ihnen den Glauben und die Freude an, dass sie mit dem Wunsch herkommen, etwas Neues aufzubauen."
Oliver Bierhoff über die Stimmung bei der deutschen
Nationalmannschaft

Doch dann ging Bierhoff doch nochmal ins Detail und lieferte einige spannende Einblicke in die Arbeit von Hansi Flick als Bundestrainer.

Denn während Löw sich häufig nur im kleinen Kreis um seine Co-Trainer besprach, habe Flick einen erweiterten Expertenkreis, den er in seine Entscheidungen einbeziehe.

In seinen bisherigen drei Auftritten als DFB-Trainer wurde das bereits deutlich. Immer wieder verwies Flick darauf, dass er seine Entscheidungen immer gemeinsam mit seinem Team um die Co-Trainer Danny Röhl und Marcus Sorg, Torwarttrainer Andreas Kronenberg und Standardtrainer Mads Buttgereit bespreche.

"Das zeigt sich auch auf dem Platz, denn sie dürfen auch aktiv an der Trainingsgestaltung mitwirken. Hansi ist es wichtig, dass seine Leute ihren Freiraum zur Gestaltung bekommen."

Sie haben laut Bierhoff einen großen Anteil daran, dass es rund um die Nationalmannschaft wieder so etwas wie eine gewisse Aufbruchsstimmung und Euphorie gibt. "Keiner schleppt mehr ein Päckchen aus der Vergangenheit mit sich herum. Dafür bedurfte es neuer Wege und die ist Hansi gegangen", erklärt Bierhoff.

Doch auch bei Löw habe der Nationalmannschaftsdirektor in seinen 17 Jahren als Bundestrainer eine gewisse Entwicklung beobachtet. "Mit der Zeit hat sich sein Blick auf das Team und sein geforderter Spielstil verändert. Wir haben dann ja auch zwischen Dreier- und Viererkette probiert."

Bundestrainer Hansi Flick (r.) im Gespräch mit seinem<br> Co-Trainer Marcus Sorg.
Bundestrainer Hansi Flick (r.) im Gespräch mit seinem
Co-Trainer Marcus Sorg.
Bild: GES-Sportfoto / Markus Gilliar

Flick mit Videositzungen
sogar vor dem Training

Während Joachim Löw besonders in den letzten Jahren seiner Amtszeit viel probierte, zeichne Flick aus, dass er klar Anforderungen an seine Spieler habe und akribisch an Details arbeite. "Es gibt vor fast jeder Trainingseinheit Videositzungen, wo er klar erklärt, was er von den Spielern erwartet", erzählt Oliver Bierhoff.

Auch Nico Schlotterbeck, der von Flick zum zweiten Mal für das DFB-Team nominiert wurde, erzählte auf der Pressekonferenz, dass Flick viel von Spielern erwarte. "Für uns Spieler ist das nicht schlecht, wenn man vor dem Training Input bekommt."

Mit dieser akribischen Arbeit und den guten Ergebnissen in den ersten drei Spielen hat es der neue DFB-Coach geschafft, dass die Spieler wieder mit großer Freude zur Nationalmannschaft reisen würden. "Man merkt ihnen den Glauben und die Freude an, dass sie mit dem Wunsch herkommen, etwas Neues aufzubauen", verriet Bierhoff.

(lgr)

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