Verschwörer: Karim Benzema (l., mit <strike>Alu-</strike>Hut) und Ferland Mendy spielen gemeinsam bei Real Madrid – einen ihrer Teamkameraden wollten sie aber gegen Gladbach irgendwann nicht mehr mitspielen lassen.
Verschwörer: Karim Benzema (l., mit Alu-Hut) und Ferland Mendy spielen gemeinsam bei Real Madrid – einen ihrer Teamkameraden wollten sie aber gegen Gladbach irgendwann nicht mehr mitspielen lassen.
Bild: www.imago-images.de / BRUNO FAHY

Real-Star Benzema wies Mitspieler an: "Spiel nicht zu ihm, Bruder"

29.10.2020, 14:1129.10.2020, 15:04

Corona-Zeiten sind Geisterspiel-Zeiten, und Geisterspiel-Zeiten sind Zeiten, in denen TV-Zuschauer in den Genuss kommen, auch mal die Kommandos und (Selbst-)Gespräche der Spieler über die Außenmikrofone hören zu können. Der nicht vorhandene Lärmpegel durch nicht oder kaum anwesende Fans macht's möglich.

Bayern-Star Thomas Müller zum Beispiel konnte man neulich im Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid beispielsweise hören, wie er nach einer Schiedsrichterentscheidung haderte: "Was ist hier los? Wir spielen gegen Atlético Madrid, die größten Rabauken im europäischen Fußball, und dann gibt das Gelb oder was?"

Apropos Madrid. Apropos Champions League. Apropos Rabauken. Apropos Gespräche, die man sonst im Stadion nicht vernehmen kann.

Am Dienstagabend traf Atléticos Stadtrivale Real Madrid in der Königsklasse auf Borussia Mönchengladbach (2:2). Der spanische Rekordmeister hat ebenfalls mindestens einen Rabauken im Team: Karim Benzema. Benzema spielt zwar im sogenannten Weißen Ballett, eine weiße Weste hat er deswegen aber längst nicht. Auf der Vita des Franzosen stehen neben ziemlich vielen Fußballerfolgen auch eine Anklage wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten (2009) und ein Verfahren wegen versuchter Erpressung (2015).

"Beim Leben meiner Mutter, er spielt gegen uns."
Karim Benzema zu Ferland Mendy über Vinicius.

Da verwundert es kaum, dass Benzema selbst seinen eigenen Mitspielern gegenüber manchmal skrupellos sein kann. So geschehen im Spiel gegen die Fohlen, die Mikrofone lieferten in der Halbzeit den Beweis. Im Kabinengang des Mönchengladbacher Borussia-Parks war zu hören, wie der ehemalige Nationalspieler Frankreichs zu seinem Landsmann und Linksverteidiger Ferland Mendy sagt, dass er doch bitte nicht mehr zu Linksaußen Vinicius spielen solle: "Bruder, spiel nicht zu ihm. Beim Leben meiner Mutter, er spielt gegen uns."

Zeigte gegen Gladbach nicht, was er eigentlich kann: Vinicius Junior. Aber ob man ihm deswegen mit einem Anspielembargo verhängen muss?
Zeigte gegen Gladbach nicht, was er eigentlich kann: Vinicius Junior. Aber ob man ihm deswegen mit einem Anspielembargo verhängen muss?
Bild: www.imago-images.de / Moritz Mueller

Vinicius erwischte gegen Gladbach nicht seinen besten Tag. Aber ein Anspielembargo? Wie auch immer. Der 32-jährige Altmeister Benzema selbst spielte den Brasilianer in den zweiten 45 Minuten tatsächlich kein einziges Mal mehr an.

Mendy wählte die Light-Version der Benzema-Anweisung. Der 25-Jährige spielte dem Brasilianer im zweiten Durchgang nur noch halb so viele Bälle (vier) wie in Halbzeit eins zu (acht).

Auf'm Kieker: Benzema (r.) beobachtet Vinicius beim Warmup vor einem Ligaspiel.
Auf'm Kieker: Benzema (r.) beobachtet Vinicius beim Warmup vor einem Ligaspiel.
Bild: www.imago-images.de / joma

In der 70. Spielminute wechselte Real-Trainer Zinedine Zidane Vinicius für Eden Hazard aus. Am Ende wandelten die Madrilenen den 0:2-Rückstand noch in ein 2:2-Unentschieden um. Erst traf Benzema (87. Minute), dann Casemiro (90.+3).

Ob Gladbach die Führung mit Zuschauern über die Zeit gebracht hätte? Fraglich. Ob Benzemas Anweisung, Vinicius zu ignorieren, die Wende brachte? Ebenfalls fraglich, und vor allem: fragwürdig.

(as)

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