Wenn der FC Bayern München auf Union Berlin trifft, treffen Welten aufeinander.
Wenn der FC Bayern München auf Union Berlin trifft, treffen Welten aufeinander. Bild: iStockphoto / imago / watson montage

"Jeder Bayern-Spieler teurer als Unions Kader"? So groß sind die Unterschiede wirklich

26.10.2019, 10:3926.10.2019, 11:31

Am Samstag trifft Aufsteiger Union Berlin in der Allianz Arena auf den FC Bayern München (15.30 Uhr/Sky). Ein wichtiges Spiel für die Berliner, deren Ziel es ist, sich dauerhaft von den Abstiegsplätzen zu entfernen. Aber auch beim Favoriten, dem FC Bayern, ist Dampf im Kessel, denn die Münchener liegen hinter ihren Erwartungen.

Mit dem dritten Tabellenplatz dürfte an der Säbener Straße niemand zufrieden sein – nach zehn Gegentoren in acht Spielen steht Trainer Kovac mal wieder in der Kritik. In den vergangenen zwei Ligaspielen konnte der Meister nicht gewinnen, und zudem ist die Mannschaft vom Verletzungspech geplagt, Niklas Süle fällt mit einem Kreuzbandriss langfristig aus, Lucas Hernández muss am Innenband operiert werden.

Düstere Zeiten für den FC Bayern München?

Davon will Union Berlins Trainer Urs Fischer nichts hören. Er bemängelt, dass die Bayern-Unruhen medial aufgeplustert werden. "Sie werden nicht ängstlich auftreten, sie wollen das Spiel gewinnen. Die kennen das, das wird die nicht aus der Bahn werfen", versicherte der Schweizer am Donnerstag vor dem Spiel in München.

Union Berlins Manager Oliver Ruhnert schlägt in die gleiche Kerbe wie Trainer Fischer und äußerte sich vor dem Duell kritisch:

"Jeder einzelne Spieler dort ist teurer als unser gesamter Kader. Natürlich fehlen einige, aber wenn diese durch einen Javi Martínez, David Alaba oder Thomas Müller ersetzt werden, macht es das für uns nicht viel leichter".

Sind die einzelnen Bayern-Spieler wirklich jeweils teurer als der komplette Union-Kader?

Laut dem Portal "Transfermarkt" beträgt der Gesamtmarktwert vom 1. FC Union Berlin 36 Millionen Euro, der Kaderwert des FC Bayern München liegt demnach bei stattlichen 882,65 Millionen Euro – insgesamt ergibt das eine beachtliche Differenz von knapp 847 Millionen Euro.

Und behält Union-Manager Ruhnert mit seiner Einschätzung recht, dass alle Bayern-Spieler teurer sein als der Kader der Köpenicker? Nicht ganz. Elf Spieler sind tatsächlich mehr wert als der gesamte Union-Kader. Einige sind allerdings auch doppelt so teuer.

Der Marktwert-Vergleich zeigt jedenfalls, in welchen Sphären der FC Bayern und seine Spieler schweben.

Hier eine Übersicht, der elf Bayern-Spieler, die laut "Transfermarkt" wertvoller sind als die gesamte Union Berlin:

  • Philippe Coutinho: 90 Millionen Euro
  • Thiago: 70 Millionen Euro
  • Joshua Kimmich: 70 Millionen Euro
  • Lucas Hernández: 70 Millionen Euro
  • Robert Lewandowski: 65 Millionen Euro
  • Serge Gnabry: 60 Millionen Euro
  • Niklas Süle: 60 Millionen Euro
  • Kingsley Coman: 60 Millionen Euro
  • David Alaba: 55 Millionen Euro
  • Leon Goretzka: 50 Millionen Euro
  • Corentin Tolisso: 40 Millionen Euro

Thomas Müller und Benjamin Pavard kratzen mit jeweils 35 Millionen Euro am Kaderwert der Eisernen.

Daneben sehen die elf wertvollsten Spieler vom 1. FC Union Berlin fast günstig aus:

  • Neven Subotic: 3 Millionen Euro
  • Marvin Friedrich: 3 Millionen Euro
  • Sebastian Andersson: 2,5 Millionen Euro
  • Sebastian Polter: 2,25 Millionen Euro
  • Grischa Prömel: 2 Millionen Euro
  • Suleiman Abdullahi: 2 Millionen Euro
  • Florian Hübner: 1,75 Millionen Euro
  • Christian Gentner: 1,5 Millionen Euro
  • Anthony Ujah: 1,5 Millionen Euro
  • Marcus Ingvartsen: 1,5 Millionen Euro
  • Akaki Gogia: 1,25 Millionen Euro

Wie auch immer. Vielleicht hat sich Ruhnert aber auch auf den Durchschnittsmarktwert vom FC Bayern im Vergleich zum Gesamtwert des FC Union bezogen: Bayerns 24 Profis im Team sind im Schnitt 36,78 Millionen Euro wert, während Unions 33-Mann-Kader auf durchschnittlich 1,09 Millionen kommt – zur Erinnerung: Der Gesamtmarktwert des FCU wird auf 36 Millionen beziffert.

Aber das hat natürlich nichts zu bedeuten, denn beim Fußball gilt immer noch die Faustregel:

Geld schießt keine Tore

Und diese Regel untermauerten die Berliner Aufsteiger in der Vergangenheit mehrfach. Der 1. FC Union gilt als gallisches Dorf des Fußballs, denn vor allem gegen übermächtig wirkende Gegner liefern sie oftmals eine beachtliche Leistung. Zuletzt bewiesen sie ihr Können beim heimischen 3:1 Sieg gegen Dortmund.

Auch wenn in den Münchener Trikots also einige Millionen Euro mehr über den Rasen laufen als bei den Berlinern, ist am Samstag alles möglich. Union Berlin steht als Tabellen-14. in der angenehmen Position, nur positiv überraschen zu können. Auf Kovac dürfte dagegen ordentlich Druck lasten – nach den vergangenen glanzlosen Bayern-Auftritten würden bei einer Niederlage die Diskussionen um seinen Trainerposten wohl vollends ins Rollen kommen.

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quelle: imago/team
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